Montag, 11. 5. 2009

Um 6.30 Uhr holt uns das Handy aus dem Schlaf. Nach der Morgentoilette gönnen wir uns – wie nahezu immer im Hilo Hawaiian Hotel – das Breakfast Buffet.

Wettermäßig ist es sehr stark bewölkt, es hat offenbar nachts wieder stark geregnet.

Um 9.10 Uhr fahren wir in Richtung Volcanoes NP. Eigentlich wollten wir in der Mountain View Bakery Brötchen oder ähnliches kaufen, das funktioniert aber nicht, denn nicht nur die Bakery, sondern ganz Mountain View schläft noch. Die Häuser machen einen sehr verwahrlosten Eindruck. Also gut, dann weiter zum Hirano Store.

Dieser Gemischtwarenladen hat doch wirklich alles, was man sich wünscht – außer Brötchen Das einzige, was es in dieser Richtung gibt, sind riesengroße Pakete von Toastbrot. Sehr schön, genau das brauchen und wollen wir nämlich nicht.

Also weiter und in die Wright Road eingebogen – der Maka'ala Tree Fern Forest Trail steht am Programm.

Auch entlang der Wright Road wächst sehr viel Kahili Ginger, aber die Blätter sind braun-rot gefleckt. Es sieht ganz danach aus, als würde er hier mit Unkrautvernichtungsmittel bekämpft werden, was ja durchaus vernünftig ist.

Endlich sind wir am Trailhead. Das darf doch wohl nicht wahr sein! Der Trail ist total matschig! Linkerhand wäre – theoretisch – der Trail auf den Pu'u Maka'ala, aber der Zugang ist schwer vergittert. Weshalb "hiking permited" steht, erschließt sich mir nicht. Im Gegensatz zum Maka'ala Trail ist beim Pu'u Maka'ala Trail keine Leiter angebracht.

Also gut, dann eben nicht, fahren wir halt zum Kipuka Nene Trail weiter, auch kein Problem.
Doch ehe wir das tun, essen wir ein paar Himbeeren, die reif sind, aber sie sind dermaßen sauer, dass sie alles andere, nur kein Genuss sind.

Um 11.10 Uhr kommen wir am Kipuka Nene Trailhead an. Es ist ziemlich windig, hat aber laut Auto 75° F. Rund um uns ist es ziemlich stark bewölkt. Die Sonne ist nicht sichtbar, aber für diesen Trail ist dies ohnehin besser.

Der Trailhead befindet sich übrigens ziemlich genau gegenüber dieser kleinen roten Hütte.

Fünf Minuten später starten wir mit dem Trail.

Von der Straße aus führt linkerhand gut sichtbar ein Trampelpfad in Richtung der kleinen Hütte, die jetzt nicht mehr für die Öffentlichkeit zugängig ist, das Gelände ist rundherum abgesperrt.
Am Ende des Zaunes gehen wir links, wo ebenfalls der Zaun links weiter führt. Kurz darauf ist – wieder linkerhand – ein versperrtes Gate und rechterhand sieht man ein Gate (jenes auf dem Foto nebenan), das umgangen werden kann. Hier beginnt der Kipuka Nene Trail.

Der Trail ist eine alte Fahrstraße, die mit größeren und kleineren Lavasteinen und Wiese durchsetzt ist. Es blüht wunderschön.

Dieser Kipuka Nene Trail ist der frühere Halape Trail. Laut Auskunft vom Kilauea Visitor Center ist der aktuelle Name Kipuka Nene Trail.

Um 11.30 Uhr sind wir bei der Kreuzung, an der sich linkerhand die Wildschweinfalle befindet. Wie auch schon unlängst bei einer anderen Wildschweinfalle, steht auch hier das Tor offen, womit der Sinn und Zweck der Falle nicht erfüllt ist...

So wie es aussieht, kümmern sich die Ranger immer weniger um diverse Dinge. Also gut – wozu bin ich denn hier In Kürze ist das Tor wieder funktionstüchtig – so einfach ist das

Das Gras beidseits und auch in der Mitte des alten Fahrweges wird immer höher.

Um 13 Uhr fällt mir auf, dass wir die Abzweigung eigentlich schon übersehen haben müssten. Michi guckt auf das GPS – tatsächlich... Wo habe ich das Schild übersehen Ich habe doch so sehr danach Ausschau gehalten... Also gut, dann drehen wir um.

So wie es aussieht, wird der Kipuka Nene Trail, alias Halape Trail, überhaupt nicht mehr gewartet. Er ist zwar nicht gesperrt, aber es wird alles getan, damit Otto-Normaltourist diesen Trail nicht mehr findet.

Zwanzig Minuten später sind wir bei Abzweigung zum - Halape Trail. Kein Schreibfehler! Ab hier hat der Halape Trail in südliche Richtung noch seinen ursprünglichen Namen.

Am Halape Trail sehen wir wieder die bekannten Steinmännchen. Ein Schild, wieviele Meilen nach xyz, existiert jedoch nicht, nur das unauffällige und leicht zu übersehende Wandersmannzeichen.

allein in den Weiten des Volcanoes NPs

Trail oder nicht

Nachdem wir ein kleines Stück gegangen sind, drehen wir wieder um und sind um 14.28 Uhr beim Eingangs-Gate, welches wir zuvor umgangen sind.

