Donnerstag, 1. 7. 2010

Um 7 Uhr bimmelt das Handy, wir lassen es ein zweites Mal läuten und stehen erst dann gemächlich auf. Es ist Urlaub

Nach der Morgentoilette wage ich einen Blick aus dem Fenster und bekomme einen Schrecken: Es ist über ganz Honolulu stark bewölkt, nicht ein Fleckchen blauer Himmel ist zu entdecken

Egal, jetzt ist Frühstück angesagt, wie immer bei Perry’s Smorgy, wo heute ziemlich wenige Leute sind.
Während wir uns das Frühstück schmecken lassen, gibt es teilweise heftige Regenschauer. Von den Ko’olau Mountains kommt es dunkelschwarz. D. h., heute macht es keinen Sinn, in diese Richtung zu fahren.

Wieder zurück im Hotel stehe ich am Balkon und bin mir nicht im Klaren, welche Himmelsrichtung wir heute einschlagen sollen, es ist überall fast schwarzer Himmel. Vielleicht doch wieder die Westküste hoch

Endlich, um 9.30 Uhr, sind wir soweit, die Sachen fertig gepackt und wir ziehen von dannen.

In der Lobby angekommen fällt mir ein, dass wir – wenn wir in die Wai’anae Mountains und weiter die Satellite Tracking Station Access Rd. fahren, Foto-IDs benötigen. Also gut, dann noch mal zum Zimmer hoch und die Reisepässe geschnappt.

In der Parkgarage ist unmittelbar neben der Fahrertür eine große Wasserlacke. Ich bin nicht aus Zucker und trete mit den Flip Flops hinein.
Wie riecht das denn Es ist ja gar keine Wasserlacke, das ist Urin Igitt
Mit Feuchtigkeitstüchern versuche ich, zu retten, was zu retten ist, es geht ganz gut.

Kurz nach 10 Uhr fahren wir Richtung Westküste, um zu sehen, wie dort das Wetter ist.

Um 11 Uhr biegen wir rechterhand in die Makaha Valley Road ein und fahren diese ca. 2,25 Meilen entlang. Schließlich stehen wir vor einer Y-Gabelung und fahren links, genau dort, wo „dead end“ steht.

Zwanzig Minuten später sind wir an der Parking Area des Wai’anae Kai. Wettermäßig sieht es nicht so übel aus, abgesehen davon, dass es tröpfelt… Warten wir mal ab, wie es sich weiter entwickelt.

In unmittelbarer Nähe stehen zahlreiche ausgeschrottete Autos und auch sonst liegt genug Gerümpel herum. Es fällt uns aber auf, dass das in der Makaha Valley Rd. offenbar sehr beliebt ist. Vorhin haben wir drei alte Boote gesehen, etliche Autowracks, nicht sehr einladend.

Wir stehen beim Jeep und beobachten, wie durch das Gate zahlreiche Autos ein- und ausfahren. Der Regen verstärkt sich, was soll das?
Die Schwüle ist auch nicht übel, obwohl es nur 32,7° C laut meiner Wetteruhr hat.

Fünf Minuten später steht unser Entschluss fest: Regen hin, Regen her, wir gehen jetzt mal auf dieser betonierten Straße hoch, dann sehen wir weiter.

Kurz darauf steht linkerhand ein Wassertank, ich muss pausieren, weil ich kaum noch Luft bekomme. Selbige ist zum Schneiden.

Wir gehen ein Stück weiter und sehen rechterhand ein eingezäuntes Areal. Hier werden heimische Pflanzen gezüchtet.

Beidseits des Weges wachsen sehr viele Bäume mit braunen Schoten. Die Blätter sind sehr fein gefiedert. Diese kleinwüchsigen Bäume heißen Koa haole, die im frühen 19. Jahrhundert vom US-Festland nach Hawai’i gebracht wurden.

Da diese Bäume sehr tiefreichende Wurzeln haben, ist es sehr schwierig, solch einen Baum bzw. deren Ableger wieder loszuwerden, wenn man möchte, daher werden diese Bäume schon längst als „lästiges Unkraut“ angesehen.
In Hawai’i wurde Koa haole lange Zeit als Rinderfuttermittel verwendet, aber auch als Feuerholz. Die Samen der braunen Schoten werden gerne für Leis verwendet, die berühmten Blumenkränze.

