Dienstag, 19. 5. 2009

Wiederum bimmelt um 6.10 Uhr das Handy, aber heute lassen wir uns das nicht gefallen und stehen erst eine Stunde später auf

Ein Blick aus dem Fenster zeigt einen strahlend blauen Himmel, keine einzige Wolke ist zu sehen Das erhöht unsere Geschwindigkeit ungemein Die Ausnahme ist das Frühstück, das genießen wir in aller Ruhe und Gemütlichkeit.

Am heutigen Plan steht der Kohua Trail. Er befindet sich im Westen und wir werden dazu die Waimea Canyon Rd. fahren.

Um 8.30 Uhr fahren wir bei strahlendem Sonnenschein los.

Um 10 Uhr sind wir endlich beim Koke'e Museum. Der Grund für die extrem lange Fahrzeit liegt darin, dass vor uns ein Auto fährt, dessen Fahrer es überhaupt nicht für nötig hält, uns vorbei fahren zu lassen. Im Gegenteil, er fährt praktischer Weise in der Mitte.

Meine Versuche, der Lady im Koke'e Museum Infos über den Maile Flat Trail bzw. den Kohua Trail herauszulocken, misslingt vollkommen. Sie kennt diese Trails nicht, weiß nicht, ob sie überhaupt existieren und selbst wenn, weiß sie nicht, ob die Trails gewartet werden
Sie meint, wir sollen unser Glück versuchen, dabei aber vorsichtig sein und es wäre schön, wenn wir anschließend berichten würden.
Mein Hinweis, dass zu der Uhrzeit, zu der wir zurückkommen, das Museum bereits geschlossen sei meint sie, sie sei bis 16.30 Uhr im Museum, wir sollen einfach klopfen.

Um 10.15 Uhr stehen wir am Beginn der Kumuwela Rd. und ich stelle den Meilenzähler auf Null.

Drei Minuten später kommen wir zu einer Y-Gabelung, rechterhand geht es zum Camp Sloggett, links steht "park here for trails". Hier geht es Richtung Kumuwela Trail, Waininiua Trail und Koke'e-Halemanu Trail. Wir fahren links.

Die Piste ist in einem guten Zustand, aber nur einspurig befahrbar.

Kurz darauf die nächste Y-Gabelung, wir fahren wieder links und somit auf der Mohihi Rd.

In weiterer Folge ist die Mohihi Rd. in einem mäßigen Zustand und nur mit einem Auto mit hoher Bodenfreiheit befahrbar. Es sind zahlreiche Schlaglöcher vorhanden, die ich aber ganz gut umfahren kann

Bei Meilenstand 0,8, stehen wir vor der nächsten Y-Gabelung, an dieser Stelle fahren wir rechts.

Die ansonsten nichts wissende Lady vom Koke'e Museum erzählte übrigens, dass es in den letzten zwei Wochen nur ein einziges Mal regnete und das war vorgestern.

Bei Meilenstand 1,2 stehen wir vor der nächsten Y-Gabelung, wo wir links fahren.

Hier ist die Piste breit und in einem halbwegs guten Zustand, vor uns sind die angekündigten Baufahrzeuge zu sehen.

Bei der darauffolgenden Y-Gabelung fahren wir ebenfalls links und landen auf einer grob geschotterten Piste, die enger ist als der vorhergehende Teil der Mohihi Rd.

Links von uns ist eine abgegrabene Wand, rechts dichtes Buschwerk, wo es auch bergab geht. Hier sollte rechterhand der Kauakinana Stream beginnen, von dem allerdings nichts zu sehen ist.

Plötzlich taucht vor uns ein gelber Jeep auf, der ebenfalls in unsere Richtung fährt.
Den Wagen kann ich glücklicherweise überholen und weiter geht es auf der ruppigen Piste.

Bei gefahrenen 2,5 Meilen, kurz vor der zweiten Brücke, schalte ich Allrad 4H ein.

Nach 2,9 gefahrenen Meilen ist linkerhand der Trailhead des Alaka'i Swamp Trails, rechterhand ist die Alaka'i Picnic Area, wo ein weißer Pickup steht.

Wir fahren halblinks weiter, also nicht Richtung Alaka'i Swamp Trail, sondern rechts beim Schild vorbei.

Der weitere Weg ist in einem ganz passablen Zustand. Einige große Steine liegen am Weg, aber mit unserem Jeep ist es überhaupt kein Problem.

