Freitag, 30. 7. 2010

Um 1.40 Uhr läutet der Wecker, aber ehe er zum zweiten Mal läutet, drehe ich ihn ab.

Da ich gestern Abend noch Toasts für das Frühstück hergerichtet habe, damit wir sie während der Fahrt nach Kalapana im Auto verspeisen können, brauche ich das jetzt nicht zu tun. Wir haben aber sogar jetzt Zeit für das Frühstück

Um 2.40 Uhr fahren wir los.

Kurz bevor wir die Painted Church erreichen, sehen wir am Horizont ein rotes Leuchten, das ist die Lava, die ins Meer fließt Es ist 3.20 Uhr.

Bei der Kirche angekommen sehen wir, dass bereits ein anderes Auto am Parkplatz steht. Ein grüner 2-door-Jeep mit Standlicht beleuchtet, wir parken uns ein, steigen aus und gehen zu dem Jeep hinüber.

Ich frage, ob die beiden im Auto sitzenden C. und K. sind, was sie sofort bejahen

K. und C. haben, als sie gestern Abend mit Chris telefonierten, nicht verstanden, um welche Uhrzeit der Treffpunkt ist und sind daher schon seit 3 Uhr am Parkplatz. Meine Mail und PN haben sie nicht gelesen, denn da wäre die Uhrzeit drinnen gestanden

K. ist ein professioneller Filmer, er hat auch eine entsprechende Ausrüstung, im Gegensatz zu uns aber eine Sony-Kamera.

Bald darauf parkt sich ein roter Pickup ein, zwei Locals steigen aus und gehen, ohne zu grüßen, zur Kirche hinüber.

Wir ziehen unsere Wanderschuhe an. Es nieselt im Moment nur wenig und es ist sehr stark bewölkt.

Chris kommt sehr pünktlich, freut sich sichtlich, dass er uns wieder sieht und begrüßt uns sehr herzlich

Bald ist der Papierkram erledigt und die zwei Locals stellt er uns als seine Freunde vor. Einer ist tatsächlich ein Local von hier, wohnt aber in Hilo, der andere ist von O’ahu, das ist der Bruder vom anderen.
Beide waren schon mal bei der Lava, aber in diesem Jahr noch nicht.

Schließlich fahren wir hinter Chris nach und er gibt uns Bescheid, wo wir das Auto abstellen sollen.

Genau dort, wo wir beim ersten Besuch am Parkplatz der Viewing Area stehen geblieben sind, deutet uns Chris, wir sollen uns hier einparken. Wir übersiedeln mit Rucksäcken und Kamerastativen auf die Ladefläche seines Pickups.

K. stellt fest „aha, wir haben ja das gleiche Stativ, ein Manfrotto mit Kugelkopf“. K. hat allerdings ein etwas neueres Modell mit Carbonfiberbeinen, während unseres noch Aluminiumrohre hat.

Chris fährt mit uns bis ganz ans Ende, dorthin, wo die Viewing Area ist und direkt einen Steinwurf von der abgesperrten Visitor“plattform“ parkt er sein Auto einfach so am Straßenrand ein. Er übergibt uns die Kopflampen und gibt Anweisungen, dass wir hinter ihm bleiben sollen. Er hat nun 230 Pfund und wenn die Lava ihn aushält, dann uns auch Wir ziehen los.

Von der Viewing Area aus sieht man linkerhand in Richtung Meer Büsche brennen und wie sich die Lava durch das Gebüsch frisst. Auf diese Stelle gehen wir zu und erreichen nach ca. zehn Minuten glühende Lava, die sich ganz langsam mit leisem Knistern vorschiebt.
Entsprechend warm ist es natürlich auch, was wir besonders im Gesicht bemerken.

Sobald die Oberfläche dunkelrot und schwarz durchzogen ist, ist sie so hart, dass wir mit dem Stock von Chris gar nicht mehr so leicht hinein stechen können. Man könnte aber auch nicht drauf steigen, weil es die Schuhsohlen nicht aushalten würden. Die Festigkeit wäre allerdings schon gegeben.

