Mittwoch, 30. 6. 2010

Um 7 Uhr läutet der Wecker, wir lassen uns jedoch viel Zeit, ehe wir endlich aufstehen, schließlich sind wir in einem laaaangen Urlaub

Gemütlich machen wir uns fertig und während Michi im Bad ist, räume ich die Dutzenden Sachen weg, die ich über Nacht zum Trocknen ausgebreitet hatte. Na also, jetzt sieht es im Zimmer wieder etwas gesitteter aus.

Durch das späte Aufstehen kommen wir auch erst um 9.15 Uhr von Perry’s Smorgy zurück

Und jetzt der Reihe nach, denn gestern haben wir uns nicht mehr um unsere verschmutzten Wanderschuhe gekümmert, dafür jetzt.

Wir schnappen sie und die restliche Schmutzwäsche gleich mit dazu und fahren zur Laundry, die sich im 3. Stock befindet. Nach 30 Minuten ist alles gewaschen, ab damit in die Trockner.

Zwei Stunden später (weil zwei Trockenvorgänge nötig waren) sind unsere Wanderschuhe trocken. Sie sehen aus wie neu!
Auch die restliche Wäsche ist längst getrocknet und liegt bereits im Kasten.

Zwischendurch habe ich unsere Jause gerichtet und in Anbetracht der instabilen Wetterlage möchten wir zur Yokohama Bay fahren, um zu sehen, wie die Bodenbeschaffenheit des Ka’ena Point Trails von dieser Seite aus ist. Wenn wir gestern das Wetter richtig interpretiert haben, hat es auch dort ziemlich geregnet.
Heute wollen wir dort zwar nicht wandern, aber eventuell morgen, wenn es die Pistenverhältnisse zulassen.

Auf der Fahrt in den Westen sind wir gezwungen, wegen einer akuten Müdigkeitsattacke zum Kapolei Market Place abzubiegen und suchen nun so etwas Ähnliches wie Kaffee.

Der Kapolei Market Place ist wirklich sehr groß und hat sozusagen alles, nur eines fehlt: Der Kaffee

Wettermäßig ist der Himmel stark bewölkt, es gelingt jedoch mit gutem Willen, ein paar wenige blaue Flecken auszumachen. Dazu weht ein ziemlich starker Wind und laut Autoanzeige hat es 93° F.

Na also! Auf der Mauka-Seite (= Bergseite) von Kapolei gibt es ja doch einen Starbucks Man muss offenbar nur lange genug suchen.

Wir bestellen uns je einen Solo Espresso zu je $ 1,75, Michi gönnt sich noch einen Caramel Frappucchino um $ 3,65 und ich einen Strawberry Cream Frappucchino, ebenfalls um $ 3,65, macht in der Summe inklusive Tax $ 11,31 aus.

Ordentlich von außen und innen (ersteres Dank Klimaanlage) gekühlt, verlassen wir gestärkt den Starbucks, um weiter Richtung Yokohama Bay zu fahren.

Nach einer Irrfahrt aus Kapolei heraus, die sich daraus ergibt, dass hier eine große Baustelle mit zahlreichen Umleitungen ist, schaffen wir es doch bis zum Ende des Farrington Hwy.’s bei der Yokohama Bay.

Ein Blick zurück an die Westküste.

Der Ka’ena Point Trail sieht nicht nasser aus als vorgestern. Sollte es etwa gestern hier doch nicht geregnet haben Das wäre ja kaum zu glauben, so schwarz, wie der Himmel aussah.

Im Moment ist es zwar stark bewölkt, aber wenn ich zu den Wai’anae Mountains hinauf gucke, sieht es heute nicht nach Regen aus.

Beginn der Satellite Tracking Station Access Road

Die Wai'anae Mountains, das Militärgebiet.

Ganz hawaiisch picknicken wir im Auto Während dieser Zeit kommen und gehen zahlreiche Autos, aber bis auf einen einzigen drehen alle gleich wieder um.

Plötzlich kommt ein Auto, dessen Fahrer mit großer Geschwindigkeit einfach weiter fährt – direkt auf den Ka’ena Point Trail bzw. die Piste zu und auf ihr weiter. Er ist dermaßen schnell unterwegs, dass ich es nicht schaffe, den Camcorder oder den Fotoapparat anzuwerfen. So was aber auch

Platsch! Er fährt durch das erste Wasserloch, die braune Brühe spritzt bis zum Autodach hoch.
Ein anderes Auto kommt gerade aus dieser Piste heraus, er fährt aber sehr vorsichtig, dadurch ist das Auto auch nicht so verschmutzt.

