Donnerstag, 23. 4. 2009

Um 6.45 Uhr läutet das Handy. Ein kurzer Blick aus dem Fenster zeigt eine Wetterlage, die ich nicht näher beschreiben möchte. Nein, es regnet nicht, aber fast…

Was soll's, ich bereite unser Frühstück zu, während Michi selig schläft. Bis ich ihn dann endlich munter bekomme, vergeht schon eine Zeit, aber dann frühstücken wir sehr gemütlich.

Gestern wurden im TV für die nächsten Tage schwere Regenfälle vorhergesagt, deswegen drehen wir jetzt den TV nochmals auf, um einen eventuellen Wetterumschwung nicht zu verpassen. Doch nichts da, keine Besserung ist in Sicht

Davon lassen wir uns nicht sonderlich beeindrucken, packen unsere Siebensachen zusammen, denn wir fahren auf den Haleakala. Wenn es möglich ist, möchten wir zumindest ein Stück des Sliding Sands Trails laufen.

Obwohl es letzte Nacht nahezu ständig stark geregnet hat, gießt wiederum ein Angestellter des Hotels liebevoll den Rasen und auch den Weg, damit letzterer noch rutschiger wird

75 Minuten später sind wir am Summit des Haleakala, wo wir zuerst mal im Auto sitzen bleiben. Es herrscht dichter Nebel und es ist ganz schön kalt.

Kaltes Wetter ist nur eine Sache der richtigen Kleidung, die wir ohnehin tragen.

Wir gehen den 0,2 Meilen (bzw. 0,3 Km) langen Pa Ka'oao Trail (White Hill Trail). Der Weg ist eine Mischung aus Lavasteinen und Sand und teilweise sehr schmal, dann wiederum 1 m breit.

Was ist plötzlich los Ich habe wie aus dem Nichts enorme Schwindelzustände und muss mich setzen. Fast gleichzeitig wird mir schwarz vor den Augen – jetzt nur nicht ohnmächtig werden Es dauert nicht sehr lange und es geht mir wieder besser, waren das die lächerlichen 3000 Meter
Egal, wir gehen weiter und sind in Kürze oben, von wo aus wir auf der einen Seite auf den Parkplatz blicken. Wir sehen auch zu Sience City und Red Hill hinüber und rein theoretisch könnten wir auch in den Krater sehen, was der Hauptgrund wäre, wenn – tja, wenn dieser nicht vom Nebel eingehüllt wäre. Es hat erstaunliche 18,2° C.

Für kurze Zeit lichtet sich der Nebel etwas, aber es reicht nur für ein paar nicht besonders schöne Fotos.

Wir beschließen, zurückzufahren.

Ich muss allerdings sehr langsam fahren, denn es schüttet wie aus Eimern. Erst in Pukalani wird es etwas besser. Fast schon gewohnheitsgemäß holt Michi Kaffee vom Starbucks ins Auto.

Um 14 Uhr sind wir im Hotel und lunchen. 1,5 Std. später fahren wir in Richtung Ma'alaea.
Witzigerweise regnet es bis Ma'alaea, ab dann nicht mehr.

Um 16.15 Uhr stellen wir den Jeep am Lahaina Pali Trail Ma'alaea Side ab. Kurz darauf gesellt sich ein grüner PKW – als einziges weiteres Fahrzeug – zu uns. Ein älteres Paar steigt aus und will wissen, ob hier der Lahaina Pali Trail ist, was ich bejahe. Als nächstes wollen sie Auskunft, wie lang dieser Trail sei und ich spiele bereitwillig Auskunftsbüro.

Die beiden stellen daraufhin fest, dass sie den gesamten Trail heute nicht mehr laufen können – wie wahr – und machen sich auf den Weg. Zuvor sah ich die Handtasche der Lady am Sitz stehen und diese hat sie jetzt nicht bei sich
Ja, Himmel nochmal Auch wenn man nichts von der großen Gefahr der Autoeinbrüche weiß, aber sprechen die Tausenden von Glasscherben, die unter Garantie nicht von irgendwelchen Flaschen stammen, keine eindeutige Sprache

Ich kann nicht anders und mache sie darauf aufmerksam, keine Wertgegenstände im Auto zu lassen und deute auf die vielen Glasscherben.

