Mittwoch, 4. 8. 2010

Um 1.55 Uhr reißt uns der Wecker aus dem Schlaf. Das war eine kurze Nacht.
Rasch stehen wir auf und machen uns fertig.
Ich gehe auf den Balkon, das Dach unter uns ist nass, aber im Moment regnet es nicht.

Mal sehen, ob die heutige Tour mit Chris wieder ins Wasser fällt.
Was wir anschließend unternehmen, wissen wir noch nicht, da es wetterabhängig ist.

Um 2.40 Uhr fahren wir los. Heute fährt Michi, denn er ist im Gegensatz zu mir putzmunter.

Wir sind schon aus Hilo heraußen, die Abzweigung nach Pahoa haben wir bereits hinter uns und auch zwei kleinere Regengüsse.

Ich sehe zwischendurch den sichelförmigen Mond und einige Sterne. Es wird spannend.

Wir passieren den MM 15 am Hwy. 130, es tröpfelt leicht, die Wolken hängen offenbar sehr niedrig.

MM 18 regnet es stärker Mist
Aber nur nicht vorzeitig aufregen, das können wir immer noch tun

Um 3.30 Uhr sind wir bei 69° F bei der Painted Church, es regnet ausnahmsweise nicht, im Gegenteil. Der Himmel ist fast wolkenlos und ich sehe Milliarden von Sterne und ungezählte Sternschnuppen. Alle zwei Sekunden eine Sternschnuppe, so etwas sah ich bisher in dieser Häufigkeit noch nie. Einfach traumhaft schön!

Den Jeep stellen wir ein wenig weiter nach hinten und ziehen unsere Wanderschuhe an.

Kurz darauf kommt ein weiteres Auto, in diesem sitzt D., der von Chris angekündigte Deutsche.
D. hat eine sehr umfangreiche Fotoausrüstung dabei, auch ein Stativ sowie schwere Objektive. Wir reden ein wenig mit ihm und ich sehe, dass er seine Sachen nicht optimal beisammen hat – zumindest mit meinen Augen betrachtet nicht. Ich erkläre ihm, wie wir es handhaben und schließlich packt er um (später ist er sehr froh darüber).

Kurz darauf kommt Chris, erledigt mit D. den Papierkram und erzählt, dass letztens, als wir wegen des Regens wieder nach Hilo gefahren sind, er aber mit seinem Neffen, der Geburtstag hatte, doch zur Lava gegangen ist, hörte es bald zum Regnen auf und sie sahen die Lava sehr gut, aber die Hälfte der Zeit war dann doch wieder verregnet. Er musste mit dem Neffen nicht sehr weit gehen. Sie waren auch nicht am Meer, weil es vom Wetter her einfach zu unsicher war.

Chris möchte, dass einer von uns das Auto bei der Kirche stehen lässt, also parkt D. sein Auto ein wenig anders und fährt mit uns mit. Chris fährt wie üblich vor.

Unseren Jeep lassen wir bei den offiziellen Parkplätzen stehen. Michi und D. steigen hinten auf Chris’ Pickup, ich setze mich vorne neben Chris.

Wir fahren nicht ganz so weit hinein wie beim letzten Mal, sondern er stellt den Pickup kurz vor dem zweiten Gate das Auto verkehrt herum ab, von dort aus gehen wir zu Fuß los.

Chris murmelt, es sollte eine Kette gesperrt sein. Kurz darauf sind wir die Stelle, aber die Kette liegt am Boden. Chris fragt sich, warum die Kette am Boden ist? Kurz darauf kommt ein PKW und fährt an uns vorbei. Es war ein auf der Lava Wohnender, der wohl aufs WC musste.

Wir gehen, gut bewaffnet mit Stirnlampen, die Chris jedes Mal bereit stellt und auch Wanderstöcke für jene, der sie möchte, los, bis wir auf diesen vor ca. zwei Wochen alten Lavastritzel stoßen, der die Straße hinter der Viewing Area versperrt hat.
Auf diesem Lavastritzel wird es plötzlich sehr warm und wir riechen deutlich SO2. Schon nach wenigen Metern können wir sehen, dass ca. 30 bis 40 cm unter uns alles rot glüht. Das sind einige große Schollen und etliche Meter, die wir auf diesen Schollen zurück legen und wir orange-rotes Leuchten sehen können.