Neben uns parkt sich ein silberfarbener Mustang ein, ein junges Pärchen sitzt drinnen.
Sie steigen aus, was nichts Außergewöhnliches ist, öffnen den Kofferraum, auch das ist nichts Außergewöhnliches, aber aus diesem holen sie einen Trolley!!! Und das ist etwas Außergewöhnliches Wer holt denn hier am Trailhead des Ka’ena Point Trails einen Trolley aus dem Auto Was wird das jetzt Den Trolley befördern sie auf den Vordersitz, kramen im Trolley herum, um ihn anschließend wieder in den Kofferraum zu befördern. Ach, jetzt dämmert es mir! Sind sie etwa direkt vom Airport hierher gefahren und haben daher noch ihr ganzes Gepäck an Bord?

Das Pärchen geht nun Richtung Süden davon, aber nicht auf dem Farrington Hwy., sondern hinter uns querfeldein. Sie sind bald kaum mehr zu sehen, da sehr hohes Gras wächst. Nach einiger Zeit kehren sie sehr langsam wieder zurück. Schon seltsam, aber na gut.

Nun beginnt die ganze Sache mit dem Trolley von vorne: Trolley vom Kofferraum auf den Vordersitz, herumkramen, irgendetwas aus dem Trolley nehmen, Trolley wieder in den Kofferraum. Kurz darauf sehen wir, dass die junge Frau ein völlig anderes Outfit hat. Sie hat jetzt sozusagen das „kleine Schwarze“ angezogen, das aber in Wirklichkeit grellrot ist. Wir können uns noch immer keinen Reim machen, was das soll, nämlich hier, an dieser Stelle.

Doch bald darauf werden wir aufgeklärt, denn der junge Mann nimmt – wie schon zuvor – einen kofferartigen Behälter, und damit gehen die beiden zum Strand. Der Koffer wird geöffnet und darin befindet sich eine riesengroße Fotoausrüstung.
Also normale Fotokoffer kenne ich ja, aber solch ein Riesenexemplar habe ich noch nie gesehen.
Nun fertigt der junge Mann unheimlich viele Fotos der jungen Lady an, sie muss sich seinen Anweisungen entsprechend postieren, vorne über oder auch nicht beugen.
Wir sitzen die ganze Zeit im Auto und beobachten das Geschehen, wartend, was vielleicht sonst noch kommt, aber keine Angst – es kommt nichts mehr

Und wir fahren wieder zurück, schon den nächsten Punkt im Hinterkopf.

Es geht Richtung Wahiawa und dort parken wir uns vor der Poamoho Access Rd., auch Poamoho Hele Loa Rd. genannt, ein, um zu sehen, in welchem Zustand die Piste ist. Ist ja doch wirklich verrückt: Hawai’i – Sommer – und wir müssen uns berechtigte Sorgen um die vielleicht nasse Beschaffenheit von Pisten machen. Wer hätte das gedacht…

Erstaunt stellen wir fest, dass zumindest zu Beginn die Pistenbeschaffenheit sehr gut aussieht. Sogar das Wetter würde jetzt, um diese späte Uhrzeit, wunderbar passen, strahlend blauer Himmel, nur wenige weiße Wölkchen, nichts bedrohlich Wirkendes.

Wenn wir am kommenden Samstag solch ein Glück mit dem Wetter haben, wäre das fantastisch

Und nun auf zum im Norden gelegenen Farrington Hwy., denn wir möchten noch ausfindig machen, wo sich die Mt. Ka’ala Rd. genau befindet.

Um 18 Uhr stehen wir vor dem vermeintlichen weißen Gate der Mt. Ka’ala Road. Wir sind uns im Moment noch nicht ganz sicher, ob sie es ist, denn es gibt kein Straßenschild. Die Kontrolle mit GPS zeigt aber, dass es sich in der Tat um die Mt. Ka’ala Rd. handelt.
Wir schießen ein paar Fotos und fahren weiter.