Seit einiger Zeit scheint die Sonne nicht nur auf uns, sondern auch auf den Asphalt unter unseren Füßen, es wird also noch heißer. Was soll’s, solange wir nicht gegart werden, ist alles in Ordnung

Wir kommen zu einer Trinkwasseraufbereitungsanlage.

Soeben fährt ein Pickup weg und wir gehen zwischen den beiden Zäunen hindurch weiter. Es wird fleißig gearbeitet, aber auch gerne eine Pause eingelegt Diese nützt der Arbeiter, um in Erfahrung zu bringen, ob es unser erster Hawai’i-Urlaub ist, woher wir kommen, wohin wir gehen und und schließlich fragen wir ihn, ob es weiter oben einen Picknicktisch gibt, aber das weiß er nicht, hier ist seine letzte Station, weiter oben war er noch nie.

Wir gehen den Hügel nur wenige Meter bergauf, links ist eine ebene Fläche mit einem Baumstamm und wir legen eine Trinkpause ein.

Ich muss auch meine Zehen neu verpflastern, ich habe etliche dicke Blasen, die teilweise schon aufgeplatzt sind und sie schmerzen beim Gehen ziemlich stark.

Ein Stück gehen wir noch weiter und sehen Samen, die ich nicht kenne, auch die dazu gehörigen Bäume nicht.

Hier drehen wir um und sind eine Stunde später wieder beim Auto.

Linkerhand unseres Jeeps sehen wir – hinter Büschen versteckt – wie Autos ausgeschlachtet werden. Hier ist Wasserschutzgebiet, ein Schild verrät, dass Betreten verboten ist
Gerümpel liegt herum, es ist einfach nicht zu fassen. Dass geöffnete Ölkanister herumliegen, erwähne ich nur am Rande…

Wir fahren Richtung Wai’anae und parken uns bei einem recht schön angelegten Park ein. Hier gibt es Tische und Bänke im Schatten, bestens für unser Picknick geeignet.

Doch schon bald vertreibt uns der Regen und wir fahren zum Hotel, um die Rucksäcke zu retournieren.

Allerdings bekomme ich auf der Fahrt eine heftige Gähnattacke nach der anderen, Michi ebenfalls und daher parken wir uns vor dem Kapolei Shopping Center, unmittelbar in der Nähe vom Starbucks, ein Wenn uns dieser jetzt nicht helfen kann, ist uns nicht mehr zu helfen

Anschließend geht es, schön durch die rush hour gestaut, nach Honolulu und dort in die Parkgarage. Eigentlich wollten wir nur unsere Rucksäcke abliefern, um dann zum Ala Moana Shopping Center zu fahren oder auch zum Aloha Tower Market Place, aber wir disponieren um und verwerfen den Plan.

Unser neuer Plan sieht ein wenig durch Waikiki bummeln vor.

Zuerst essen wir etwas, aber dann haben wir doch keine Lust und machen es uns gemütlich. Gemütlich machen heißt für Michi, ein Buch lesen und für mich: Bügelladen her, Bügeleisen her, jetzt wird gebügelt Das Bügeln der Hemden dauert ziemlich lange, weil das Bügeleisen trotz höchster Stufe nicht so heiß wird, wie ich es mir wünsche.
So, jetzt auch für mich auf gemütlich und ich lese ein wenig im Staradvertiser, den wir auch heute morgen vor die Hotelzimmertür gelegt bekommen haben. Nebenbei überspiele ich noch die Fotos und Filme auf die externe Festplatte.

Auch gehe ich noch eine wenig ins Internet und sehe eine Mail von M., die mich über meine Homepage kontaktiert hat. Sie freut sich sehr über so eine schön gestaltete Homepage mit dermaßen vielen hilfreichen Infos, was mich wiederum sehr freut. Feedback ist etwas Schönes
Ich antworte ihr sehr ausführlich und gucke dann noch ins Forum von usa-reise.de, wo sich K. gemeldet hat. Mit ihr und ihrer Familie möchten wir uns ev. kurzfristig treffen.

Um 22.30 Uhr bin ich streichfähig und gehe freiwillig duschen, aber bis wir endlich bettfertig sind, ist es bereits 00.30 Uhr – des nächsten Tages