Beide erschrecken fast zu Tode, denn die Lady sagt, dass sie ihr gesamtes Geld, die Kreditkarten und den Reisepass in der Handtasche habe Ich glaube, so schnell hat sie ihre Handtasche noch nie genommen...

Endlich, um 16.20 Uhr, beginnen wir mit dem Lahaina Pali Trail.
Zu Beginn ist der Weg normaler Waldboden, der mit Steinen und Wurzeln durchsetzt ist, beidseits wachsen hüfthohe Gräser und große Bäume.

Bald darauf geht der Weg in eine alte Fahrstraße über. Kurz darauf sehen wir ein Schild mit dem Hinweis, dass rechterhand der Lahaina Pali Trail weiter geht.

Es dauert nicht lange, liegt – aus Lavasteinen errichtet – ein nach links weisender Pfeil auf der Straße. Ab mit uns ins Gelände Ohne diesen Pfeil ist man geneigt, gerade aus zu gehen, da dort der alte Fahrweg weiter führt.

Jetzt beginnt eine kleine Kletterpartie über größere Lavasteine, der Pfad ist nur mehr ca. 30 cm breit. Rechts unten sehen wir die alte Fahrstraße und unter dieser – weder zu übersehen, geschweige denn zu überhören - der Honoapi'ilani Hwy. Es geht nach wie vor auf dem schmalen Pfad bergauf.

Die Sonne wärmt unsere Rücken, wir schwitzen enorm und legen eine kurze Trinkpause ein. Es hat erfrischende 33.5° C.

Im Moment haben wir 221 Hm überwunden, zick-zack-mäßig geht es über kleinere und größere Lavasteine bergauf, es sieht fast wie eine Treppe aus.

Gerade kommt uns jenes Pärchen entgegen, das wir am Parkplatz getroffen haben. Wir plaudern ein wenig miteinander. Der Mann erzählt, dass er 10 Tage im Jahr Urlaub hat, diese Tage kann er sich – theoretisch – bis zu 9 Wochen aufsparen. Er kann aber trotzdem nicht 9 Wochen auf Urlaub gehen, da er um seinen Job fürchtet.
Er geht mit seinem iPod wandern, redet aber andererseits davon, seinen Job zu wechseln oder - was ihm viel lieber wäre - in Rente zu gehen.

Um 17.40 Uhr stehen wir auf einer kleinen Anhöhe mit Blick auf Lana'i. Die Sonne ist gerade am Untergehen, natürlich im Westen und dadurch ganz schön blendet. Lana'i sieht man ein wenig schwer, da auf der Insel eine Wolkendecke sitzt.

 

Es bläst ein ziemlicher Wind, der relativ kühl ist, allerdings scheint mich mein Gefühl zu täuschen, denn es hat 27,7° C.
Wir treten den Rückweg an, um nicht in die Finsternis zu kommen. Um 18.25 Uhr erreichen wir wieder den alten Fahrweg, 10 Minuten später das unversehrte Auto.

Unverzüglich fahren wir zum Hotel, es schüttet wieder einmal wie aus Eimern. Um 19 Uhr sind wir beim Hotel, hier in Kahului ist es staubtrocken.

Zum Abendessen gibt es Papayas und Weintrauben. Anschließend widmen wir uns – wie allabendlich – der Technik und um 21.30 Uhr belege ich den TV-Sessel. Vom Fernsehen bekomme ich aber nicht mehr viel mit, da ich sehr schnell einschlafe, bis mich Michi um 22.45 Uhr weckt und wir uns zur Fortsetzung des Schlafes ins Bett verziehen.

Doch für mich ist die Nacht unruhig, ich werde immer wieder durch den prasselnden Regen munter.