Freitag, 15. 5. 2009

Um 6.30 Uhr bimmelt das Handy.
Ich habe sehr schlecht geschaffen, weil mich die vielen Moskitostiche von der gestrigen Wanderung stark gejuckt haben. Selbst schuld, ich habe mich zu wenig eingesprüht.

Nach dem sehr guten Frühstück packen wir unsere Siebensachen zusammen und machen uns um 9.20 Uhr auf den Weg in den Koke'e State Park.

Michi jammert schon seit ein paar Tagen, dass seine Haare viel zu lang und daher viel zu heiß sind. Zum Frisör will er aber nicht gehen, da er seit Jahrzehnten gewohnt ist, dass ich ihm die Haare schneide.
Aus diesem Grund habe ich schon auf Gran Canaria beim Packen der Koffer an das Haarschneidwerkzeug gedacht und so ist es nun mit uns auf Hawai'i... Ob es zum Einsatz kommt oder nicht, wird sich herausstellen

Auf dem Weg in den Waimea Canyon kommen wir ins Grübeln: Das Wetter ist traumhaft schön, der Mt. Wai'ale'ale in voller Pracht zu sehen...

Wir würden doch an Pt. Allen vorbei fahren, wir könnten doch bei Interisland Helicopters fragen, ob... Vielleicht sind sie auch so flexibel wie wir...

Also wird nicht lange überlegt, an der passenden Stelle zweigen wir Richtung Pt. Allen ab, ein Helicopter steht am Flugfeld.

Die Lady erklärt uns, jetzt, um diese Uhrzeit sei kein Flug mehr frei, aber um 13 Uhr.
Hmmm, 13 Uhr gefällt uns ganz und gar nicht. Glücklicherweise bimmelt bei der Lady x-mal das Telefon, sodass wir Zeit zum Überlegen haben, wirklich glücklich sind wir mit dem 13-Uhr Flug nicht....

Plötzlich höre ich die Lady zum anderen Ende der Leitung Sitzenden oder Stehenden sagen "hold on, hold on" und fragt uns, ob wir den Flug um 13 Uhr nehmen, denn sie hätte schon die nächsten Interessenten.

Mist, jetzt sind wir im Zugzwang, sagen aber zu.

So, jetzt ist es 10.30 Uhr, was tun Wir beschließen, ins Poipu Shopping Center zu fahren. Wider Erwarten finde ich dort zwei schöne Shorts für mich.
Ich habe noch Interesse an T-Shirts und an einer weiteren Hose, aber alles, was mir ansonsten gefällt, ist horrend teuer, sodass ich es bleiben lasse.

Insgesamt ist im Poipu Shopping Center ausgesprochen wenig los, die Besitzer und/oder Angestellte stehen gelangweilt herum.

Um 12.15 Uhr sind wir wiederum bei Interisland Helicopters und ziehen festes Schuhwerk an.

Mittlerweile sind über dem ganzen Mt. Wai'ale'ale-Gebiet sehr starke Wolken aufgezogen – genauso haben wir es uns vorgestellt Bleibt also nur die Hoffnung, dass wir halbwegs trocken bleiben.

So schnell kann es gehen...
Es ist 12.25 Uhr und wir sind schon wieder heraußen von Interisland Helicopters

Warum dies Einfach erklärt

Wir betreten den Container und die Lady sagt, wenn wir heute nicht fliegen möchten, dann könnte sie uns einen Flug morgen um 10 Uhr anbieten, da zwei Leute ausgefallen sind.

Für unseren Flug um 13 Uhr hätte sie – wenn wir nicht möchten – schon Ersatz. Sie hat die beiden interessierten Leute nur hinunter zum Strand geschickt. Sie warten dort auf einen Anruf von ihr, ob sie jetzt um 13 Uhr fliegen können oder nicht.
Wobei – 13 Uhr stimmt gar nicht mehr, der Flug wird sich auf 13.30 Uhr verspäten.