Wir spielen eine Zeitlang mit Filmen und Fotos und stochern mit den Stecken herum.

Der Freund aus Hilo hat sich mit dem Stock ein Stück flüssige Lava geangelt und versucht, es abzukühlen. Chris formt sich ein kleineres Stück und schüttet aus seiner Wasserflasche ein wenig Wasser zum Abkühlen darüber.
Er erzählt, dass früher die Leute mit der Lava und Eisenwerkzeugen diverse Gegenstände geformt und verkauft haben.

Jetzt ist das Material teigig-zähflüssig, fast honigartig. An einer anderen Stelle zeigt uns Chris, wenn frische Lava plötzlich aus einer Spalte von erkalteter Lava hervorquillt und über die alte Lava drüber fließt, dann bindet das nicht wirklich. Es klebt nicht zusammen, da die oberste Schicht von der Lava ganz feine Schollen bildet und die frische Lava, die darüber lauft, klebt nur an den Schollen an, aber wenn das erkaltet ist, kann man den frischen, aber erkalteten Lavastritzel mit der Hand weg heben. Chris führt es vor, Michi macht es nach und verletzt sich dabei so, dass es fast nicht mehr zum Bluten aufhört.

Langsam wird es heller und wir schalten unsere Stirnlampen aus.

Wir gehen hinter Chris Richtung Straße und dort über die Lava bergauf über den nächsten Hügel darüber. Der Boden unter uns ist sehr warm, wir riechen etwas Schwefel.

Chris sagt, wir sollen in die Lavaspalten gucken, denn ab und zu sieht man dort glühende Lava. Tatsächlich, so ist es auch.

Er gibt uns auch die Anweisung, jetzt nicht stehen zu bleiben, sondern zügig voran zu gehen. Das ist jene Stelle, an der vor zwei Wochen die Lava geflossen ist.

Chris erklärt, dass unterirdisch in mehreren Tubes die Lava noch weiter läuft und auch schlussendlich bis zum Meer hinunter. Die Lava biegt aber sozusagen linkerhand in Richtung der Häuser ab, entzündet dort Büsche und bedroht die Häuser. Die Leute wurden bereits aufgerufen, die Häuser zu räumen und alles mitzunehmen, was verwendbar erscheint, denn man nimmt an, dass in den nächsten wenigen Wochen die Lava die Häuser anzünden wird. Gary, ein Freund von ihm, hat sein Haus vor drei Tagen verloren. Das auf der Lava liegende Dach erinnert daran. Achja, das Dach sahen wir am Nachmittag des 27. Juli 2010, als wir zur Viewing Area gingen!

Dummerweise liegt ein Stück abgebrochener Zaun am Boden, gut, dass uns Chris darauf aufmerksam gemacht hat, denn wir wären wahrscheinlich darüber gestolpert.

Die heiße Stelle ist überwunden und wir stoßen auf alte Lava, gehen etwas bergab und sind auf der Kreuzung, wo wir letztes Jahr mit Chris ein Stück mit dem Auto hinunter gefahren sind und geparkt haben. Das war die Straße, die zum Fishing Spot geführt hat. Im März 2010 ging hier die Lava drüber. Es existieren derzeit noch ein paar Barrieren und Mülltonnen, die mitten in der Lava stecken.

Wir gehen wieder ein Stück landeinwärts und immer weiter und weiter.

Chris sagt, jetzt wird es noch einmal warm, wiederum nicht stehen bleiben, da wir die nächsten fünf bis zehn Minuten den Hot Spot überqueren werden, dann sind wir auf der alten Viewing Area von 2009. So ist es dann auch.

Nach einem kurzen Hike über heiße und übel riechende Teile sehen wir die alte Viewing Area. Der Fußweg Richtung Meer ist noch mit Leuchtstreifen markiert. An anderer Stelle ist alles verbrannt und von der Lava überlaufen.