Aber nicht sehr weit und gelangen zu den ebenfalls linkerhand befindlichen zwei Gates der Mokule’ia Forest Reserve Access Road. Sie führt ins Mokule’ia-Gebiet, wo wir schon des öfteren waren.
Ein großes Schild ist aufgestellt, auf diesem steht u. a., dass außer wandern und Rad fahren nichts erlaubt ist. Also dann!

Möchte man hier wandern, muss man das Gebiet entweder über denselben Trail oder den Kealia Trail verlassen.

Es gibt noch die Möglichkeit, das Gebiet über die Satellite Tracking Station Access Rd. zu verlassen (am Ende der Yokohama Bay an der Westküste), aber das macht

a) keinen Sinn, weil man dort keine Fahrmöglichkeit hat (außer Autostopp, wovon ich abraten würde) und
b) b) benötigt man ein entsprechendes Permit, das kostenlos bei DLNR in Honolulu erhältlich ist.

Langsam müssen wir einen Schlachtplan entwerfen, denn sollte sich das Wetter nun endlich bessern, müssen wir zusehen, dass wir unsere Prioritäten in den letzten Tagen, in denen wir noch auf O’ahu sind, unterbringen und hier sehe ich langsam dunkelgrau bis schwarz – ausnahmsweise mal nicht auf die Wolken bezogen

Ein Blick zum Mt. Ka’ala zeigt, dass auch dieser fast wolkenfrei ist. Welch eine Rarität!

So, weiter geht's!

Denkste…

Genau in dem Augenblick kommen drei Radfahrer, ein Vater mit seinen vermutlichen zwei Töchtern im Teenageralter. Sie sehen sich beim Gate etwas ratlos um
Ich gehe die paar Schritte auf sie zu und frage, ob ich helfen kann.
Sie möchten wissen, ob dies die Mokule’ia Access Rd. ist, was ich bejahe. Sie wollen dann noch weiteres über das Mokule’ia-Gebiet wissen, ich spiele ein wenig Auskunftsbüro und schließlich fahren wir weiter.

Über Haleiwa und Wahiawa geht es nach Honolulu zurück. Rechterhand sind die Wai’anae Mountains nahezu wolkenfrei, der Mt. Ka’ala ebenfalls immer noch.
Linkerhand zeigen zwar die Ko’olau Mountains – wie immer – leichte Bewölkung, diese wirkt aber nicht bedrohlich.

In Honolulu fahren wir ins Ala Moana Shopping Center zum Foodland, kaufen ein paar wenige Sachen ein. Damit fahren wir zur Parkgarage, die unserem Hotel angegrenzt ist, laden innerhalb weniger Minuten die Sachen aus, um sie nicht von der anderen Hotelgarage bis zu unserem Zimmer schleppen zu müssen. Dann springen wir in den Jeep und fahren damit zur anderen Garage.

Tagelang sind wir dort schon zu einem anderen Parkautomaten gelaufen, denn jener, der direkt bei der Einfahrt steht, ist defekt. Doch heute scheint ein Techniker hier gewesen zu sein, denn der sehr nahe gelegene Parkkautomat zeigt erstmals ein grünes Display und reagiert auch normal.
Der Automat schluckt schön brav die $ 12 und LED-Lampe sowie das Display verfinstern sich… Kurz darauf steht die rote LED auf „Printer Error“. Sehr erfreulich

Was tun
Ganz einfach, wir gehen zum Security Offizer hinauf, der uns sehr freundlich mitteilt, dass er nicht zuständig sei Er hat eine Telefonnummer für uns parat, doch es stellt sich heraus, dass sie falsch ist.
Die zufällig beim Security Officer anwesende Center-Managerin rückt mit einer funktionierenden Telefonnummer heraus und der dunkelhäutige Security Officer mit Sondergebiss klärt das Ganze für uns. Er wird – wenn der Kontrolleur der Parkparage kommt – ihm sagen, dass wir bezahlt haben, aber der Automat kein Ticket ausgeworfen hat, damit unser Jeep nicht abgeschleppt wird. Michi muss noch ein entsprechendes Formular ausfüllen, mit seinem Namen, Namen unseres Hotels, Autotyp, Kennzeichen, Farbe usw., usw.

Endlich können wir zu unserem Hotel zurück gehen, mittlerweile ist es 21 Uhr.

Ich überspiele die wenigen Fotos der UW-Kamera, Michi liest Zeitung. Trotzdem wird es wieder Mitternacht, ehe wir ins Bett gehen.

Sleep well