Es ist uns nicht ganz klar, wie die Lady überhaupt auf die Idee gekommen ist, die Leute zwischenzeitlich an den Strand zu schicken und ihnen zu sagen, sie rufe sie an...
Wir nehmen an, dass die Lady unser starkes Zögern bezüglich der Uhrzeit bemerkt hat und deshalb so reagierte – irgend so etwas in der Art muss es gewesen sein.

Jedenfalls nehmen wir dieses Angebot, dass die beiden anderen statt uns fliegen, liebend gerne an.
Morgen um 9.30 Uhr sollen wir uns hier wieder einfinden.

Heute ist es wettertechnisch mal wieder typisch: Um 9.30 Uhr (um dieselbe Uhrzeit, zu der wir morgen fliegen werden) war es traumhaft schön, keine Wolke am Himmel, eine Stunde später zieht es sich mehr und mehr zu. Ab diesem Zeitpunkt kann man einen gelungenen Heli-Flug fast vergessen.

So, auf geht's Richtung Waimea Canyon. In Kekaha bleiben wir stecken, da wir wieder einmal mehr im kleinen Shopping Center Halt machen.

Neben der Eingangstür hängt - als Lockmittel - ein Hawai'i-Hemd der Größe 28 XL

Sachen gibt's

Neben uns befindet sich beim Hemdenständer der Größen S bis XL ein älteres Ehepaar. Der Herr ist nicht gerade untergewichtig, vielmehr muss es halbwegs viel Geld gekostet haben, sich solch einen stattlichen Bauch zuzulegen ?
Zu meinem Erstaunen sucht er sich ein Hemd der Größe L aus. Witzig ist, dass die beiden spanisch sprechen.
Nur kurze Zeit nach ihnen gehen auch wir zu Kassa. Das Ehepaar erzählt der Verkäuferin, dass sie ursprünglich von Chile seien, aber schon lange in Kalifornien wohnen.
Leichte Verblüffung macht sich bei uns breit, als die Verkäuferin plötzlich auch beginnt, spanisch zu reden! Und das nicht nur mit den beiden, sondern unerwartet auch mit uns ? Nach kurzer Zeit merkt sie, dass sie spanisch anstatt englisch spricht ?.
Wir erklären ihr, sie dürfe weiter spanisch sprechen, da wir auch ein wenig spanisch reden.
Darauf beginnt sie ein Kauderwelsch aus spanisch und englisch – das beherrsche ich ja auch wunderbar ?.
Sie erzählt, dass sie in der Schule ein bisschen spanisch gelernt hat, was aber schon eine Zeit lang her ist.

Michi findet zwei sehr schöne Hemden und nebenan stillen wir mit einem großen diet coke für $1,69 unseren Durst.

Nach geraumer Zeit verabschieden wir uns und fahren die 552 nach Norden.

Obwohl es wettermäßig auch hier sehr stark bewölkt ist, lugt immer wieder die Sonne durch die Wolken, sodass wir ein paar Blicke in den Waimea Canyon erhaschen können.

Um 14.20 Uhr sind wir bei den Picknicktischen bei der Koke'e Lodge.
Wir gehen ins Restaurant hinüber, das um 15 Uhr sperrt. Obwohl es noch nicht mal 14.30 Uhr ist, steht ein Schild, dass Speisen nur mehr für "to go" zu haben sind.

Auch egal. Wir bestellen zwei Portugiesische Bohnensuppen und bekommen entsprechend riesengroße Styropor-Becher, die bis an den Rand gefüllt sind. Wie schon von früheren Jahren gewohnt, schmeckt die Suppe ausgezeichnet. Sie kostet $6,25 pro Portion.

Um 15 Uhr fahren wir noch ein Stück weiter nördlich, ab hier ist die Straße in einem schlechten Zustand, sie weist enorm viele und teilweise auch tiefe Schlaglöcher auf. Nur ein kurzes Stück dazwischen ist neu geteert, aber das ist kaum der Rede wert.
Die wenigen Autos, die uns entgegen kommen, fahren Schlangenlinien und auch ich fahre immer wieder links, wenn mir dort die Fahrbahn etwas besser erscheint.

