Lage:

Von Hilo 35,5 mi am Hwy. 11 in Richtung Volcanoes N.P. fahren. Dort den Crater Rim Drive Richtung Süden und zur ausgeschilderten Chain of Craters Road fahren.
Nach 3,6 gefahrenen Meilen auf der Chain of Craters Road geht linkerhand die Straße zur Mauna Ulu Parking Area weg, nicht einbiegen, sondern nach weiteren 0,6 mi ist rechterhand eine unbeschriftete geteerte Straße zu sehen, hier einbiegen und das Auto vor dem Gate rechts oder links so abstellen, dass man niemanden blockiert (das Gate wird benutzt).

Trailhead: Großteils namenslos, manchmal ist er auf Karten als „Kipuka Nene“ ausgewiesen.
Länge: 4,8 Meilen (in & out)
Dauer: 4 Std.

Link zu dieser Karte, zusätzlich mit Höhenprofil


Die Karten wurden mit der Topo Map von DeLorme erstellt.

   

Beschreibung und Bilder:

Hier geht es zum Videoclip

Der 'Ainahou Trail ist kein Trail im eigentlichen Sinn, sondern man folgt zunächst einer mehr oder weniger geteerten Fahrpiste, die später in Grasland übergeht.

Klickt auf die Fotos zum Vergrößern.

Es ist eine für Ungeübte einfache Wanderung, da es keine nennenswerten Höhenunterschiede gibt.
Das für uns Schöne ist, dass es einerseits so gut wie keine anderen Wanderer gibt, es fährt höchstens einmal ein Auto des Volcanoes National Parks und andererseits kommt man an der alten 'Ainahou Ranch vorbei, die eine besondere Vorgeschichte hat.
Bis zur 'Ainahou Ranch (und ein Stück darüber hinaus) wachsen beidseits des Weges viele Bäume, darunter auch Ohia’s sowie Guaven, der Weg selbst liegt jedoch größtenteils in der Sonne.

Nach 1 Meile ist die Abzweigung zur 'Ainahou Ranch erreicht.

UPDATE 13. August 2014: Der Zugang zum 'Ainahou Ranch House ist auf unbestimmte Zeit gesperrt. Der Tropensturm Iselle hat einiges angerichtet.

Wir lernten in unserem Urlaub 2009 Mrs. Alana McKinney kennen, die – so kann man es ausdrücken – die Chefin der Restaurierungsarbeiten an der 'Ainahou Ranch ist, die 'Ainahou Ranch selbst kennen wir bereits seit 2007.

Alana kannte schon als kleines Mädchen Dr. Jaggar und jeder, der sich mit dem Volcanoes NP beschäftigt weiß, dass es dort das "Jaggar Museum" gibt. In meinen Info-Seiten zum Hawai'i Volcanoes NP habe ich Genaueres über Thomas A. Jaggar geschrieben.

Am Ende dieser Trailbeschreibung findet ihr unter "Wissenswertes" all das, was uns Alana von der 'Ainahou Ranch erzählte.

Nach diesem Abstecher zur 'Ainahou Ranch wieder zurück am Fahrweg und diesem weiter in südlicher Richtung folgend, ist nach ziemlich kurzer Zeit rechterhand – etwas zurück versetzt – eine kleine Holzhütte zu erkennen. Linkerhand dieser Hütte sind manchmal Pferde zu sehen.

Nachdem die Piste einen 90°-Knick nach rechts gemacht hat, ist linkerhand eine Wildschweinfalle zu sehen. Die Tiere werden mit Papayas angelockt.

Wiederum ein Stück weiter gewandert, ist linkerhand Nene’s Sanctuary zu sehen. Dabei handelt es sich um ein Aufzuchtgebiet für Nene, der Staatsgans von Hawai’i.

Gleich daneben steht diese Holzhütte, auf deren Stufen wir uns gerne niederlassen, um unser Picknick zu verzehren.
Die Fahrpiste geht nun in Grasland über. Dass ab hier nur mehr wenig bis gar nicht mehr gefahren wird, ist auf den ersten Blick zu erkennen.

Nach insgesamt 2,4 Meilen ab Trailbeginn ist der 'Ainahou Trail zu Ende und mündet in den Keauhou Trail, über den man in weiterer Folge – Richung Osten/Nordosten – die Chain of Craters Road erreicht.

Da jedoch kaum ein Tourist die Möglichkeit eines zweiten Autos hat, um dies zuvor am Trailhead des Keauhou Trails abzustellen, ist es sinnvoll, an dieser Stelle umzudrehen und dem 'Ainahou Trail bzw. der 'Ainahou Road bis zum Auto zu folgen.
Empfehlenswert ist, Wandersandalen oder leichte Wanderschuhe zu tragen, für Sonnenschutz zu sorgen und Trinkwasser, ev. auch Snacks, mitzunehmen.

 

 

Wissenswertes

Alana McKinney erzählte uns im Mai 2009 die Geschichte der 'Ainahou Ranch:

Die 'Ainahou Ranch wurde 1941 von Herbert C. Shipman, einem erfolgreichen Geschäftsmann aus Hilo, erbaut.
Shipman war bemüht, die damals schon aussterbende Nene nicht nur zu erhalten, sondern auch zu vermehren und baute eine Sanctuary.
'Ainahou bedeutet übersetzt "neues Land" und der heutige 'Ainahou Trail hieß in früheren Zeiten "'Ainahou Track", vor nicht langer Zeit wurden darüber Aufzeichnungen gefunden.

Shipman errichtete Kipuka Nene, da er diese Gans besonders schützen wollte und er züchtete viele Orchideen. Die alten Vorrichtungen sind heute noch hinter der Ranch zu sehen.