Von diesem Hot Spot stoßen wir bald auf ältere Lava und kommen sehr gut voran. Chris steuert einen spezielles Gebiet an, doch als wir dort sind, merken wir, dass der Wind nicht passt.
Chris schlägt vor, wir gehen weiter und daher gehen wir in einem größeren Bogen auf einen anderen Teil zu, wo wir nur wenige Meter von einem glühenden Lavafeld entfernt sind. Chris meint, wir sollen hier warten, er geht den kleinen Hügel hinauf, kommt kurz darauf zurück und sagt, dort hinten ist eine bessere Stelle, noch mal ca. 10 bis 15 Minuten zum Gehen.

Chris und D., beide relativ groß, kommen mit ihren langen Beinen rasch voran. Michi ist etwas kleiner, kommt aber trotzdem gut mit, aber ich darf schon ordentlich Gas geben, um den Anschluss nicht zu verlieren, dabei habe ich mit dem Gehen auf der Lava keinerlei Probleme, weil wir seit 15 Jahren immer wieder Lavawanderungen unternehmen.
Chris merkt das aber und er und D. bleiben immer wieder stehen, um zu warten.

Schließlich stehen wir vor einem Lavafeld, dessen Ausläufer nur rund 2 m vor uns sind

Wir fotografieren und filmen, was das Zeug hält, es ist schier unglaublich!! Chris, D. und Michi haben ihre Rucksäcke abgenommen und auf eine Anhöhe gelegt, ich lasse meinen Rucksack am Rücken, dort gehört er hin

Die Lava kommt immer näher und entsprechend müssen wir immer weiter zurück gehen.

Dass die anderen nicht mehr an ihre Rucksäcke denken, erwähne ich nur am Rande. Daher schnappe ich etliche Male ihre Rucksäcke, um sie in Sicherheit zu bringen. Nach langer Zeit fragt Chris, wo eigentlich sein Rucksack ist, denn dort, wo er ihn abgestellt hat, ist mittlerweile die Lava darüber geflossen!
Meine Antwort „it’s gone, Pele took it“ lässt ihn und die anderen hellauf lachen

Wir haben riesig viel Spaß und können gar nicht genug Fotos machen. Glücklicherweise haben meine beiden Spiegelreflexkameras große Speicherkarten.

Wir können sehen, wie Teile der Vegetation in Flammen aufgeht, wie sich die Lava hemmungslos voran frisst. Der Geruch ist entsprechend, es ist richtig majästetisch, das Knistern, das Prasseln, dann entweicht wieder irgendwo Dampf, weil Wurzeln dabei sind, die Feuchtigkeit gespeichert haben – es ist unbeschreiblich

Langsam beginnt die Morgendämmerung, es ist nur spärlich bewölkt und die Sonne krabbelt am Horizont hoch, sodass die Lava insgesamt etwas beleuchtet ist.

Jetzt ist genau die richtige und auch die schönste Zeit zum Fotografieren, ein Traum

Wer sagt es denn? Schon ist die erste Speicherkarte von meiner Tele voll!! Dabei gehen dort wirklich viele Fotos drauf.
Auch D. ist ganz eifrig und weiß nicht, was er zuerst fotografieren soll.
Sogar Chris ist vor Begeisterung (und weil er immer herum springt ) knallrot im Gesicht – wir aber auch

Chris ärgert sich, weil sein Fotoapparat keine Kamerafunktion hat, denn er sieht am Display von unserem Camcorder, wie schön es aussieht, wenn ein Lavabrocken weg bricht und auf der glühenden Lava dahin schwimmt.

Wir stehen gut und gerne zwei Stunden hier, mein Zeigefinger schmerzt fast schon, da ich ständig auf den Auslöser drücke

D. arbeitet mit Grauverlaufsfilter, Polfilter, er ist häufig am Filterwechsel und irgendwann fällt ihm der Polfilter auf die Lava und hat zwei Kratzer. Bei D. ist jetzt der Ärger richtig groß. Nein, nicht, weil der Polfilter zwei Kratzer hat, sondern weil er keinen zweiten Polfilter hat, auch nicht im Hotelzimmer. Es ist in Hilo sicher nicht ganz einfach, einen Polfilter in der richtigen Größe zu bekommen.


