Montag, 25. 5. 2009

Um 3.30 Uhr läutet das Handy, kurz darauf das zweite. Wir stehen auf, machen uns fertig, räumen die letzten Sachen zusammen und ab damit in den Kofferraum.

Anschließend fahren wir durch das fast menschenleere Waikiki Richtung Airport. Auch am Hwy. ist fast nichts los. Wir haben aber absichtlich genug Zeit für die Fahrt berechnet.

Wir sind dadurch viel zu früh bei Alamo und haben Hunger. Nicht weit von Alamo entfernt ist ein Schnellimbiss, wo schon ein paar Einheimische frühstücken. Ein anderer schläft auf einem dort stehenden Sessel.
Wir werden von den Einheimischen angesehen, als kämen wir vom Mars, dabei kommen wir von Waikiki

Das Frühstück, das wir bestellen, ist ausgezeichnet und kostet nicht mal $6. Nur der dazu gelieferte Kaffee ist reichlich dünn, aber etwas Anderes haben wir auch nicht erwartet.

Um 4.45 Uhr fahren wir wieder zu Alamo, wo jetzt schon einige Autos stehen. Wir reihen uns hinten an.

Pünktlich um 5 Uhr sperrt ein Alamo-Mitarbeiter das Tor auf und die Autos fahren hinein.

Zwar geht unser Flug um 7 Uhr, aber trotzdem haben wir genügend Zeit.

Eine junge Lady ein paar Autos hinter uns ist schon ganz nervös. Ich frage sie, wann ihr Flug geht und ihre Antwort ist, in 25 Minuten

Daraufhin bitte ich den Alamo-Angestellten, das Auto dieser Lady zuerst abzunehmen, was er sofort tut.

Bald darauf sind auch wir den Jeep los und fahren mit dem Shuttle zum Airport.

Das Einchecken dauert nicht sehr lange und nun haben wir immer noch reichlich Zeit, die wir bummelnd am Airport verbringen.

In einem Gate, das unbesetzt ist, verpasse ich uns je eine Thrombosespritze.

Pünktlich ist boarding time.
Meine Güte, was ist das für eine Eiseskälte Warum müssen die Maschinen immer dermaßen stark herunter gekühlt werden
Rund um uns beklagen sich die Passagiere und die Besatzungsmitglieder stehen herum und frieren...

Wir belegen die Sitzplätze 36 J und 36 H und sind soooo müde.
Kaum ist der Flieger in der Luft, schlafen wir auch schon ein. Glücklicherweise haben wir Decken, so lässt es sich halbwegs aushalten.

Nach 2,5 Stunden wird das mehr oder weniger berühmte Snack Pack zum Kauf angeboten. Wir lehnen dankend ab und schlafen noch ein wenig weiter.

Oftmals fährt der Getränkewagen vorbei und genauso oft greifen wir gerne zu. Zwischendurch vertreten wir uns die Beine und machen gymnastische Übungen.

Ein paar Minuten zu früh landen wir um 15 Uhr Ortszeit in San Francisco.

Nun haben wir knapp 4 Stunden Zeit, ehe unser Flieger nach Frankfurt geht

Wir schlendern sämtliche Gänge des Airport Gebäudes auf und ab, um den Beinen ordentlich Bewegung zu verschaffen, trinken Kaffee, essen eine Kleinigkeit und ehe wir uns umsehen, ist auch schon wieder Zeit zum Boarden.

Mit geringer Verspätung fliegen wir um 19.10 Uhr ab. Wir haben die Sitzplätze 40 G und 40 F und frieren – wie alle anderen – erbärmlich Die eiskalte Luft bläst genau zu uns. D. h., nicht nur zu uns, es sind alle Sitzplätze bei den Fensterreihen dran, die mittleren Sitzplätze nicht ganz so stark.