Nach 3,4 Meilen gefahrenen Meilen geht linkerhand der Pihea Trail weg. Vor uns fahren LKWs, denen wir nachfahren.

Den Kawaikoi Stream überqueren wir nach 3,5 Meilen.

Rechterhand ist Sugi Grove Camp & Picnic Area, wir fahren linkerhand weiter.
Unmittelbar darauf geht linkerhand der Kawaikoi Stream Trail weg, der ausgeschildert ist.

Nun wird die Piste matschig. Am Rand sind schon zahlreiche Steine gelagert, die der Bagger hoffentlich demnächst malerisch verteilen wird.

Nach 4,1 gefahrenen Meilen befindet sich rechterhand die Waiakoali Picnic Area, wir fahren linkes weiter. Kurz darauf fahren wir durch ein stehendes Gewässer.

Nach 4,3 Meilen kommen wir zu einer Weggabelung und fahren links. In der Mitte der Weggabelung steht eine verrostete Tonne.

Die nächste Weggabelung ist bei 4,4 Meilen, rechts beginnt der Po'omau Canyon Vista Trail, der ebenfalls ausgeschildert ist.

Nach 4,9 Meilen ist die Piste in einem deutlich besseren Zustand. Möglicherweise ist das dem Grader zu verdanken, den wir vorhin auf der rechten Seite stehen sahen.

Und dann, nach 5,0 Meilen taucht rechterhand der Kohua Ridge Trail auf. Die Parkplatzsuche ist einfach, wir ziehen unsere Wanderschuhe an und ziehen um 11.15 Uhr bei 31,6° C los.

Lt. GPS sind wir übrigens 8,1 Km gefahren und haben dazu 50 Minuten gebraucht. Überhöhte Geschwindigkeit dürfte etwas Anderes sein Wir befinden uns auf 1.104 m Höhe.

Zu Beginn ist die Bodenbeschaffenheit normaler Waldboden, der nur wenig mit Steinen und Wurzeln durchsetzt und mit Gras bewachsen ist.

Es liegen sehr viele Koa-Blätter am Boden, entsprechend gehen wir durch einen wunderschönen Koa-Wald.
Auch Hawai'i Cherrys wachsen hier, aber seltsamerweise sind nicht mal kleine Früchte zu erkennen.
Nach nur wenigen Gehminuten wird der Trail schmäler, macht einen 90°-Knick nach rechts und schon sehen wir in geringer Entfernung eine kleine Holzbrücke, über die wir geradeaus weiter gehen.
Nach wenigen Minuten durchqueren wir den Mohihi Stream, was uns aber mit den darin befindlichen großen Lavasteinen erleichtert wird.

Nun geht es steil bergauf weiter. Wenn es vor Trailbeginn geregnet hat, ist der Trail ungangbar. Er wird wie Schmierseife und es gibt fast keinen seitlichen Halt.

Nach dem Überwinden des sehr steilen Stückes haben wir wieder dieselbe Höhe, die wir auch beim Ausgangspunkt hatten, nämlich 1.090 m.
Es geht weiterhin bergauf, aber über normalen Waldboden, der mit Laub bedeckt und mit Wurzeln durchzogen ist.

Hier wächst sehr viel Kahili Ginger. Am Wegesrand sind ein paar umgeknickt, was seine Berechtigung hat, da der Kahili Ginger keine endemische Pflanze ist, sondern importiert wurde, sich sehr rasch ausbreitet und andere Pflanzen umbringt.

Nach GPS 588 gelaufenen Metern erscheint rechterhand der 0,5 MM. Wieder einmal mehr eine Diskrepanz zwischen dem GPS und den aufgestellten Mile Markern...

Das Gras, das auf dem Weg wächst, ist ziemlich frisch gemäht, allerdings kann das eigentlich nur von einem Trimmer gemacht worden sein. Für Rasenmäher ist dieses Gelände viel zu steil.

Nach einiger Zeit macht der Weg wiederum einen 90°-Knick nach rechts, dort wächst ein großer Ohia, er blüht auch ein wenig und hier kommen wir offenbar auf die Ridge hinaus.

Bei diesem großen Ohia haben wir 678 Gehmeter und eine Höhe von 1150 m.

Wieder einmal kreist ein Helicopter über uns und wir haben jetzt von der anderen Seite einen Blick in den Canyon.