Bald ist die Sonne so grell, dass wir Schatten suchen, um zu fotografieren. Wir stochern mit dem Holzstecken von Chris in der Lava herum und Michi stellt seinen Fuß für ganz kurze Zeit auf einen frischen Lavastritzel drauf.

Plötzlich entdecke ich einen Regenbogen, ach, ist das schön

Wir fotografieren uns gegenseitig und finden kein Ende!

Endlich, nach langer Zeit, meint Chris, wir sollten vielleicht doch langsam an den Rückweg denken.

Ja, denken schon, aber Chris ist der Erste, der sein selbst Gesagtes bricht, denn er stellt sich wieder auf die Lava, in unmittelbare Nähe der frischen Lava und findet selbst keine Ende

Letztlich treten wir doch irgendwann den Rückweg an und nach fünf Minuten bleibt Chris stehen und erzählt seine Ahnengeschichte. Bereits seine Ur-Urgroßmutter wurde weiter drinnen geboren, dort, wo seit vielen Jahren die Lava darüber gegangen ist. Sie wuchs dort auch auf, dasselbe bei seiner Urgroßmutter. Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, besitzt seine Familie 70 acre Land. Land, das mit einer dicken Lavaschicht bedeckt ist.

Dann erklärt er alle möglichen Pflanzen, erklärt die Verwendungszwecke, wofür die alten Hawaiianer welche Teile der Pflanzen verwendet haben. Chris hat vor ½ Jahr ein entsprechendes Seminar über die verschiedenen Medizinzusammensetzungen besucht, die die Hawaiianer früher verwendeten.

Er erzählt auch aus seinen Kindheitstagen. Mit vier Jahren war er erstmals auf der Lava und zwar mit seinem Großvater und seither liebt er diese Umgebung. Sein Bruder hingegen überhaupt nicht, er ist mehr ein Städter.
Freunde von Chris sind auch sehr unterschiedlich. Einige haben sich hier schon verlaufen, andere haben den Kompass sozusagen im Kopf, bei anderen nützt der Kompass nichts, weil sie nicht damit umgehen können, es gibt wirklich die unterschiedlichsten Menschen und Chris schildert es so witzig, dass wir viel zu lachen haben.
Teilweise haben Leute, auch wenn sie in unmittelbarer Nähe wohnen, keine Freude damit, auf die Lava zu gehen, sie haben zu großen Respekt und auch Angst davor.

Chris kennt die Gegend besser als seine Hosentasche, er weiß haargenau, wo welches Wäldchen ist und das in der stockfinsteren Nacht. Er weiß, wie alt die verschiedenen Lavasorten sind. Er erkennt es teilweise auch aus den Pflanzen.

Wir gehen auch über frischere Lava, die erst am Sonntag hier darüber geflossen ist! Unvorstellbar!

Der Rückweg ist insgesamt kürzer, wir kommen wegen des Tageslichts sehr gut voran.

Michi und ich haben schon zuvor ausgemacht, dass wir Chris zum Frühstück ins Black Rock Café einladen, wenn er möchte und Chris sagt zu, aber er möchte nicht ins Black Rock Café, sondern im „Organic Food“ frühstücken

Kaum sind wir auf der Straße, aber noch weit hinter der Absperrung, taucht der erste Hubschrauber auf. Chris wundert sich, warum jetzt erst ein Hubschrauber fliegt, ob sie etwa so wenig zu tun haben.

Chris erkennt, wem der Heli gehört. Er nennt den Namen seines Freundes, aber ich muss gestehen, dass ich ihn mir erstens nicht gemerkt und zweitens nur mit dem Anfangsbuchstaben hierher schreiben würde. Voll ausgeschriebene Namen schreibe ich nur, wenn ich die Genehmigung dazu habe.

Bald kommt der zweite Hubschrauber, jetzt wird es am Himmel richtig lebendig.

Auf der alten Straße gehen wir Richtung Viewing Area. Dort wartet bereits ein Herr, der eine Warnweste trägt. Er grüßt sehr freundlich und wir zurück.
Ein wenig weiter der nächste Herr mit Warnweste, auch hier wird freundlich hin und her gegrüßt und am Parkplatz schließlich der dritte Herr, alles sehr freundliche Männer.

Wir werfen unsere Rucksäcke auf Chris’ Ladefläche. Ein roter Pickup kommt von hinten heraus, er ist ziemlich verbeult.
Chris grüßt den Fahrer und erzählte uns anschließend, das sei jener, dessen Haus vor zwei Wochen abgebrannt ist und er – der Fahrer und mittlerweile Ex-Besitzer des Hauses – zugesehen hat. Die beiden reden lange Zeit mitsammen.