Von hier bis zur Abzweigung sind es 3,9 km one way. Da wir über die Kreuzung noch hinweggegangen sind, sind wir auf insgesamt 9,0 km gekommen.

Als Weg zum Auto wählen wir jetzt nicht jenen am Zaun entlang, sondern folgen dem Fahrweg und kommen ein kleines Stück weiter westlich auf der Hilina Pali Rd. heraus, in Sichtweite von diesem kleinen roten Häuschen.

Um 14.30 Uhr sind wir beim Auto, es hat 27,7° C, ist aber nach wie vor sehr stark bewölkt.

Wir verspeisen unsere Würstchen ohne Brot und sind um 15.30 Uhr im Kilauea Visitor Center.

Dort fragen wir die Rangerin mit den zwei Zöpfen, wie es jetzt mit dem Kipuka Nene Trail sei, gesperrt oder nicht, aber wie fast schon zu erwarten, weiß sie darüber nicht Bescheid und gibt nur eine Vermutung von sich.
Diese lautet "vielleicht ist er wegen Nene's Brutzeit gesperrt", worauf ich ihr erkläre, dass die Brutzeit schon längst vorbei sei.

Für Trailsperren seien aber "andere" verantwortlich, sie wisse über Sperren nicht Bescheid (wer denn dann, wenn nicht ein Ranger?). Es ist hoffnungslos und wir wechseln das Thema, denn so wie gestern hören wir auch heute sehr viele Schüsse und das, obwohl Montag ist.

Sie weiß nichts davon, dass schießen erlaubt wäre, aber – naja, vieleicht schon... Aber andererseits ist es ja gefährlich, da solche Geschosse sehr weit fliegen (nein, wirklich ). Nochmal andererseits gibt es aber ein paar Leute, die im Nationalpark schießen dürfen (wer diese Leute sind, weiß sie aber nicht, es ist wiederum eine Vermutung von ihr). Dann fällt ihr noch eine Möglichkeit ein: Vielleicht ist ein Wildschwein in der Falle erschossen worden... Ja klar... Rund 50 Schüsse in einer Falle, die einen Durchmesser von vielleicht 3 m hat... Sehr plausibel...

Mit dem Wort "Wildscheinfalle" gibt sie uns gleich ein Stichwort. Ich erkläre ihr, in welchem Zustand diese Fallen sind, dass die Türen offen stehen und somit der Sinn der Falle verloren geht.
Daraufhin seufzt sie, sie seien viel zu wenig Leute, sie bräuchten viel mehr, aber auch viel mehr Geld.

Ok, wir verabschieden uns und fahren Richtung Hilo, wo wir uns um 16.30 Uhr beim Borders einparken.

Starbucks gibt es bei sämtlichen Borders nicht mehr, statt dessen ist Seattle's Best Coffee eingezogen. Wir genehmigen uns einen Espresso und gucken rasch nach Neuem.

Beim letzten Besuch von Seattle's Best Coffee haben wir einen Bon ausgefasst, der mittels Zufallsgenerator ausgegeben wurde und zwar 30 % off in der Zeit vom 11. bis 17. Mai 2009 beim Borders, eine bestimmte Auswahl betreffend. Dazu gehören u. a. Bücher und somit bin ich stolze Besitzerin des neuen Kaua'i Revealed Reiseführers.

Um 17 Uhr verlassen wir Borders und fahren zum Walmart, wo wir sehr kostensparend, weil nichts gekauft, unterwegs sind Dann nichts wie ab zum Hotel.

Jetzt kommt erstmal eine ausgiebige Dusche und wir machen es uns ein wenig gemütlich, wobei ich nebenbei schon den technischen Teil erledige.

Um 19.45 Uhr gehen wir in die Wai'oli Lounge. Wie nahezu immer, frage ich nach einer Suppe und die uns schon sehr gut bekannte Lady verneint Ich kontere locker, dass ich ihr das nicht glaube
Und was passiert - sie lächelt und sagt, sie könne zwei verschiedene Suppen anbieten Ich wähle die pork and watercress soup, die nach kurzer Zeit – wie von mir gewünscht - sehr heiß geliefert wird. Die Suppe beinhaltet außergewöhnlich viel Fleisch und ich bekomme noch eine extra Schale mit Suppe Nochmal als Draufgabe gibt es Reis.
Michi holt sich einen kostenlosen Ono und verspeist meinen Reis dazu.

Pünktlich um 20.30 Uhr betritt ein junges Pärchen die Lounge und guckt mich an Der große schlanke Mann kommt auf mich zu und fragt "kann es sein, dass wir heute einen Termin haben?" Das sind sie also Martin und Verena

Die beiden bestellen einen Mai Tai und wir plaudern viel. Ich habe vorsorglich meinen Laptop dabei und zeige ihnen Fotos von der Lavatour mit Chris und auch vom Heli-Flug, wir erzählen von Jack und noch vieles andere mehr.

rechte Seite: Verena & Martin, linke Seite: meine Wenigkeit & Michi

 

Die Wai'oli Lounge schließt und wir setzen uns einfach in die Lobby, wo wir uns erst um 23.45 Uhr nach einer herzlichen Umarmung trennen.

Wieder einmal mehr durften wir zwei sehr, sehr nette Leute aus dem Forum kennen lernen