Ein herrlich blühender Ohia zwingt uns, eine kleine Pause einzulegen.

Der Kalalau Lookout lässt uns total im Stich. Da wir wissen, dass sich das Wetter hier sehr rasch ändern kann, üben wir uns in Geduld. In dieser Zeit kommen und gehen viele Leute.

Wir warten 45 Minuten, doch der ganze Canyon ist mit Nebel gefüllt.

Schließlich fahren wir bis zum Pu'u o Kila Lookout, doch hier ist es noch schlechter.

Wir werfen das Handtuch und fahren wieder hinunter.

Michi entdeckt kurz nach dem Parkplatz zum Honopu Ridge Trail auf der rechten Seite eine Höhle.
Ich parke das Auto am Straßenrand und wir gehen auf Erkundungstour.

Die Eisentür der Höhle ist teilweise noch erhalten, die andere Hälfte liegt am Boden.
Im Inneren der Höhle sehen wir eine große Ansammlung an Lavasteinen. Beidseits ist am Boden eine Art Begrenzung, gerade so, als hätte jemand zwei Reihen Ziegel aufeinander gelegt. Das ganze sieht wie ein Stollen aus, wir gehen allerdings nicht hinein.

Beim Weiterfahren sehen wir nach ein paar weiteren Kurven den Kaluapuhi Trailhead. Dieser Trail ist 1,2 Meilen lang.
Ob wir den Trail in diesem Urlaub noch schaffen, ist eher fraglich, aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben

Am Parkplatz der Koke'e Lodge machen wir wieder Halt. Obwohl es noch so früh ist, ist es hier wie ausgestorben.

Das Koke'e Restaurant hat längst geschlossen und das Museum schließt auch viel zu früh, nämlich um 16 Uhr. Allerdings hören wir im Museum Geräusche, ähnlich, wie wenn jemand die Abrechnung macht.

Außen am Museum sind verschiedene Karten und Pläne befestigt. Der Kaluapuhi Trail ist auf einer Karte eingezeichnet, er ist jedoch nichts Anderes als ein Verbindungstrail zwischen zwei Teilen der Koke'e Road.

Gemütlich fahren wir weiter bergab.
Die Sicht nach Ni'ihau und Le'hua ist – wie fast immer – getrübt.

In Hanapepe zweigen wir zu "Historic Hanepepe Town" ab und hier ist richtig etwas los. Hanapepe ist ein lebendiger Ort.

Es haben zahlreiche Läden geöffnet. Eine Lady bruzzelt am Straßenrand Tortillas, die nächste Lady verkauft Schmuck, der nächste Bilder.

Wir sind auf der Suche nach einem Kaffee und was lockt mehr als "Café and Bakery"

Also nichts wie hinein, aber nicht weit, denn wir blicken in ein Restaurant mit schön gedeckten Tischen, die Gläser blitz-blank.

Doch unser Wunsch nach Kaffee wird nicht erfüllt, wir werden abgewiesen Die Erklärung ist, dass jetzt Dinner Time ist und daher gibt es nur coffee to go.
Also gut, dann eben nicht.

Schräg gegenüber dieses Restaurants bekommen wir einen Kaffee, wie er grausamer nicht schmecken könnte.

Wir streifen ein wenig durch den angrenzenden Souvenirladen, der ziemlich groß ist.

Schließlich fahren wir weiter und sind um 19.20 Uhr im Hotel.

Nun folgt das allabendliche Laden der Akkus, das Überspielen der Fotos auf das Netbook und was es sonst nicht noch an technischen Dingen zu erledigen gibt.

Das Abendessen fällt aus, denn die Portugiesische Bohnensuppe war sehr reichhaltig.

Um 23 Uhr beginnen wir den Matratzenhorchdienst, bemerken aber kurz davor zu unserem Entsetzen, dass es draußen sehr heftig regnet.

Genau das wünschen wir uns doch Morgen ist ja nur unser Heliflug...