Mittwoch, 18. 8. 2010

Um 7.15 Uhr bimmelt der Wecker. Ich schalte ihn ab und wir schlummern noch ein wenig weiter.

Doch es dauert nicht lange, hüpfe ich doch aus dem Bett und bereite unser Frühstück zu, Michi bekommt überhaupt nichts davon mit.
Wir frühstücken gemütlich, die Hilo Bay ist nur selten sichtbar.

Wir trödeln, was nur geht

Es irritiert uns ein wenig, dass wir heute Nachmittag Chris anrufen sollen, wobei das nicht das Problem ist. Das Problem sehen wir eher in Katie, die sich nicht und nicht für ein Restaurant entscheiden kann. Ob wir damit richtig liegen, wissen wir nicht, aber nach dem gestrigen Hin und Her haben wir den Eindruck erhalten.

So, aber was aber tun bis zum Nachmittag Es ist ja nicht allzuviel Zeit bis dahin

Interessant wäre es, wie es ganz aktuell bei der Viewing Area aussieht, ob diese wieder weiter ostwärts verlegt werden musste?

Aber wenn Viewing Area, dann wird das auch schwierig, da Michis Handy nicht funktioniert, wir aber Chris anrufen sollten.
Mist… Wie können wir das denn arrangieren

Wir überlegen alle möglichen Varienten, aber glücklich sind wir mit keiner

Am liebsten wäre es mir, Chris abzusagen. Ich werde das Gefühl nicht los, dass es heute nicht anders als gestern läuft. „Call me one hour later“, „Call me at 6.30 pm“, „Call me at 7 pm“, „Katie can’t find the phone number“ und schließlich wird nichts daraus. Das ist für uns eine völlig verlorene Zeit und das am allerletzten Tag unseres Big Island Aufenthaltes

Zuerst zögert Michi etwas, aber nach reiflicher Überlegung stimmt er mir zu, er ahnt, dass es so kommen wird, wie ich vermute. Er greift zum Telefon und ruft Chris an.
Es ist 10.45 Uhr, Chris ist gerade beim Kochen Nein, das sei überhaupt kein Problem, dann halt beim nächsten Mal
Und beim nächsten Mal – auch das betont er wiederum – können wir die ganze Zeit bei ihm nächtigen, dann können wir uns das Hotel in Hilo sparen.

Er wünscht uns noch schöne letzte Tage auf Hawai’i

Kurz nach 11 Uhr verlassen wir Hilo, unsere langen Hosen sowie Taschenlampen sind für den Abend bei der Viewing Area auch dabei.

Ein Blick Richtung Saddle Rd. (der Pu’u O’o Trail würde uns nochmal locken!) zeigt, dass alles grau in grau ist. Nein, das macht keinen Sinn, schade.

In Richtung Volcanoes NP ist es etwas heller, deshalb entscheiden wir uns dafür.

Wir fahren eben bei Azazuka Orchid Garden vorbei und es regnet Der Himmel ist grau in grau und die Sicht eingeschränkt Das sind vielleicht trübe Aussichten!

Ich frage mich, wie das möglich ist: Hier schüttet es aus Fässern und nur wenige Meilen weiter herrscht akute Brandgefahr. Das ist doch eigentlich solch ein Widerspruch!

Bei der Abzweigung zu Volcano Village hört der Regen auf Über uns ist das erste Wolkenloch zu sehen.

Kurz darauf werden wir begrüßt:
Ja, ich kann meine Liebe zur Botanik nicht leugnen
Um 12 Uhr biegen wir im Volcanoes NP in die Hilina Pali Rd. ab.
Das Wetter ist brauchbar, es hat 78° F und die Straße ist trocken. Es wird also spannend
Wenige Minuten später stehen wir am Parkplatz des Mauna Iki Trailheads. Die Straße ist ca. 20 m weiter vorne gesperrt.
Vor der Sperre stehen drei Autos, dürften Rangern gehören.

Wir checken vor allen Dingen die Windsituation, gar nicht so übel, also Wanderschuhe angezogen, Rucksäcke geschnappt, los geht’s ? Es ist 12.20 Uhr nd hat 37° C.

