Samstag, 23. 5. 2009

Um 6 Uhr läutet zuverlässig der Radiowecker. Er ist so schrill und laut, dass es uns aus den Betten hebt. Zehn Minuten später zum zweiten Mal. Wir stehen auf, machen uns fertig und gehen zu Perry's hinüber.
http://www.perryssmorgy.com/

Die Lady beim Empfang, die wir schon seit Jahren kennen, freut sich, dass sie uns schon wieder sieht.

Aber Moment mal – warum ist eigentlich schon aufgesperrt, es ist doch erst 6.45 Uhr

Die Lady klärt uns auf: Perry's sperrt um 6.30 Uhr auf. Ich verweise auf das Schild an der Eingangstür und sie erklärt, das sei schon längst veraltet.
Na super

Nach dem Frühstück richten wir unsere letzten Dinge zusammen. Wettermäßig sieht es ganz gut aus, es ist aber jetzt - um 8.10 Uhr - schon angenehm warm.

Unser heutiger Plan führt uns in den Nordwesten, wofür wir das Permit für das Mokule'ia-Gebiet schon Mitte April bei unserem ersten Aufenthalt in Honolulu erworben haben.
Wir benötigen pro Nase einen Lichtbildausweis. Mal sehen, wie das heute mit Gate offen oder geschlossen und vor allem auch mit den Telefonnummern funktioniert.

Um 8.15 Uhr fahren wir los. In Honolulu ist sehr wenig Verkehr und die Lady bei Perry's erzählte auch, dass nicht nur sie, sondern die ganzen Hawai'i-Inseln einen enormen Touristenrückgang zu verzeichnen haben.

An etlichen Hotels sind die Schilder "vacancy" zu sehen.

Der Hwy. ist ebenfalls sehr wenig befahren, von Stau ist überhaupt keine Rede, obwohl das ansonsten um diese Uhrzeit ganz normal ist bzw. war. Wir sind ja immerhin in der rush hour unterwegs.

Entlang der Westküste sind die Zelte der Obdachlosen noch mehr geworden. Die Leute verkaufen am Straßenrand Huli Huli Chicken und bieten auch andere Dienste an, z. B. Car Wash mit einem ganz normalen Gartenschlauch

Um 9.30 Uhr sind wir bei der Check In Station bei der Satellite Tracking Station Access Rd.. Drinnen sitzt eine junge Lady von ca. 25 Jahren, rötliches Haar, Sonnenbrille am Kopf, Tarnanzug. Sie trägt ein Schild, auf dem steht "Volonteene".
Solch ein Permit, wie wir es ihr vor die Nase halten, hat sie noch nie gesehen, denn sie liest es sehr gründlich durch und obwohl unsere Autonummer ohnehin am Permit steht, fragt sie danach. Insgesamt ist sie aber sehr bemüht und macht auch noch ausfindig, bei wem wir uns verlässlich melden könnten, wenn abends das Gate wieder geschlossen sein sollte. Sie stellt sogar sicher, dass dann jemand dort ist, der das Gate öffnet.

Kurz darauf können wir weiter fahren, sehen wieder den großen "Tennisball" und das Gate ist geöffnet. Ein junger Mann, den wir im April schon gesehen haben, hält uns mit der entsprechenden Handbewegung auf und sagt, beim Gebäude 11 auf der rechten Seite sollen wir einfach ans Fenster klopfen, sollte das Gate abends geschlossen sein, was es vermutlich ist.

Nun stehen wir auf dem Parkplatz, wo wir 2007 Aaron von Na Ala Hele begegnet sind. Michi wechselt noch rasch die Filmkassette.

Kurze Zeit später biegen wir in die Kuaokala-Mokule'ia Access Rd. ein und lassen den Kuaokala Trail rechterhand liegen.

Hier steht ein Schild "4WD beyond this point". Die asphaltierte Straße geht ziemlich bergab, hat ab und zu kleinere Schlaglöcher. Sie ist aber nur einspurig befahrbar.
Also Allrad rein - weiter geht's

Kurz darauf sind wir am Beginn der Piste. Hier steht das braun-gelbe Schild "Mokule'ia Trail".
Das ist aber Unsinn, wie sogar der Plan daneben zeigt, denn hier ist nicht der Trail, sondern die Road. Wenn, dann müsste es heißen "to Mokule'ia Trail". Da sich aber hier so gut wie keine Touristen zeigen – außer uns – spielt das keine Rolle und wir wissen es ja ohnehin. Zeitweise sehen wir gut zur Nordküste von O'ahu.

Wir fahren weiter. Die Piste ist halbwegs gut befahrbar, aber mit unterschiedlich großen Lavasteinen durchsetzt und hat teilweise tiefe Spurrillen.

Wir erreichen die Kreuzung, an der linkerhand der Kealia Trail beginnt bzw. endet und fahren geradeaus weiter.