Schließlich gibt uns Chris Apfelbananen und eisgekühltes Wasser, herrlich!

Er zieht seine Wanderschuhe aus und Flip Flops an. Die Sohlen der Wanderschuhe haben ein Loch bekommen! Chris sagt, nicht schon wieder, das sind die billigen $ 30-Schuhe vom WalMart.

D., Michi und ich setzen uns auf die Ladefläche, Chris sitzt hinter dem Steuer und fragt, ob er denn jetzt vorne alleine sitze Michi, nicht auf den Mund gefallen, kontert, ja klar, du hast ja die Schuhe ausgezogen Daraufhin grinst er und braust los.

Am Parkplatz zur Viewing Area setzt sich aber dann D. zu ihm und beim Anblick des Tores gegenüber den Toilettencontainer fällt Michi Bruddah Sid ein, den wir vor kurzem kennen lernten.
Michi zückt die Visitenkarte von Bruddah Sid und zeigt sie Chris. Michi erwähnt, dass Bruddah Sid nach eigenen Aussagen das Hilo Hawaiian kaufen wollte und Chris wiederum weiß, dass das Hilo Hawaiian um 17 Millionen Dollar verkauft wurde.
Wir kommen beim Tor von Bruddah Sid vorbei und Michi sagt, dass das die Zufahrt zu Bruddah Sid’s Villa ist.
Chris reißt die Augen auf, denn dort hinten hat seine Großmutter gewohnt und auf einmal dämmert es ihm. Dort drinnen wurde ein riesengroßes Haus gebaut.

Chris erzählte nämlich schon zuvor einmal ganz ehrfurchtsvoll, dass es hier einer richtig gemacht habe, denn er hat das Haus auf einer 400 Jahre alten a’a-Lava bauen lassen. Es ist ein Bulldozer gekommen und zwei Monate später stand ein Riesenhaus mit einem Stockwerk fix und fertig dort.
Chris hat ganz schön Stielaugen bekommen.

Wir fahren mit dem Jeep bis zur Painted Church. Hier verabschieden wir uns von D. und fahren hinter Chris nach, da wir nicht genau wissen, wo „Organic Food“ in Pahoa ist. Dieser Store ist sehr gut besucht, wir suchen uns ein Frühstück zusammen und setzen uns mit Chris nach draußen, denn dort sind Tische und Bänke aufgestellt.

Chris hat sich Kuchen und Spicy Chicken Roll genommen, die er mit Stäbchen isst, bis ihm ein Stäbchen unter den Tisch fällt, ab dann isst er mit den Fingern weiter.
Dazu Organic Chips, diese haben angeblich weniger Fett und Michi deutet gleich auf Chris’ Bauch

Mir brennt schon die ganze Zeit eine Frage unter den Nägeln, entweder jetzt oder nie.
Egal, jetzt!
Ich sage Chris, dass gerade jetzt eine Familie auf Big Island ist, die ich vom Forum kenne, aber es sind vier Personen, das wären also $ 600. Chris antwortet, er macht gerne einen speziellen Preis ? K. soll ihn anrufen, sie werden sich preislich schon einigen.

Wir plaudern sehr viel mit ihm und verabschieden uns nach langer Zeit.

Keine fünf Minuten von Pahoa in Richtung des Hwy. 11 gefahren, kommen wir ein wenig ins Grübeln, ob wir statt des Volcanoes NP nicht lieber ins Hotel fahren sollten, damit ich K. eine Email schreiben kann. Lange überlegen wir nicht und fahren zum Hotel.

Kaum zurück, sehe ich, dass eine Mail von Chris gekommen ist. Er bietet einen sehr, sehr guten Preis an, ich schreibe flugs K. eine Mail und die Zeit verfliegt im Nu.

Zwischendurch laden sich die Fotos auf die externe Festplatte.

Um 12.30 Uhr fahren wir Richtung Saddle Rd., um den Powerline Trail zu laufen.
Am Powerline Trailhead angekommen, verspeisen wir Würstchen mit Brot und ich bin eigentlich startklar, nur Michis Schuhe
Ich frage ihn, ob er heute in den Badesandalen läuft und bekomme als Antwort „Musst du denn immer solche Fragen stellen!“
Widerspruchslos schlüpft er in die Wanderschuhe Los geht's!