Wir „fliegen“ zu Fuß über den Mauna Iki Trail, es ist fantastisch

Um 13 Uhr sind wir in einem Art Kessel, in dem nur ein kleines Lüftchen weht und wir sehen auch das Plateau mit dem feinen schwarzen Sand.
Wir gehen flotten Schrittes weiter und genießen jede Minute!!!
40 Minuten später erreichen wir „unseren“ Picknickplatz. Das ist jene Stelle, die auch als die „Zähne“ bezeichnet wird. Wenn man sie sieht, weiß man es sofort. Von hier hier oben können wir den weiteren Trailverlauf erkennen. Es ist so traumhaft schön, ich kann es mit Worten kaum beschreiben

Hier verspeisen wir genüsslich unsere Jause. Michi fragt mich, ob ich denn heute Pfeffer in die Toasts gestreut habe Pfeffer? Nein-nein, das ist der Wind, er weht uns den schwarzen Sand auf die Toasts Michi zeigt mir seinen Arm, der ebenfalls wie gepfeffert aussieht

Um 14.30 Uhr treten wir den Rückweg an.

Einige Zeit später fliegt ein Heli mit sehr rasantem Tempo an uns vorbei in Richtung Westen. Dort raucht es auch ein wenig, wie wir gerade sehen.

Und schon fliegt der Heli wieder retour und wieder zu jener Stelle und wieder retour – was tut sich dort? Es wird doch nicht das befürchtete Feuer ausgebrochen sein?
Es ist jedenfalls kein Sightseeing-Flug, denn dazu fliegt der Heli viel zu schnell und er fliegt auch viel zu niedrig, nämlich nur knapp über dem Boden! Abgesehen davon ist dieses Gebiet üblicherweise nicht in Sightseeing-Flights eingebunden.

Wir sehen uns die Pali (Klippen) näher an.

Eigenartig, östlich von uns – nicht weit entfernt – hören wir zahlreiche Schüsse, ziemlich schnell aufeinander folgend, alle 10 Sekunden. Ist etwa ein Wildschwein in eine Falle geraten und wird jetzt geschossen? Aber sozu dermaßen viele Schüsse?

Der Rückweg dauert länger als der Hinweg, das liegt aber daran, dass wir sehr viele Pausen einlegen, um zum letzten Mal für diesen Urlaub diese wunderschöne Landschaft zu genießen.

Immerhin sind wir schon in Sichtweite zu unserem Jeep und legen noch eine weitere ausgiebige Pause ein.

Schließlich gehen wir die letzten paar Meter zum Auto.

Zusammenfassend hatten wir heute echtes Glück mit dem Wetter

Ehe wir zum Auto kommen, fährt ein blauer Nissan auf unserem Parkplatz.

Ein junges Pärchen steigt aus und geht leicht bekleidet, aber ohne jegliche Ausrüstung, einfach querfeldein über die Lava, aber nicht auf dem Trail.

Michi sieht in dessen blauem Auto etwas qualmen, wir gucken nach und sehen, dass ein Räucherstäbchen angezündet wurde! So etwas Verrücktes haben wir doch noch nie gesehen!
Wir wechseln unsere Schuhe und brausen Richtung Kalapana bzw. am Hwy. 130 entlang und sehen vor uns die Dampfwolke auftauchen.

Die Sonne lässt sich kaum blicken, es ist stark bewölkt, nur in Richtung Meer ist es blau.

Am Parkplatz der Viewing Area werden wir eingewiesen, welchen Parkplatz wir belegen dürfen und das Auto muss zur Gänze hinter der weißen Linie sein.
Meine Güte, ist das kompliziert Wir haben uns in der Nacht einfach immer irgendwohin gestellt

Wir gehen zum Erfrischungsstand von José und bestellen zwei doppelte Espressos José kann sich sofort daran erinnern, dass wir vor drei Wochen auch schon hier waren und damals nach Leigh fragten.
Während wir den Kaffee genießen, fragt uns José, wie wir die drei Wochen verbracht haben und wir erzählen es ihm. Ich werfe dann ein, dass wir morgen leider Big Island verlassen müssen und nach O’ahu fliegen. Ach, meint er, er fliegt morgen mit seiner Schwiegermutter ebenfalls nach O’ahu. Ich sage, wir fliegen um 9.04 Uhr und er erfreut, er auch!
Seine Schwiegermutter hat einen Arzttermin in Honolulu.

José bittet mich, uns nochmal in sein Gästebuch einzutragen, was ich gerne tue. Ist das vielleicht witzig! Heute steht auch schon ein Eintrag von Leigh Hilbert drinnen!

Wir fragen José, ob Leigh heute hier ist und just in diesem Augenblick sehe ich Leigh.

Wir plaudern jedoch noch ein wenig mit José und wechseln dann zu Leigh. Doch Fehlanzeige, jetzt ist von Leigh nichts mehr zu sehen.