Wenige Minuten später ist rechterhand einer der beiden Mokule'ia Trailheads, da der Trail von zwei Seiten begehbar ist.

Etwas später sehen wir in einer 90°-Rechtskurve einen Parkplatz und unmittelbar dahinter sehr viele Hawai'i-Cherrys. Wir gönnen uns eine Vitaminpause.

Ein Foto für die Botaniker

Beim Weiterfahren steht linkerhand ein alter, verrosteter und mit einer Leiter versehener Wassertank.

Die Sicht auf die Nordküste von O'ahu wird besser.

Schließlich sind wir beim Schild "Mokule'ia Public Hunting Area Unit E" sowie einem zweiten Schild, auf dem "Kealia Trail & Kuaokala Trail" steht.
Somit stoßen wir auf eine asphaltierte Straße, die quer vor uns verläuft. Wir fahren rechterhand, linkerhand würden wir nach kurzer Zeit zu einem Gate kommen.

So, Allrad heraus.

Rechterhand (!) stehen wir vor einem Gate, das am Plan nicht eingezeichnet ist Es bleibt nichts Anderes übrig, als auf diesem schmalen Stück umzudrehen und wir fahren nun – aus vorhergehender Sicht – links.

Hier stehen wir nach kurzer Zeit ebenfalls vor einem Gate, das sich auf der asphaltierten Straße befindet. Rechterhand ist ein Pfeil mit dem Schild "Mokule'ia Campground Peacock Flats, Mokule'ia Trail".

Rechterhand campiert ein Ehepaar mit Kind und Hund. Das Kind läuft ganz aufgeregt auf die Straße, als es unser Auto kommen hört. Der Mann kümmert sich sofort um den Hund.

Wir grüßen freundlich und fahren weiter.

Kurz darauf parken wir uns am Trailhead des Mokule'ia Trails ein.
Wettermäßig ist es stark bewölkt, nur ab und zu sieht man ein kleines Stück blauen Himmel. Es ist allerdings sehr schwül.

Wir ziehen unsere Wanderschuhe an und ziehen um 12.10 Uhr los.

Gleich zu Beginn des Trails findet man Schuhbürsten vor, an denen wir uns gründlichst die Schuhe reinigen, um womöglich keine Samen in dieses Gebiet einzuschleppen.

Der Trail ist ca. 1 m breit und führt ganz leicht bergauf, bergab. Der Waldboden ist mit Steinen und Wurzeln durchsetzt und mit Tausenden Koa-Blättern bedeckt.
Vögel zwitschern, ab und zu hören wir ein Flugzeug, das beim Dillingham Airfields gestartet ist.

Es gibt auch ein fremdes Geräusch, nämlich das Piepsen des GPS-Gerätes, das verzweifelt nach einem Satelliten sucht und keinen findet, weil wir durch Wald gehen.

Nach fünf Minuten kommen wir zu einem Gate, das für uns neu ist. Es ist nicht nur ein Gate, sondern es führt beidseits ein Wildschweinzaun weiter. Es kann nur die obere Hälfte der kleinen Tür geöffnet werden, die untere ist fix geschlossen, somit klettern wir durch die obere durch. Es hat 32,7° C.
Teilweise bilden Baumstämme einen Tunnel über unseren Köpfen.

Beidseits des Weges wachsen immer wieder Farne, die saftig-grün strotzen. Er führt dann nicht mehr eben, sondern deutlich ansteigend nach oben.

Auf diesen Trail braucht man jede Menge Antimoskitospray. Wir sind zwar eingesprüht, aber wirklich viel hilft das nicht, sodass wir immer wieder nachsprühen.

Der Wildschweinzaun begleitet uns nach wie vor.

Um 12.50 Uhr erreichen wir rechterhand ein Picknickshelter. Es hat nur Baumstümpfe zum Sitzen, aber keinen Tisch.
Es steht ein Schild "Mokule'ia Trail" mit einem Pfeil, der nach links weist, dort.

Beim Weitergehen befindet sich nach einer Rechtskurve unterhalb von uns ein kleiner Bach mit nur wenig Wasser. Dann erreichen wir wiederum eine Absperrung in Form eines Zaunes. Außer einem rosaroten Bändchen ist keinerlei Markierung vorhanden.

Laut Beschreibung heißt es, nach zwei Meilen ende der Trail bei der Boundary. Das GPS verrät, dass wir erst 1,2 Meilen zurück gelegt haben.

Linkerhand des Zaunes ragt auf beiden Seiten ein Rundholz heraus, es ist zum Passieren des Zaunes gedacht.

Die Moskitos sind nahezu unerträglich, sie stechen sogar durch die Socken.

Wir suchen uns den Trail, der zeitweise nicht mehr sehr gut zu erkennen ist.

Jetzt machen wir auf Vitaminzufuhr Wir stehen vor einem Mandarinenbaum Allerdings brauchen wir für die Ernte einer hoch oben hängenden Frucht fast 10 Minuten
Die Mandarine ist sehr groß, mit sehr dicker Schale, aber nur mäßig im Geschmack, wenngleich sie auch sehr saftig ist.