Die ersten Früchte des Ohelo sind schon reif.

Heute möchten wir endlich die Emesine Cave finden, die wir schon zwei Mal vergeblich gesucht haben, zuletzt letztes Jahr.
2,5 Meilen ab jetzt, auf der rechten Seite, versehen mit einem Schild, das man eigentlich nicht übersehen kann, soll sie zu finden sein.

Linkerhand sehen wir abgeschnittene Strommasten. Es wächst einiges hier: Im oberen Bereich nur spärlich und niedrig, wie z. B. Farne und Nenes Bush. Doch schon wenig später wachsen ziemlich hohe Ohia-Bäume. Die Sicht zum Mauna Loa ist hervorragend, über ihm sind überhaupt keine Wolken.

Wir stehen auf einer kleinen Anhöhe und sehen vor uns den Verlauf des Powerline Trails.
Wir gehen den kleinen Hügel hinunter, die grobe a’a-Lava hört auf und wir gehen auf normalem Waldboden, der immer wieder mit Lavasteinen bedeckt ist, weiter. Beidseits wachsen Ohia-Bäume.
Mitten am Weg hat jemand ein Steinmännchen aufgestellt, es wäre ja gerade so, als ob man den Weg verfehlen könnte
Dabei ist er völlig selbst erklärend.

Um 14.40 Uhr kommen uns zwei Wanderer entgegen, ungefähr 45 Jahre alt.

Schon von weitem grüßen sie sehr freundlich. Als wir uns nähern, ruft der Mann „ach, ihr geht wohl dorthin, wo wir gerade herkommen sind, nämlich zur Cave“. Ja, genau, dorthin wollen wir auch. Es sei auf jeden Fall wert, dass wir hingehen. Von dem Punkt wo wir jetzt stehen, noch ca. 30 Minuten.

Die Cave sei leicht zu finden: Der Weg geht auf einmal ziemlich bergab, was nicht zu übersehen ist (kennen wir doch!) in einen Fern Forest, dann hinauf und noch mal ein wenig hinunter und von dort ca. 200 Fuß auf der rechten Seite. Es sei mit einigen großen Steinen am Rand markiert.

Die beiden waren in der Höhle und fragen uns, ob wir Taschenlampen haben, was wir bejahen und auf unsere Frage, ob es in der Höhle nicht gefährlich ist, meinen sie, nein gar nicht. Man muss sich an zwei Stellen ein wenig bücken, aber ansonsten sei es wunderschön und nach einergeschätzten viertel Meile kommt ein Skylight, durch das man theoretisch die Höhle verlassen könnte, aber sie zogen es vor, den leichteren Weg zu nehmen und das war der Weg retour zum Ausgang, von wo sie hergekommen sind.

Wir bedanken uns für die genauen Angaben, verabschieden uns und nun hoffen wir, dass wir die Höhle auch wirklich finden.

Wir gehen jetzt, zehn Minuten, nachdem wir die beiden getroffen haben, in eine Senke hinunter. Hmmm, das ist nach den Zeitangaben von 30 Minuten eigentlich viel zu bald. Beidseits wachsen zahlreiche Farne.

Nach zwei bis drei Minuten haben wir dieses Gebiet durchlaufen und gehen wieder durch einen lichten Ohia-Wald. Vor uns geht es leicht bergauf.


Mittlerweile sind wir 20 Minuten seit der Begegnung mit dem Pärchen gegangen und wenn wir weiter so gehen, müssten wir in ca. 10 Minuten auf die Höhle stoßen.

Rechterhand ist ein kleiner Pu’u mit sehr vielen alten Ohia-Bäumen. Sie sind gut und gerne 10 m hoch. Zu dumm! Es beginnt zu tröpfeln!

Nach 3,91 gelaufenen Km geht es vor uns tatsächlich relativ steil bergab, durch einen Ohia-Wald – es ist 15.20 Uhr.
Es wachsen sehr viele Farne.
Wie wir jetzt schon sehen, geht es auf der anderen Seite bergauf. Das muss jetzt der Fern Forest sein, von dem der Herr gesprochen hat.

Kaum auf der nächsten Anhöhe, geht es wieder bergab.. Das passt genau zur Beschreibung!