Nun geht es auf der Ridge ein wenig bergab, aber auch wie auf einer Hochschaubahn: hinauf, hinunter, hinauf, hinunter.
Schöner Ausblick zu unserer Linken mit sehr vielen Ohias, Koas und auch Hawai'i Cherrys, an denen nach wie vor keine einzige Frucht hängt.

Rechts wachsen ein paar Flechten auf den Bäumen, wir gehen bei 28,2° C weiter.

Um 12 Uhr kommen wir zu einer kleinen Lichtung und wir haben einen wunderschönen Blick in den Canyon. Ein paar Minuten später erreichen wir den 0,75 MM.
Auf einem ca. 50 cm schmalen Pfad geht es nun ziemlich bergauf und es ist sehr rutschig.

Punkt 12.30 Uhr und wir sind beim 1,25 MM, das GPS zeigt .1700 gegangene Meter an.
Es ist strahlend blauer Himmel, aber hinter uns ziehen dunkle Wolken auf. Der Weg, auf dem wir gehen, ist zwar im Moment nahezu eben, ist von Wildschweinen aber ordentlich durchwühlt.

Ziemlich bald nach dem 1,25 MM hört der Trail auf, ein Trail zu sein. Er ist nur mehr als schmaler Pfad zu erahnen.
Über uns zieht sich der Himmel mehr und mehr zusammen und es kommt ein ziemlicher Wind auf, aber es hat immerhin 28,4° C.

Zehn Minuten später haben wir den 1,5 MM ergattert. Na also, geht doch

Das sind lt. GPS exakt 2 Km, wobei das nicht mit den Meilen überein stimmt. In dieser Gegend ist der gesamte Boden von blassgrünen Flechten überzogen.

Um 13 Uhr sind wir bei einem Aussichtspunkt, es ist eine kleine ausgetretene Fläche. Von hier haben wir einen schönen Blick in den Koai'e Canyon und weiter bis zum Pazifik. In der Ferne, ein Stück unterhalb von uns, ist ein weiterer Wanderweg.
Kurz nach dem Aussichtspunkt geht es rechterhand in einen schmalen Graben, wo wir auf Koa-Blättern bergab mehr rutschen als gehen.

Nach 2,83 Km erreichen wir den MM 2,0.

Der Trail ist wieder besser sichtbar und selbsterklärend, aber wir gehen durchs Gestrüpp.
Die Äste von allen möglichen Büschen zerkratzen uns.

Nach 3,44 gelaufenen Km stehen wir vor einer Weggabelung. Rechts geht es bergauf durch eine kleine Schlucht, die aus Erde besteht, links führt ins Nichts.

Seit fast einer Stunde verlautbart Michi immer wieder, dass wir gleich am Ziel sind
Weiter geht's, denn es muss ein Geländer kommen, woran Michi aber nicht glaubt. Männer

Wenige Meter später erreichen wir das Ende des Trails, das angekündigte Geländer ist zu sehen und Michi schweigt sich dazu aus
Ein Schild verrät "end – Kohua Trail Vista"

Rechts gegenüber von uns ist der Canyon Cliff Lookout mit der Picknickbank.

Etwas links gegenüber von uns sind die Antennen von Pu'u Ka Pele.

Wir stehen fast sprachlos am Aussichtspunkt, denn die Wolken haben sich zur Seite geschoben, die Sonne lacht und brennt vom Himmel, der Canyon liegt uns zu Füßen. Es ist unglaublich schön.

Direkt vor bzw. unter uns ist der Waimea Canyon, links der Koai'e Canyon und rechts der Po'omau Canyon.

Linkerhand – fast am Meer – ist die einzige und letzte auf Kaua'i in Betrieb befindliche Zuckerfabrik zu erkennen.


Wir machen es uns unter einem Baum gemütlich und picknicken. Rasch zieht sich der Himmel über uns wieder zusammen, daher treten wir bald den Rückweg an.

Nur wenige Meter von unserem Picknickplatz entfernt ist rechterhand eine große Plastikfolie, mit Steinen beschwert. Vielleicht war das einmal eine provisorische Überdachtung

Wir sind nach einiger Zeit auf einer kleinen Lichtung, ein Heli fliegt direkt über uns hinweg. Die Passagiere der rechten Seite sehen zu uns herunter, wir winken, sie zurück Der Pilot hat den Passagieren vermutlich erklärt, dass hier zwei Hiker unterwegs sind, die sich den Canyon erobern.

