Mittwoch, 14. 7. 2010

Um 7.30 Uhr läutet der Wecker. Ich richte unser Frühstück, wecke Michi und dann frühstücken wir gemeinsam am Balkon

Wettermäßig sieht es ganz gut aus, wir trödeln aber ein wenig, ist ja schließlich Urlaub

Die Wolken nehmen zu und wir sind wieder einmal beim Plan Ändern, denn eigentlich wollten wir in den Koke’e State Park fahren bzw., wenn das nicht möglich ist, dann ev. eine der wochentags mit einem Gate gesperrten 4WD-Piste laufen, die in Richtung Na Pali Coast gehen, ähnlich wie vor kurzem die Polihale Ridge Road.

Es ist aber hier in Kapa’a dermaßen schön – richtiges Urlaubswetter – sodass wir uns doch verleiten lassen, Richtung Waimea Canyon zu fahren. Vielleicht verschiebt sich der Regen nach hinten.

Auf der Waimea Canyon Rd. (550) ist es über unseren Köpfen bereits stark bewölkt.

Ni’ihau und Lehua sind sehr klar zu sehen. Linkerhand (südlich) von Ni’ihau sieht man sogar die kleine unbewohnte Insel Ka’ula.

Achtung Das, wovon ich nachfolgend hier schreibe, ist NICHT der Pu’u Ka Pele Lookout Dieser befindet sich kurz nach dem MM 12. Wir lassen uns kurz nach dem MM 11 linkerhand am Parkplatz der Papa’alau Rd. nieder. Rechts vom Auto, am linken Bild nur als größerer, weißer Punkt zu erkennen, ist die Trout Checking Station.

Schräg rechts vor uns – auf der anderen Straßenseite – sehen wir ein schmales Asphaltband nach links oben gehen, das zu einem Gebäude führt.

Von dort geht es dann über Stufen zum Pu’u Ka Pele, auch „Pele’s Hill“ genannt, ein erstaunlicher Viewpoint von mythologischer Bedeutung. Die Feuergöttin Pele hat hier Kaua’i verlassen, um auf O’ahu ihr Werk fortzusetzen. Es gibt angeblich sogar einen Fußabdruck, den sie beim Absprung hinterlassen haben soll.

Es ist zwar sehr stark bewölkt, aber der Weg zum Lookout ist nicht sehr weit. Legen wir also unsere Wanderschuhe an

Los geht’s! Die ca. 2,5 m breite asphaltierte Straße ist mit einer Kette abgesperrt, die wir umgehen.

Wir gehen ca. 30 bis 40 m hoch und stehen vor einem weißen Gebäude mit der Aufschrift „private property, no trespassing“ „Hawaiian Telecom“, das betrifft aber nur das Gebäude, nicht die Umgebung

Tagsüber ist Pu’u Ka Pele für die Öffentlichkeit frei zugängig

Hier stehen wir auf 3.457 feet und der Summit befindet sich lt. Schild auf 3.657 feet.

Linkerhand des Hauses gehen wir über normalen Waldboden, der mit Millionen von Koa-Blättern übersät ist. Holzbohlen sind im Boden eingelegt und mit Eisen verankert. Sie sind aber teilweise wegen der vielen Koa-Blätter nicht zu sehen und es ist Vorsicht geboten.

Das Seil, das angebracht wurde, erweist sich als sehr nützlich. Ohne ihm wäre der Aufstieg um einiges schwerer.

Nicht in die Irre führen lassen! Am Foto sieht der Weg harmlos und fast eben aus, in Wirklichkeit geht es ganz schön steil hoch.

Schließlich ist es geschafft und der eingezäunte Telefonmast steht vor uns.

Kurz darauf haben wir fantastische Blicke in den Waimea Canyon, wenngleich das Wetter nicht gerade berauschend ist.

Von schräg links hinten kommt ein Heli von Interisland Helicopters daher Michi erkennt Luca, den dritten Piloten der Company

Wir gehen das kurze Stück zu einem betonierten Plateau, das ca. 1,5 m x 1,5 m misst. In der Mitte, typisch für Hawai’i, ist ein Betonsockel mit einem Stecken darin, sozusagen als Gipfelkreuz.

Rechts unterhalb ist der Sulphur Cone an der blass-gelben Farbe zu erkennen (am Bild unten rechts besser zu sehen als am linken Bild).
Wären wir vor wenigen Minuten schon hier gestanden, hätte uns Luca die Hand geben können, er flog nämlich sehr niedrig

Hier soll irgendwo Pele's Fußabdruck sein, aber entdecken können wir ihn nicht.