Nach dem mit Leuchtstreifen markierten Teil vom alten Pfad sehen wir, dass plötzlich die Leuchtstreifen verschwunden sind.

Chris erklärt, dass wir uns dann am Wasser eng an den Klippen halten sollen, denn das, was neu dazu gekommen ist, ist nicht stabil, es ist ein Riss in ca. 2-3 m Entfernung. Er vermutet, dass der Teil früher oder später ins Meer fallen wird, daher sollen wir uns in unmittelbarer Nähe vom alten Teil aufhalten, schnell gehen und nicht stehen bleiben.

Im Gebüsch, das noch erhalten ist (das ist der 400 Jahre alte Teil), haben sich früher die Ranger ein Shelter mit Planen und ein paar Eisenstangen gebaut. In diesem Shelter war eine Art Rot-Kreuz-Station, die für Leute, die zusammen geklappt sind, gedacht war.
Das ist alles längst verlassen und als solches fast nicht mehr erkennbar.

Wir gehen nun an der Klippe am Meer entlang. Das Meer rechterhand ist sehr unruhig und hat einen hohen Wellengang.

Wir laufen ein Stück höher und sehen, wie die Lava in größerer Entfernung ins Meer fließt.

Plötzlich sehen wir linkerhand jemanden im Gebüsch zusammen gekauert sitzen, mit einem Regenschirm in der Hand. Chris kennt diesen Mann, er sei verrückt, dort zu sitzen, es sei sehr gefährlich und es kann ihn die Brandung holen und während Chris dies schildert, schießt eine Welle auf den Mann zu und spritzt ihn von oben bis unten an.

Nach einiger Zeit müssen wir unsere Kameras schützen. Genau in diesem Moment beginnt in unmittelbarer Nähe von dem am Boden sitzenden Mann ein Busch zu brennen und innerhalb von einer halben Minute brennt es lichterloh, aber genauso schnell war das Ganze wieder vorbei. Bis wir unsere Kameras bereit haben, ist nichts mehr davon zu sehen (Dieses Foto hat Chris geschossen).

Zusätzlich beginnt es genau in diesem Moment auch zu tröpfeln und so stark, dass es heißt, Regenschutz überziehen, was wir auch tun. Kurz darauf hört der Regen schon wieder auf.

Wir ziehen unsere Regencaps aus und Michi sagt zu Chris, an dieser Stelle mache es keinen Sinn. Filmen und fotografieren kann man wegen der Brandung nicht, wir möchten lieber noch mal zur Lava zurück gehen.

Der Mann mit dem Regenschirm kommt auf uns zu, Chris begrüßt ihn, es ist ein Japaner, der pudelnass, aber guten Mutes ist. Er plaudert ein wenig mit Chris, aber nicht lange und geht wieder zu jener Stelle zurück, von der er gekommen ist.

Wir verlassen kopfschüttelnd unseren Standort und gehen hinter Chris weiter. Ganz nahe wieder an der Wand entlang, zurück auf die alte Viewing Area.

Chris erklärt, dass hier alles Bauland ist, aber wenn man jetzt auf so einer Parzelle etwas bauen möchte, bekommt man keine staatliche Unterstützung, keine Versicherung und weil man keine Versicherung bekommt, bekommt man auch von keiner Bank einen Kredit finanziert und müsste völlig auf eigenes Geld zurückgreifen.

Etwas weiter oberhalb der alten Viewing Area bleiben wir ein wenig stehen, Chris zeigt uns den Southwest Thrift und wir versuchen, Jack’s Haus zu identifizieren, aber erfolglos.

Es ist bereits hell und am Waldrand zu Jack’s Haus qualmt es ganz schön. Es sieht bedrohlich aus. Jack’s Kipuka ist aber immer noch unversehrt.

Wir fotografieren ein paar alte Schilder wie „no parking“, die aus der Lava heraus gucken. 2009 sahen wir sie noch im Normalzustand.