Zahlreiche Passagiere, so auch wir, beschweren sich. Lange Zeit geschieht nichts, gar nichts, das Personal hört sich die Beschwerden geduldig und mit einem Lächeln an.
Man könnte sie glatt in der Luft zerreißen

Die Decken, die wir ergattern konnten, sind viel zu wenig. Andere Passagiere haben überhaupt keine Decken

Wir fragen nach weiteren Decken und bekommen zur Antwort, es gäbe keine. Schuld sei die Schweinegrippe. Dadurch kommt die Firma, die für die Deckensterilisation zuständig ist, mit der Arbeit nicht mehr nach und neue Decken wurden nicht angeschafft.

Ich glaub', mich tritt ein Elch...
Die Schweinegrippe gibt es doch nicht erst seit gestern

Wenigstens ist das Essen halbwegs heiß, sodass wir uns ein wenig aufwärmen können.

Mit den Getränkewagen ist es auf diesem Flug auch so eine Sache...
Das Personal ist damit beschäftigt, sich in der Boardküche die neuesten Geschichten zu erzählen. Lange, lange Zeit höre ich zu... Keiner denkt daran, mal den Getränkewagen durch die Reihen zu schieben.

Uns kann es egal sein, ich fasse zwei große Wasserflaschen aus – wir sind nun gut versorgt.

Schließlich legt sich der Großteil der Crew schlafen, während die anderen sich weiter unterhalten und immer noch nicht daran denken, mit den Getränkewagen durch die Gänge zu fahren.

Es ist eine unfassbare Frechheit Wofür werden sie eigentlich bezahlt

Und in der Maschine wird es kälter und kälter. Wir haben nicht nur unsere Fleecejacken, sondern darüber noch unsere Anoraks drüber, sind mit den Decken zugedeckt und frieren immer noch erbärmlich. Andere, die keine Decke haben, sind noch schlimmer dran.

Dann beginnt fast ein Aufstand unter den Passagieren, nahezu jeder gibt lauthals seinen Ärger bekannt. Schließlich hat das zur Folge, dass die Temperatur um exakt 1° C erhöht wird – so zumindest die Auskunft des Personals.
Das hält für 30 Minuten an, danach ist es so kalt wie zuvor.
Wir werden aufgeklärt, dass sich Temperaturänderungen nach 30 Minuten wieder auf den voreingestellten Wert zurückstellen. Ob das stimmt Gehört habe ich noch nie davon, aber das hat in diesem Fall nichts zu sagen.

Nach einiger Zeit beginnt der nächste Aufstand, sehr viele der Passagiere sind schon richtig wütend, Babys weinen (entweder weil ihnen auch kalt oder der Lärm zuviel ist). Die Folge ist, dass die Temperatur wieder um 1° C gesenkt wird, was für weitere 30 Minuten reicht.

Wann ist endlich dieser Flug vorbei

Michi und ich mümmeln uns in die Decken ein, die Kapuzen unserer Anoraks übergezogen, damit es nicht so kalt auf die Ohren bläst und irgendwann schlafen wir eine kurze Runde.

Nach deutscher Zeit ist es jetzt 13 Uhr, um 15 Uhr sollen wir landen.
Komisch, die Crew denkt nicht im Entferntesten daran, sich um das Essen zu kümmern. Nach wie vor sind sie tief in ihre Gespräche vertieft, unterhalten sich über Gehälter und andere Dinge, die ich hier nicht preisgeben möchte.

Endlich, 1,5 Stunden vor der Landung, kommt so etwas Ähnliches wie Leben in die Besatzung hinein und eine Stunde vor der Landung wird äußerst hastig das Essen serviert.
Serviert Nein – hingeknallt, sie sind ja in Eile
Zahlreiche Passagiere dürfen nicht mehr fertig essen, denn es wird abgeräumt. Für die üblichen anschließend angebotenen Getränke bleibt keine Zeit mehr. Kein Kaffee, kein Tee, kein Cola light, kein Wasser – nichts, einfach nichts

Klasse Leistung, wir werden eine entsprechende Mail an die Airline schreiben. Dass das keine positiven Auswirkungen auf zukünftige Flüge haben wird, ist uns klar, aber für dumm verkaufen brauchen sie die Passagiere, die ganz schön viel Geld bezahlen, auch nicht.