Wir können uns von dieser grandiosen Landschaft nicht losreißen. Ab und zu kommt die Sonne durch, die den Canyon an unterschiedlichen Stellen beleuchtet.

Ehe wir uns an den Abstieg machen, verstauen wir Fotoapparat und Camcorder in die Rucksäcke, damit wir die Hände frei haben.

Der Weg bergab ist anstrengend und rutschig, aber halbwegs gut machbar.

Im Auto überlegen wir, was wir nun tun. Mir ist das Wetter immer noch unheimlich und wir werden uns nicht einig. Ab und zu tröpfelt es ein wenig, kurz darauf kommt die Sonne heraus.

Kurz entschlossen ziehen wir los und zwar Richtung Kahelu Ridge, aber vorerst zumindest nicht zu Fuß, sondern mit dem Auto.

Nach einer geschätzten Meile kommen wir zu einem geöffneten Gate. Rechterhand sehen wir das Schild „Entering Hawai’i Forest Reserve. Enjoy it, care for it“, DLNR Division of Forestry and Wildlife”.

Maximal ½ Meile nach dem ersten Gate erscheint ein zweites und anschließend ist sofort eine Rechtskurve im 90°-Winkel.

Unmittelbar nach der Rechtskurve ist – wiederum rechterhand – ein hochkant aufgestelltes Schild zu sehen (aber nur, wenn man genau hinsieht, es steht nämlich auf einer kleinen Böschung und sticht einem nicht sofort ins Auge), darauf steht „Start Contour Road“.

Würden wir die Contour Road fahren, kämen wir nach nicht allzu langer Zeit zur Lapa Picknick Area, doch das steht jetzt nicht am Plan.

Wir fahren durch das gelbe geöffnete Gate und sofort stehen wir wieder bei einer Kreuzung: Links ist es mit Kahelu Ridge Road angeschrieben. Rechts steht ein Geräteschuppen mit einem Traktor heraußen. Wir fahren linkerhand.

Die Kahelu Ridge Road ist nur für ein Auto befahrbar, kommt ein anderes Auto entgegen, muss man ausweichen, was Dank der diversen breiteren Stellen möglich ist.

Teilweise ist die Piste etwas mit Gras bewachsen, immer wieder lugen Lavasteine aus der roten Erde hervor.

Beidseits ist Wald und nach dem Passieren einer größeren Auswaschung geht es schräg linkerhand hinauf.

Wettermäßig ist es sehr stark bewölkt. Nach kurzer Zeit ist die Anhöhe überwunden, es geht kurz bergab, dem folgt eine Rechtskurve.

Was kommt jetzt? Wie, nicht zu erraten? Doch-doch Es beginnt zu regnen und wir drehen um. Jeder, der diese Pisten kennt, weiß, dass es bei dieser Wetterlage die beste Entscheidung ist.

Zwischendurch legen wir eine kleine Pause ein und picknicken, ein paar Helis brettern in der Zwischenzeit vorbei und wir beschließen, nach Lihue zu fahren, um ein wenig zu shoppen.

Auf dem Weg dorthin ist aber ein Stopp bei der Kaua’i Coffee Company unerlässlich Dass es auch hier regnet, erwähne ich nur mehr am Rande.

In der Kaua’i Coffee Company sind heute sehr viele Leute. Wahrscheinlich liegt es am schlechten Wetter, sodass sich etliche Leute für einen Besuch hier, als woanders entscheiden.

Wir genießen unsere Espresso , Michi noch ein Eis und schmieden einen neuen Plan für die restlichen Stunden des heutigen Tages. Dieser heißt: Maha’ulepu Trail.
Ja, so ist das mit dem Urlaub des ständigen Umdisponierens!

Also fahren wir weiter und biegen rechterhand, also südwärts, in die Koloa Rd. (= 530) ein und fahren Richtung Poipu.

Nach nicht sehr langer Zeit biegen wir rechts in die Poipu Rd. ein und beim großen Kreisverkehr, auf den wir stoßen, nehmen wir die linke Ausfahrt.

Das Poipu Shopping Center lassen wir links liegen und fahren geradeaus weiter.
Auch das Poipu Kai Resort lassen wir rechterhand liegen und fahren geradeaus weiter.
Bayview at Poipu Kai ebenfalls und schon geht es vorbei am Grand Hyatt Kaua’i.