Wir gehen über den ersten heißen Teil, dann ein Stück Asphalt mit der Kreuzung. Dort nehmen wir einen Anlauf für das letzte Stück über den Lavafluss, der vor zwei Wochen hier herunter gegangen ist.

Dann kommen wir zu jener Stelle, wo wir schon ganz zu Beginn fotografiert haben und erleben noch ein paar sehr gute Momente, wo Lavablasen plötzlich aufgehen und erkalten, an anderer Stelle hebt sich die Oberfläche, es quillt wieder Lava heraus. Das geht ganz langsam und eigentlich unspektakulär, aber auch unaufhaltsam, denn wenn man es an einer Stelle abkühlen würde und dort aufhalten, bildet sich eine feste Haut, der Druck im Inneren steigt aber und irgendwo anders kommt die Blase wieder heraus.

Dort, wo der geringste Widerstand ist, wächst die Blase und die Lava tritt zu Tage.

Schon bald darauf sehen wir hinter uns auf dem Parkplatz, auf dem Chris sein Auto abgestellt hat, ein paar Leute, zum Teil Besucher, einer mit einer Warnweste.

Dieser ruft Chris irgendetwas zu, was wir aber nicht verstehen. Chris drängt zum Aufbruch, wir schnappen unsere Sachen und ziehen von dannen.

Der Herr mit der Warnweste ist nicht sehr freundlich gestimmt. Hauptsächlich aber deshalb, weil Chris mit dem Auto dort parkt, wo eigentlich die Besucherplattform wäre bzw. kein Autoparkplatz mehr vorgesehen ist.

Wir steigen wieder auf die Ladefläche des Pickups von Chris. Der Herr mit der Warnweste steigt in sein Auto und in diesem Moment kommt von hinten ein Polizeiauto mit Blaulicht, die Seitenscheiben sind geöffnet, aber er kümmert sich überhaupt nicht um uns. Er unterhält sich kurz mit dem Herrn mit der Warnweste, fährt dann im Rückwärtsgang wieder hinaus und bleibt in Sichtweite stehen. Dann fährt der Herr mit der Warnweste wieder zurück und sagt Chris noch mal, dass er hier nicht mit dem Auto stehen bleiben darf.

Chris rechtfertigt sich und brummt ihn an, er sei Einheimischer, weiter drinnen auf der Lava wohnte schon seine Ur-Urgroßmutter und seine Familie hat dort 70 acre Land.
Schließlich sagt Chris zu dem Herrn mit der Warnweste, das ist mein Gebiet und wo kommst du überhaupt her und wie heißt du überhaupt? Damit war das Gespräch sehr rasch beendet, die beiden schütteln sich die Hände, so auf die Art „das nächste Mal, wenn du mich siehst, weißt du, wer ich bin“.

Chris fährt zurück, am Polizeiauto vorbei, wir grüßen den Polizisten sehr freundlich, dieser winkt schüchtern zurück, es ist eine etwas seltsame Situation, denn außer Chris weiß keiner, wie er sich verhalten soll.

Chris erzählt, dass jetzt der Besucherandrang gewaltig ist, mit ca. 400 Besuchern pro Stunde, zur Spitzenzeit tagsüber. Wie der Ausbruch im März 2010 war, waren 10.000 bis 20.000 Leute pro Tag (!!), wurde geschätzt. Damals standen die Leute vom Highway bis zur Viewing Area in 4-er Reihen geschlichtet, haben bei der Viewing Area umdreht und sind zurück marschiert. Also eine richtige Ameisenkolonne von Besuchern. Die Autos dazu sind uns allerdings unerklärlich, aber Chris erzählt, dass die Leute großteils mit Bussen gekommen sind, weil man mit dem Auto gar nicht mehr so weit fahren konnte. Alle wollten die Lava sehen.