1969 begann die Eruption des Mauna Ulu, der nachfolgende Lavafluss versperrte den Hwy..
Die Rinder, die bis zu diesem Zeitpunkt auf der Ranch lebten, wurden in Sicherheit gebracht.

Die Vulkanasche am Dach der 'Ainahou Ranch war so dick, dass es brannte. Cowboys stiegen auf das Dach und fegten mit Palmblättern die Asche weg.

Danach war die 'Ainahou Ranch verlassen und wurde erst Dank Mrs. Alana McKinney mit ihren Helfern freigelegt, die Ranch war nämlich von Bäumen und Sträuchern völlig überwuchert und nicht mehr zu sehen.

Die Tätigkeiten werden jedes Jahr von Nenes Brutzeit unterbrochen, da sich die Nenes dann in der Nähe des Hauses aufhalten und nicht gestört werden dürfen, was sowohl Alana McKinney als auch die Volunteers respektieren. Somit ist jeden Frühling, wenn Nenes Brutzeit zu Ende ist, die Ranch wiederum von Pflanzen überwuchert und die Arbeit beginnt von vorne, statt dass sie dort weitermachen können, wo sie eigentlich möchten.

Die Story, weshalb die Ranch zu einem historischen Gebäude erklärt wurde, machte uns sprachlos: 1971 verkaufte Shipman die 'Ainahou Ranch an den Volcanoes NP und die damalige Verwaltung wollte die Ranch 1993 zu Feuerwehrübungen abbrennen. Dies wurde u. a. von Mrs. Alana McKinney und Frank Box (er ist Ranger im Volcanoes National Park) verhindert, die sich vehement für die Erhaltung der Ranch einsetzten und schließlich auch erfolgreich waren. Es wurden die "Friends of 'Ainahou" gegründet, hawaiisch "Na Ho Aloha 'Ainahou" genannt, die heutzutage "Friends of the Hawai'i Volcanoes National Park" heißen.

Der Plan ist, aus der 'Ainahou Ranch eventuell ein Museum zu machen, andererseits sie Gruppen zur Verfügung zu stellen, die picknicken und/oder zelten möchten. Es waren auch schon einige Camper hier, aber der Superintendent hatte Bedenken wegen Feuer und daher wurde Camping verboten. Mrs. Alana McKinney hofft, dass dieses Verbot bald wieder aufgehoben wird. Sie arbeitet seit 1998 hier, hat aber bereits 1993 schon Fotos von der überwucherten Ranch und auch vom Inneren gemacht.

2007 wurde die Fassade gestrichen, aber dann hieß es, es sei die falsche Farbe, das dürfe nicht bleiben, schließlich sei die 'Ainahou Ranch ein historisches Gebäude.

2008 wurden Moskitogitter bei sämtlichen Türen und Fenstern angebracht, aber es sei ein äußerst steiniger Weg, Geld vom National Park für solche Investitionen zu bekommen.
Und dadurch, dass die 'Ainahou Ranch ein historisches Gebäude ist, hat Alana McKinney und ihre Helfer die speziellen Auflagen strikt zu befolgen.

Sämtliche Pflanzen, die auf dem insgesamt 6.324 acres großen Grundstück der Ranch wachsen, wurden von Herbert C. Shipman gepflanzt und sind geschützt. Im Mai 2009 haben Alana und ihre Helfer eine große Ulme entdeckt, die sie zuvor nie gesehen hatten, weil sie überwuchert war – wie noch so vieles andere.

Shipman hatte seinerzeit, bei der Erbauung der Ranch, großen Wert darauf gelegt, dass er von seinem Schlafzimmer aus direkt in den Wassertank sehen kann, um die Höhe des Wasserspiegels bestimmen zu können.

Nicht mehr zu erkennen, aber in der Mitte dieses Bildes stand der große Wassertank.

Der Wassertank wurde zwar schon längst entfernt, aber die Grundmauern, auf denen er stand, sind nach wie vor vorhanden, wie man durch eine Art Fenster vom Schlafzimmer aus sehen kann. Ansonsten ist dieser Wassertankraum dzt. mit Gerümpel besetzt.

Früher wurde Strom mittels eines Generators erzeugt, aber mittlerweile ist die elektrische Versorgung dermaßen herunter gekommen, dass sie nicht mehr funktionstüchtig ist.

Es gibt im Garten eine kleine Solar Power Station, aber sie war im Mai 2009 ebenfalls ohne Funktion, da mehrere Panele gebrochen sind.

UPDATE Juli 2015: Die Solar Power Station wurde mittlerweile wegen Funktionslosigkeit abgebaut.

In unmittelbarer Nähe gibt es Plumps-Klos. Witziges Detail am Rande: Es gibt sogar ein Partner-WC So etwas sah ich noch nie zuvor

Auch eine gemütliche Sitzgruppe wurde bereits angeschafft.

Am Gelände steht ein neuer Wassertank, das "Gaslager", wie ich es bezeichne, ist jedoch alt und auch in dem Zustand, in dem es verlassen wurde.

Auch gibt es bereits einen kleinen botanischen Lehrpfad, der nach und nach ausgeweitet werden soll.


Jahr für Jahr brüten hier bei der 'Ainahou Ranch die Nene. Zu dieser Zeit darf das Gelände von niemandem betreten werden, um die Brutzeit der Nene nicht zu stören. Nicht mal Alana kommt dann hierher - niemand. Meist ist diese Sperre bis Ende April, aber im Jahr 2010 dauerte sie sogar bis Ende Mai.