Kurz nach dem Hyatt hört der Asphalt auf und geht in eine Piste über, die mit zahlreichen Schlaglöchern versehen ist.

Schließlich kommen wir zu einem grün gestrichenen Gate. Schilder besagen, dass alles Mögliche nach 6 pm verboten ist, Autos abgeschleppt werden usw. Das Gate wird um 6 pm geschlossen

Nach einem weiteren Stück der holprigen Piste gelangen wir zu einer Kreuzung, links ist „no trespassing“, geradeaus ist „private property“, demnach fahren wir rechts, es ist sowieso die einzige Möglichkeit.

Kurz darauf sind wir wieder bei einem Gate und lesen dieselben Schilder wie zuvor.

Bei einem Parkplatz fahren wir linkerhand und zwar so lange, bis wir am Maha’ulepu Beach sind. Alle möglichen Leute sind hier, aber alle zum Baden. Wanderer sehen wir nicht. Das Auto wird abgestellt, jetzt vertreten wir uns ein wenig die Füße.

Wir laufen parallel zum Meer entlang und bei einer vermeintlichen Weggabelung gehen wir aber nicht hoch hinauf, sondern eher rechts, wiederum am Meer entlang. Beschriftung in irgendeiner Form gibt es keine.

Ein Blick zum Maha'ulepu Beach.

Schon bald sehen wir einen Trampelpfad.

Der Pazifik hat eine dermaßen intensive blaue Farbe, dass es nahezu unglaublich ist.

Dieser Felsen sollte besser nicht als Sprungschanze missbraucht werden.

Beim Blowhole legen wir eine kleine Pause ein, um zu filmen und zu fotografieren.
Es ist jedoch nicht so Geysir-artig wie das Spouting Horn bei Poipu, aber fauchen kann es auch ganz schön.

Und weiter geht's am Meer entlang, es ist traumhaft schön!

An dieser Stelle legen wir eine kurze Pause ein und gehen retour.

Es ist 17.25 Uhr und wir haben definitiv zu wenig Zeit und dass die Gates um 6 pm sperren, sitzt uns im Nacken.

Dieses Gebiet ist so wunderschön, dass wir morgen noch mal hierher fahren werden, aber früher.

Wieder am Maha’ulepu Beach angekommen, sehen wir einen Herrn, der gerade seine Siebensachen zusammen packt. Michi fragt ihn, ob es tatsächlich stimmt, dass um 6 pm gesperrt wird. Die Antwort ist „absolutly“. Man darf hier allerdings übernachten, aber das haben wir nicht vor.

Kaum sperre ich das Auto auf, kommt schon der Herr von der Security daher. Na super!

Für die Rückfahrt zum Asphalt benötige ich 12 Minuten, aber ich muss sagen, dass ich ziemlich rasch fahre.
Die angegebenen 12 Fahrminuten sind mit einem herkömmlichen Mietauto meines Erachtens nicht machbar.

So sieht großteils die Piste vom Maha'ulepu Beach bis zum Asphalt aus

Wir biegen rechterhand in die Alakinoki Rd.ein, um Richtung Lihue zu fahren. In Kapa’a statten wir dem Foodland einen Kurzbesuch ab und dann geht es zum Hotel.

Ich befördere die Doggy Bags von gestern in die Mikrowelle. Nur wenige Minuten später genießen wir am Balkon unser köstliches Abendessen

Im Poolbereich sind zahlreiche Leute, die meisten davon allerdings an der Poolbar.

Ich überspiele die Fotos vom heutigen Tag, Michi die Filme, anschließend lesen wir ein wenig, sehen auch etwas fern und der betrübliche Wetterbericht für die nächsten Tage entgeht uns auch nicht. Es soll dauerhaft regnen. Dummerweise hält sich das Wetter an die Vorhersage

Vorhin haben wir für meinen Voice Recorder neue Batterien gekauft, denn die Anzeige am Voice Recorder zeigt bereits „low“ an.

Unsere Blicke gehen immer wieder in Richtung der wild plums und wir verspeisen die Hälfte davon. Köstlich! Die Kerne hebe ich auf, trockne sie und nehme sie mit nach Hause.

Relativ spät, gegen 23.45 Uhr, verschwinden wir ins Bett

Sleep well!