Schließlich sind wir bei unserem Auto. Auf der Rückfahrt unterhält sich Michi mit dem in Hilo Wohnenden. Michi sagt, es sei doch Wahnsinn, Häuser in dieses extrem gefährdete Gebiet zu bauen, aber der Hilo-Mann sagt, was sollen die Leute tun? Sie haben nur dieses Land, mehr haben sie nicht. Das Geld haben sie vielleicht gerade für das Haus, aber nicht für die Kosten für ein neues Grundstück. Er würde eher ein Provisorium hinstellen, aber auf der anderen Seite – wer will schon vier oder sechs Jahre in dem Provisorium wohnen und vor allen Dingen, wann sagt man, jetzt baue ich das Haus wirklich, weil die Gefahr vorbei ist? Wann ist denn die Gefahr vorbei?

Chris holt den Kühlbehälter vom Pickup herunter, verteilt Wasser und Juice, wir reden noch ein wenig und innerhalb von ein oder zwei Minuten beginnt es wie aus Fässern zu schütten.

Chris sagt zu uns, wir sollen ihn anrufen, denn da wir ohnehin länger hier sind, könnten wir noch mal mit ihm gehen, z. B. ist er am Montag Früh wieder unterwegs, er ladet uns ein, das kostet uns nichts.

Uihhhh!!! Das wäre ja klasse!

Der Regen wird noch stärker, wir verabschieden uns rasch und flüchten ins Auto.

Beim Hinausfahren sehen wir die neu errichteten Häuser, die sogenannten Rebuilt Houses.

Kurz nach dem Wegfahren bleiben wir rechterhand des Highways bei einem Lookout noch mal stehen und ziehen unsere Schuhe um. Hier regnet es nämlich nicht. K. und C. fahren vorbei und winken noch mal aus dem Auto.

Chris und den roten Pickup der beiden anderen sehen wir nicht mehr. Wahrscheinlich plaudern sie noch mit jemandem.

Wir nehmen Kurs Richtung Pahoa und parken uns beim Black Rock Café ein. Dort genehmigen wir uns scrambled eggs, ham, rice bzw. hash brown, Kaffee dazu, es schmeckt hervorragend!

Es regnet wieder ein wenig und wir fahren Richtung Hwy. Da wir vermuten, dass es im Volcanoes NP besseres Wetter hat, fahren wir dorthin.

Den letzten Teil dieser Fahrt nimmt mir Michi ab, denn ich bin hundemüde.

Im NP angekommen, fahren wir die Chain of Craters Rd. hinunter. Beim Parkplatz zum Keauhou Trailhead bleiben wir stehen. Es sind dicke Wolken über unseren Köpfen, nur ab und zu blauer Himmel, es nieselt fallweise auch ein wenig, aber – was äußerst unangenehm ist – es geht ein enormer Wind, der das ganze Auto durchschüttelt. Wir können uns draußen kaum senkrecht halten und beschließen, wieder umzudrehen.

Wir biegen in die Hilina Pali Rd. ein und fahren so lange entlang, bis die Straße plötzlich gesperrt ist. Kurz zuvor ist rechterhand ein geschotterter Parkplatz, wo wir den Jeep abstellen. Es ist 12.30 Uhr.

Wir beobachten etliche Autos, die gebraust gekommen und heftig abbremsen müssen, denn es gibt keine Vorwarnung, dass die Straße gesperrt ist und die Sperre ist ziemlich unauffällig, also keine leuchtenden Farben oder so.

Die Sperre ist übrigens wegen der Feuergefahr und zwar kurz nach dem Mauna Iki Trailhead.

Wir verspeisen am Campground je einen Apfel. Es kommt ein weiteres Auto, aus dem ein junges Pärchen aussteigt. Der Mann hat einen Plastiksack in der Hand, den ihm allerdings der Wind entreißt. Er unternimmt nichts, um den Plastiksack zu fangen, seither fliegt er im NP herum

Bei diesem Sturm wollen wir nicht wandern, es bläst uns – kaum sind wir draußen – ständig Sand in die Augen. Der Beschluss ist schnell gefasst: Wir fahren nach Hilo.

