Sonntag, 10. 5. 2009

Um 6.30 Uhr bimmelt das Handy, diesmal ist es wirklich das Handy und keine SMS, auf die wir hereinfallen

Ein Blick aus dem Fenster zeigt, dass es in der Nacht massiv geregnet haben muss, am Flachdach unter uns stehen große Pfützen. Der Mauna Kea ist noch nicht zu sehen.

Während wir frühstücken, verziehen sich die Wolken ein wenig und der Mauna Kea wird sichtbar.

Unser Plan ist, in den Volcanoes NP zu fahren und dort je nach Temperatur und Wetterlage entweder den Maka'ala Tree Fern Forest Trail oder den Kipuka Nene Trail zu laufen.

Zu diesem Zweck fahren wir um 10 Uhr los, allerdings habe ich enorme Magenkrämpfe, verbunden mit starker Übelkeit, sodass Michi ausnahmsweise mit dem Auto fahren muss – ich kann einfach nicht.
Da sich mein Zustand immer mehr verschlechtert, drehen wir beim Puainako Center um und fahren zum Hotel zurück. So ein Mist

Wie ein Häufchen Elend hocke ich auf dem Sessel, aber langsam bessern sich die Beschwerden und um 11.30 Uhr starten wir einen neuerlichen Versuch.

Um 13 Uhr sind wir am Trailhead des Kipuka Nene Trails, steigen aus dem Auto aus und – steigen umgehend wieder ein. Der Grund ist, dass ein sehr starker Wind geht, der die heute ziemlich kalte Luft von Meer bringt.
Egal, uns ist es zu kalt, also auf in Richtung Maka'ala Tree Fern Forest Trail.

Doch so weit kommen wir vorerst nicht, denn wir machen an der Hilina Pali Rd. Picknick Aber nicht direkt an der Road, sondern wir gehen ein Stück zu den Hilina Pali. Rund um uns wachsen Ohias, die traumhaft schön blühen. In der Nähe befindet sich ein größerer Crack.

Anschließend lassen wir unseren Plan Maka'ala Tree Fern Forest Trail sausen und möchten statt dessen die Escape Road entlang wandern und zwar diesmal von der anderen Seite, dessen Trailhead sich in unmittelbarer Nähe der Thurston Lava Tube befindet. Also fahren wir um 14.20 Uhr los.

Endlich, um 14.45 Uhr, stellen wir das Auto am Parkplatz der Thurston Lava Tube ab und gehen in die Richtung derselben.

Allerdings gehen wir nicht zur Tube, sondern rechterhand bergauf weiter, wo auch schon das Gate der Escape Rd. zu sehen ist.

Mein Angebot, statt der Escape Rd. den Maka'ala Tree Fern Forest Trail zu laufen, nimmt Michi nicht an

Die Wegbeschaffenheit der Escape Rd. ist dieselbe wie von der anderen Seite, nämlich Naturboden mit ab und zu kleineren und größeren Lavasteinen, aber auch mit Wiese durchsetzt.

Es geht, da wir von Norden kommen, ständig bergab und schon läuft uns ein Pfau über den Weg. Er verschwindet aber so schnell im Gebüsch, dass ich ihn nicht mehr fotografieren kann.

Bald ist rechterhand die Abzweigung zum Crater Rim Trail.
Wir gehen weiter und sehen eine verschlossene Truhe am Wegesrand stehen.
Unmittelbar dahinter - im Grün kaum zu erkennen - befindet sich eine Messstation für einen Seismographen.
Beidseits des Weges wachsen wunderschöne Baumfarne, sie sind ca. 5 m hoch. Der Wind säuselt und die Sonne scheint durch das dichte Laub hindurch. Vögel zwitschen - es ist wirklich romantisch.

Am Boden liegen Pferdeerdäpfel, demnach ist zumindest ab und zu ein Reiter unterwegs.

Linkerhand, ein wenig im Wald, befindet sich der Zaun, der uns schon von der anderen Seite des Escape Rd. her bekannt ist. Es ist die Distriktgrenze zwischen Puna und Ka'u.

Wir erhöhen unsere Geschwindigkeit, was bergab leicht möglich ist, denn wir möchten zu jenem Gate kommen, bei dem wir unlängst umgedreht haben – dann wären wir insgesamt gesehen die ganze Escape Rd. gelaufen.

Um 15.15 Uhr ist es soweit – das Gate ist erreicht

Das bedeutet, dass die Position der Gates auf der National Geographic Karte hinten und vorne nicht stimmt, die Karte ansonsten aber gegenüber anderen die mit Abstand beste ist.

Vom Parkplatz bis hierher sind wir 1,75 km gelaufen.

Um 15.20 Uhr treten wir den Rückweg an.
Kurz darauf kommen uns zwei Mountainbiker entgegen, offensichtlich ein Pärchen.

Auf diesem Trail kann einem also alles Mögliche begegnen: Rangerautos, Pferde, Hiker, Radfahrer sowie diverse Tiere
Halt, es gibt noch etwas Anderes: Joggen. Eine Lady, die ungefähr in unserem Alter ist, beweist das. Am Rücken hat sie drei große Flaschen Wasser á 1 l festgeschnallt.

Da wir noch genügend Zeit haben, laufen wir ein Stück des Crater Rim Trails, der von hier linkerhand abzweigt, drehen aber 20 Minuten später um.

In diesem Teil des Crater Rim Trails führt der Trail durch einen wunderschönen Baumfarnwald, allerdings wachsen auch sehr viele Kahili Ginger, also genau jener Ginger, der von der Nationalparksverwaltung unerwünscht ist.

Der Kahili Ginger wurde seinerzeit importiert, verbreitet sich hier wie Unkraut und bringt dadurch andere Pflanzen um.
Vor einigen Wochen las ich auf der Website des Volcanoes NPs, dass sie Volounteers suchen, die bei der Bekämpfung des Kahili Ginger helfen (abschneiden bzw. Wurzeln ausgraben), aber es sieht nicht so aus, als ob sich jemand gefunden hätte.

Man braucht aber keine Sorgen haben, dass der stets treue (weil gerne anhaftende) False Staghorn Fern hier vielleicht nicht vertreten sei

hier in Großaufnahme: False Staghorn Fern

Um 16.30 Uhr sind wir wieder auf der Escape Rd., zehn Minuten später beim Auto.

Wir fahren Richtung Hilo und parken uns beim KFC im Prince Kuhio Plaza Shopping Center ein. Wir verspeisen köstliche Hühnerschenkel und sind um 18.10 Uhr im Hotel.

Nun kommt ein unangehmer Teil: Ich stürze mich übers Koffer packen, aber das dauert gerade mal eine Stunde. Weshalb ich heute schon Koffer packe

Die Antwort ist ganz einfach: Am Dienstag fliegen wir zuerst nach Honolulu und dann weiter nach Lihue auf Kaua'i.
Morgen treffen wir uns um 20.30 Uhr in der Wai'oli Lounge mit Martin und Verena, die ich übers Forum von usa-reise.de kennen gelernt habe.

Es bleibt noch ein klein wenig Zeit fürs Internet und um 23.30 Uhr verschwinden wir ins Bett