Stattdessen ist eine junge Dame hier, sie verrät uns, dass Leigh sich gerade für einen kurzen Schlaf ins Auto gelegt hat.
Wir vereinbaren, dass wir zuerst zur Viewing Area gehen und dann wieder kommen.

Also stapfen wir los. Es tröpfelt ein wenig, hört aber bald wieder auf.

Kurz vor der Viewing Area geht Michi von der Straße ein Stück zur Seite und steigt zum Filmen auf einen kleinen Lavahügel. Schon kommt eine Lady von der Security und bittet Michi, von dem winzigen Hügel (ca. ¾ m hoch!!) herunter zu kommen, es sei zu gefährlich! Meine Güte, sie hat vielleicht eine Ahnung…

Am Ende der Straße, wo die Viewing Area ist, sehen wir, dass die Lava ca. zwei Meter näher an die Viewing Area heran gekommen ist.

Wir erkennen aber sonst nichts, außer Rauchschwaden Richtung Pali.

Der Ocean Entry beginnt gerade schön zu leuchten.

Es wird ziemlich rasch dunkel. Auf einmal kommt jener Herr mit den großen Brillen daher (diesem sind wir auch am Rückweg von der Lavatour begegnet). Er hält fast einen Vortrag, macht seine Sache doch recht gut und deutet immer mit seinen Leuchtstecken herum. Er ist so quirrlig, dass man ihn nicht wirklich gut fotografieren kann.

Michi möchte ihn fragen, woher er ist (Motto: Unschuld, wir wissen gaaaar nichts ), doch ein Inder nimmt den Brillenmenschen in Beschlag und hört nicht mehr zum Reden auf.

Lediglich die Dampfwolke am Meer ist rot beleuchtet, ansonsten ist von frischer Lava nichts zu sehen.

Leider fängt es sehr heftig zum Regnen an , daher gehen wir zurück. Der Regen wird stärker und stärker, elendig! Gut, dass wir unsere Flip Flops tragen

In Leigh’s Zelt finden wir erstmal Unterschlupf, passt außerdem sehr gut, denn er ist schon wieder aufgewacht

Leigh erinnert sich zuerst nicht an uns, wir haben ihn auch letztes Jahr nur ein Mal gesehen und dann hatte ich ein paar Mal Email-Kontakt mit ihm, wo er mir auch die Genehmigung gab, dass ich Bilder und Infos von seiner Website auf meine stellen dürfe.
Erst als ich erwähne, dass er Ron Boyle bitte fragen möge, ob ich dessen Fotos, die fallweise auf Leigh’s Website sind, für meine Website verwenden darf, geht Leigh ein Licht auf und sofort beginnt er zu strahlen

Wir plaudern lange Zeit mit ihm und ich kaufe die CD um $ 20, von der ich schon auf seiner Website las.

Auch beobachten wir, wie andere interessierte Touristen Fotos ansehen. An der Mimik konnte man nicht erkennen, ob und was sie sich denken.

Die Bilder sind wunderschön
Ein Tourist fragt, ob er ein Foto gleich mitnehmen kann, aber Leigh lehnt ab, erklärt auch warum und bietet an, ihm das Foto zu schicken.

Kurz nach 20.30 Uhr verabschieden wir uns von Leigh, schauen nochmal bei José vorbei und rufen „see you tomorrow at the airport“ und gehen zum Jeep.

Mittlerweile hat der Regen aufgehört. Auf der Rückfahrt nach Hilo ist ziemlich viel Verkehr, kein Wunder.

Um 21.20 Uhr sind wir in der Hotelgarage.

Im Zimmer packe ich die Koffer fertig, Michi kümmert sich in dieser Zeit um den technischen Krimskrams und schließlich richten wir noch alle Sachen für das Zimmermädchen zusammen: Toaster, Teller, Porzellanbecher, original verpackte Lebensmittel. Michi schreibt noch ordnungsgemäß auf einen Zettel, dass diese Sachen für das Zimmermädchen namens xxxx bestimmt sind, ansonsten muss sie nämlich alles abgeben. Nur auf Grund des Zettels ist es (angeblich) gesichert, dass sie die Dinge als ihr Eigentum betrachten darf. Hoffentlich geht das wirklich gut, denn wir haben es ihr schon zu Beginn unseres Aufenthaltes versprochen.

Um 1 Uhr nachts gehen wir ins Bett Zum letzten Mal für dieses Jahr schlafen wir in Hilo
Ich gebe zu: Ich bin sehr, sehr traurig