Auf der Fahrt bin ich sehr müde, ich schaffe es aber bis zum Borders, wo uns Michi beim Seattle’s Best Coffee eine Stärkung holt

Der Kaffee reißt mir die Augen auf und um 14 Uhr sind wir am Hotelparkplatz.

Wir räumen unsere Sachen aus und werfen uns kurz auf das Bett, aber nur zum Überlegen, was wir jetzt anstellen könnten.

Einerseits reizt uns der Pool, andererseits sind wir groggy. Das frühe Aufstehen und die Lava-Eindrücke waren aber wunderschön und wir möchten sie keinesfalls missen.

Michi meint, ein wenig ausruhen und dann einkaufen fahren und ich bin – wie des öfteren – der genau gegenteiligen Meinung Erst das Unangehme, sprich einkaufen, hinter sich bringen und dann den Abend in Ruhe genießen.

Ich werfe zwischendurch den Laptop an, um die Fotos zu überspielen und sehe, dass Chris eine Mail geschrieben hat! Er hat sich getäuscht, er geht in der Nacht von Samstag auf Sonntag. Sehr schön!

Wider Erwarten ist Michi schnell von meinem umgedrehten Plan überzeugt und wir machen uns auf den Weg zum Sack’N Save. Dank meiner Einkaufsliste sind wir rasch durch.

Zurück im Hotel warten wir auf den Lift. Kurz darauf gesellt sich ein ziemlich wohlgenährter Hawaiianer zu uns, der ebenfalls hochfahren möchte. Wir kommen ins Gespräch und er stellt sich uns als Bruddah Sid vor. Schade, dass unser Stockwerk schon erreicht ist und Bruddah Sid noch höher hinauf muss. Er kennt aber nichts und steigt mit uns aus, um noch weiter plaudern zu können
So erfahren wir, dass er eigentlich das Hilo Hawaiian Hotel kaufen wollte, die anderen aber eine Million Dollar mehr boten.

Er hat sich letztes Jahr in unmittelbarer Nähes des derzeitigen Parkplatzes der Viewing Area eine Villa bauen lassen, das muss ein ziemlich prächtiges Gebäude sein. Bruddah Sid schildert genau, wo das ist, nämlich gegenüber den Toilettencontainern ist ein großes Tor und dort dahinter – allerdings weit dahinter – steht sein Haus, das aber vom Parkplatz aus nicht zu sehen ist.
Bruddah Sid betont, dass das Gebiet, auf dem er gebaut hat bzw. bauen ließ, auf der sicheren Seite der Lava ist. Wir wünsches es ihm!!
Er gibt uns seine Visitenkarte und lädt uns ein, ihn doch mal zu besuchen, dann können wir abends von seiner Veranda aus sehen, wie die Lava ins Meer fließt.

Mit einem freundlichen Handschlag verabschieden wir uns. Er muss jetzt zu einer Geschäftsbesprechung.

Plötzlich fällt Michi und mir ein, dass wir am 27. Juli eine Gruppe von vier Leuten mit dem Tor hantieren sahen, die dann auch hinein gingen. Genau dieses Tor ist jenes, das zu seinem Haus führt.

Im Zimmer räumen wir die wenigen Sachen weg und anschließend bereite ich unser Abendessen zu, das wir in der gerade untergehenden Sonne verspeisen. Es ist wunderschön und angenehm warm.

Ich lade noch ein paar Fotos auf meine Website hoch, was aber länger dauert. Das lahme Internet lässt grüßen.

Mittlerweile ist es erst 21.30 Uhr, es überspielt sich der letzte Film und wir werden heute außergewöhnlich früh ins Bett gehen.

Michi ruft Chris an und bestätigt, dass wir am Sonntag zur gewohnten Zeit bei der Painted Church sein werden. Bleibt die Hoffnung, dass das Wetter halbwegs brauchbar ist, das wäre sehr angenehm.

Um 23 Uhr gehen wir ins Bett, doch etwas später, als gedacht