Wir gehen danach nur wenige Meter weiter und schon stehen wir vor einem umgefallenen Baumstamm, der quer über dem Weg liegt.
Er ist allerdings so behauen, dass einem das Darübersteigen erleichtert wird.

Bisher sind wir 1,7 Km gegangen, es fehlen uns mindestens noch 9,8 Km, wir sind aber schon 2,5 Std. unterwegs Wir gehen aber auch sehr langsam...

Und schon ist der nächste Zaun vor uns, er hat ebenfalls eine Übersteigvorrichtung – sehr praktisch
Hier verspeisen wir bei starkem Wind, stark bewölktem Himmel und "eisiger" Kälte unsere Würstchen und drehen dann um.

Bisher waren es 1,92 Km.

Bei der primitiven Hütte mit den Holzstämmen zum Sitzen beginnt es zu tröpfeln

Plötzlich hören wir auf einmal Stimmen. Oder täuschen wir uns Nein, wie sich herausstellt, dort steht jemand

Ein hawaiisch aussehendes männliches, zwei weibliche Wesen, ein Kind sowie ein Hund. Eine der beiden Ladys trägt einen großen Tramperrucksack.

Sie fragen uns, ob wir "over there" waren. Hmmm, was ist "over there" Wir antworten sicherheitshalber mit "yes" und gehen weiter.

Um 16.45 Uhr sind wir wieder beim Auto.

Das Lügen-GPS zeigt 4,58 gegangene Km an, wobei der Rückweg ½ Km länger war als der Hinweg – sehr interessant, da wir auf diesem Trail nirgendwo einen Abstecher hätten machen können.

Kaum sitzen wir im Auto, kommen uns weitere fünf Leute entgegen. Vier Burschen, ein Mädchen mit Hund. Wahrscheinlich sind sie vom Campground bis hierher gegangen.
Wir grüßen freundlich, die fünf sehen absichtlich weg und grüßen nicht. Naja, auch egal.
Sie sehen aber nicht sehr lustig oder heiter aus, vielleicht passt ihnen der sehr stark bewölkte Himmel nicht.

Endlich sind wir beim Auto und nach 18 gefahrenen Meilen auf der Holperpiste haben wir wieder Asphalt unter den Rädern.

Bei den Hawai'i-Cherrys machen wir wieder Halt, um den Vitaminlevel gleichmäßig hoch zu halten
Ich sammle noch vier Guaven ein, somit ist das Abendessen auch schon gesichert

Kurz darauf stehen wir vor dem verschlossenen Gate, es ist niemand vorhanden, der uns das Gate öffnen könnte.

Daher fahren wir zum Gebäude 11, wie es uns in der Früh gesagt wurde. Michi klopft an die Fensterscheibe dieses Gebäudes, das einer Gartenhütte mit Vogeldach sehr ähnlich sieht. Niemand öffnet.
Zu dumm Gerade vorhin ist uns ein Security-Auto entgegen gekommen, der sehr freundlich mit "hang loose" gegrüßt hat. Wahrscheinlich war das jener, der uns das Gäte hätte öffnen können.

Ein Herr kommt von weiter oben der Straße herunter und fragt uns, ob wir Hilfe brauchen. Ja, irgendwie schon, denn wir möchten das Gate passieren, ohne es zu ramponieren

Ich höre ein Auto und drehe mich um: Es ist wieder das Security Auto. Der Herr, mit dem wir gerade sprechen, hält das Auto an und teilt dem Fahrer mit "these guys want to get out".

Der Security Mensch fordert uns mit "follow me" auf und wir düsen ihm nach. Er sperrt das Gate auf, wir bedanken uns und fahren Richtung Farrington Hwy.

Leider gibt es heute keinen nennenswert schönen Sonnenuntergang.

Beim Check In-Häuschen stoppen wir, das ist hier ein must be.
Jetzt hat ein Herr Dienst, Michi ruft ihm zu" we're the hikers", das Tor wird geöffnet und wir fahren durch.

Es ist 18.30 Uhr.

Beim KFC in Waianae stoppen wir und fahren nach der Stärkung Richtung Honolulu.
Dieser KFC befindet sich meerseitig. Qualitativ waren wir zufrieden, auch die Bedienung sehr freundlich. Quantitativ war es nicht so, wie gewohnt, die Teile waren um einiges kleiner als sonstwo. Der zweite KFC ist übrigens in Nanakuli.

Auf der Fahrt am Hwy. löst mich Michi ab, da ich hundemüde bin.

Um 20.35 Uhr kommen wir im Hotel an.

Nachdem wir uns gestern dem technischen Krimskrams nicht gewidmet haben, holen wir das jetzt nach.

Weit nach Mitternacht gehen wir ins Bett