Etwas für Botanikliebhaber:

Es beginnt leicht zu nieseln, hoffentlich wird es nicht mehr

Und dann geschieht es – zack
Ich lande unsanft am Boden Ein heimtückisches Wurzelgeflecht, mit viel Liebe von Famlie Sau ausgegraben, ist der Grund

Beide Hände, Knie, Beine – alles ist zerkratzt und blutig. Nun bin ich Angehörige der Familie Sau - oink

Nach der ersten groben Reinigung geht's weiter und der steile Anstieg auf die Ridge steht uns bevor.

Die Sonne lacht wieder vom Himmel, es ist traumhaftes Wetter, wir genießen es voll und ganz Vögel zwitschern, die Blätter wiegen sich im Wind – Romantik pur

Um 16.30 Uhr sind wir beim Mohihi Stream.

Kurz vor der Brücke sehen wir eine Fahrspur genauer an. Die Karte verrät, dass das der Mohihi Ditch Trail ist.
Und zwar muss man in der Nähe vom Po'omau Canyon Trailhead in südlicher Richtung fahren und kommt am Ende zu einem Picknicktisch, fährt dann in nordwestliche Richtung weiter und kommt zur Mohihi Rd. Man fährt einen richtigen Loop.

Eine knappe halbe Stunde später sind wir wieder beim Auto.

Vorhin habe ich eine Idee in die Welt gesetzt und zwar den 1 Km hin/retour Po'omau Canyon Vista Trail zu laufen.

Der Kohua Ridge Trail, für den wir 5,45 Std. gebraucht haben, ist 7,26 Km lang.

0,7 Km vom Kohua Trailhead fahren wir nun zurück und hier ist der Trailhead des Po'omau Canyon Vista Trails.
Anders herum: Vom Beginn der Kumuwela Rd., die dann in die Mohihi Rd. einzweigt, fährt man 4,4 Km, bis dieser Trailhead erscheint.

Nun müssen wir uns ein bisschen beeilen und beginnen um 17 Uhr den Po'omau Canyon Vista Trail.

Er beginnt mit einem Schlammloch, das wir aber gut umgehen können. Ansonsten ist der Trail zu Beginn im gleichen Zustand wie der Kohua Trail und zwar Waldboden, mit Steinen und Wurzeln durchsetzt. Es liegen auch hier viele Koa-Blätter am Boden und es geht fast unmerklich bergab.

Sowohl hier als auch beim Kohua Trail ist der Hurrikan "Iniki" 1992 durchgezogen, diese Trails zeigen das gleiche Bild wie z. B. der Berry Flat Trail ein Stück weiter nördlich.

Nach wenigen Minuten kommen wir zu einer kleinen Brücke, die kein Geländer besitzt.

Kurz hinter der Brücke überqueren wir den Mohihi Trail. Diesen möchten wir ganz gerne morgen in Angriff nehmen.

Auf dem Po'omau Canyon Vista Trail ist vieles mit Moos bewachsen, Vögel zwitschern und – wie könnte es anders sein – auch hier wächst Kahili Ginger.

Es sind vereinzelt Früchte von Lilikoi (= Passionsfrucht) am Boden liegen zu sehen. Schwierig ist dieser Trail nicht.

Nach 15 Minuten erreichen wir einen Steinwurf hinter dem 0,25 MM das "end of trail". Demnach stimmt die Angabe im Wanderführer für hin/retour eine Meile nicht, der Trail ist hin/retour 0,5 Meilen lang.

Rechts unterhalb von uns hören wir die Moeloa Falls, aber wir sehen sie nicht.

Nach einigen Foto- und Filmaufnahmen treten wir den Rückweg an.

Für den Po'omau Canyon Vista Trail ist vermutlich zu Mittag, ev. am früheren Nachmittag, die schönste Zeit, um tolle Fotos zu machen. Zu unserem Zeitpunkt ist es zwar nicht übel, aber im Canyon ist es schon ziemlich finster.

Um 17.30 Uhr sind wir beim Auto und nach 4,3 gefahrenen Meilen sind wir wieder auf Asphalt.

Wir fahren über die 552 (= Koke'e Rd.) Richtung Süden.
Ni'ihau, Lehu'a (rechts) und Kaula (links) sind so klar zu sehen, wie es selten der Fall ist. Daneben geht gerade die Sonne unter, es herrscht eine wundervolle Stimmung.

Kurz vor 20 Uhr kommen wir im Hotel an.

Es folgt der allabendliche technische Krimskrams, ehe wir um 23 Uhr ganz schön müde ins Bett fallen