Um 15.30 Uhr sehen wir rechterhand, etwas zurück gesetzt vom Trail, ist ein kleines Steinmännchen aufgebaut.

Rechts dahinter geht eine Senke hinunter, ca. 4-5 m entfernt.

Tatsächlich!!!! Hier ist sie – die Emesine Cave!
Die Cave befindet sich nach 4,46 Km ab dem Trailhead, also dort, wo unser Jeep steht.

Was ich derzeit überhaupt nicht sehen kann ist das Holzschild, das man auf zahlreichen Internetseiten sieht.
Was ich auch nicht finde, ist – wie es in der Bibel steht – ein Blatt Papier, auf dem eine Telefonnummer steht, die man anrufen soll, wenn man in die Höhle gehen möchte.

Und schon entdecke ich das Schild! Ich gehe links um die Höhle herum und gucke von dort in die Höhle, dort unten liegt das Schild, auf dem „Emesine Cave“ drauf steht!!

Nicht geklärt ist nach einem Halbrundgang und zurück, wie man hinunter kommt. Wirklich stabil sieht der Rand nämlich nicht aus.

Ohne Rucksack und ohne Kamera steige ich vorsichtig hinunter. Michi reicht mit den Fotoapparat und ich fotografiere den Südeingang.

Das Nieseln wird immer stärker, sodass ich den Nordteil nicht mehr inspiziere, sondern wieder hinauf klettere.

Es ist 15.55 Uhr und wir gehen – mit den Regencaps bekleidet – zum Auto zurück.

Es wachsen auch sehr viele Koa-Bäume hier, wie die am Boden liegenden typischen Blätter beweisen.

Aber immerhin! Wir haben unser Ziel endlich erreicht und die Emesine Cave gefunden

Ungefähr ¾ des Weges tragen wir unsere Regencaps. Anschließend kommt die Sonne heraus.
Wir pflücken ein paar Ohelo-Berrys, sie schmecken wirklich gut.
Michi meint, der Geschmack geht in Richtung Erdbeere, ich meine eher, Richtung Johannisbeeren.
Am besten schmecken sie jedenfalls, wenn man mehrere auf einmal in den Mund nimmt.
Um 17.30 Uhr sind wir wieder beim Auto. Die Sonne scheint, es hat 23,8 ° C.

Wir waren 3 Std. 36 Min. unterwegs, sind 8,8 Km gelaufen und waren endlich erfolgreich bei unserer Suche. Ausgezeichnet!

Wir tauschen unsere Wanderschuhe gegen Flip Flops aus und treten die Rückfahrt an.

Die kurze Strecke bis zur Saddle Rd. ist sehr ruppig, da sie nicht geteert ist.

Wir beschließen, wir gehen einen weiteren Trail an
Das ist der Kozmich Cone Trail, zu diesem brauchen wir keine Wanderschuhe

Auf der Baustelle wird noch gearbeitet und etliche Autos kommen uns schon mit Licht entgegen.

Interessantes zur Saddle Road: Diese Straße, die ursprünglich nur für das Militär gebaut wurde und durch Militärgebiet führt, wurde absichtlich S-förmig angelegt.
Der Grund war, Bombenangriffe auf Autos zu minimieren. Eine gerade Straße lässt sich viel leichter bombardieren als eine S-förmig angelegte.

Wir fahren gerade über einen alten Teil der Saddle Rd. Stellenweise ist das eine Schlangenlinie, die man nicht wirklich versteht, wenn man den eigentlichen Grund nicht kennt.

Um 18.15 Uhr parken wir uns beim Kozmich Cone ein (Anmerkung: damit ist der Kozmich Cone Trail gemeint )

Wir bestellen uns die Combo Plate, bestehend aus Reis, Nudelsalat, paniertem Putenfleisch und Beef Teryjaki, dazu ein medium diet pepsi, wir zahlen $ 9.95

Nun folgt die letzte Fahrt des Tages und um 19 Uhr stellen wir den Jeep in der Hoteltiefgarage ab.

Um 21.30 Uhr fällt mir ein, wir haben vergessen, Alana anzurufen, um ihr mitzuteilen, dass wir morgen kommen. Jetzt wagen wir nicht mehr, Alana anzurufen, das holen wir dann morgen Früh nach.

Ziemlich früh, nämlich um 22.30 Uhr verschwinden wir ins Bett