Dienstag, 16. 6. 2015

Um 5:20 läutet unser Handy und kurz darauf der Radiowecker. Wir stehen flugs auf, machen uns fertig und dann richte ich unsere letzten Sachen zusammen. Meinen Kofferrucksack bekomme ich wegen Überfüllung fast nicht zu, aber es gelingt dann doch irgendwie.

Um 6:20 fahren wir los. Den Schlüssel vom Haus sperrt Michi in die Lockbox ein, so ist es vereinbart.

Um 7:10 geben wir unseren Jeep bei Alamo am Airport ab, das funktioniert wie immer problemlos. Dann gehen wir zum Shuttle, der auch schon kommt und wir sind die einzigen Passagiere.

Beim Airport angekommen werden wir von einer sehr kleinen Angestellten zum Counter gebeten, also noch richtig mit Mensch dahinter. Wir checken ein und kurz darauf geben wir die Koffer ab.

Dann sehe ich, dass Horst umpacken muss und gehe zu ihm, um ihm zu helfen. Sein Koffer hat angeblich 1,5 Pfund zu viel Gewicht. Er entnimmt Wurst und Elektroniksachen, dann wird der Koffer akzeptiert.

Wir gehen zum Security Check, wobei Michi und ich Pre-Check haben. Innerhawaiisch müssen wir jedoch die Flüssigkeiten extra herauslegen, Netbook und iPad darf ich im Kofferrucksack belassen. Sowohl Michis als auch mein Rucksack wird zur Seite geschoben. In meinem Rucksack wird ein Netbook gefunden (das gab ich doch zuvor schon an!). Er dachte, es sei ein Laptop, denn einen Laptop muss man auch bei Pre-Check aus dem Rucksack nehmen. Beim Netbook wird ein Sprengstofftest durchgeführt, der natürlich negativ ist. In Michis Rucksack wird der Rasierschaum mit 100 ml gefunden. Ich habe ihm extra noch zuvor gesagt, ALLE Flüssigkeiten aus dem Rucksack! Hast mir wieder mal nicht zugehört!


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Nun gehen wir ins Ai Ono Café. Jeder von uns bestellt das Classic Breakfast.
Unsere Maschine steht schon hier.

Um 9:35 hebt unsere Maschine in Lihu'e ab und um 10:07 setzt sie in Kahului auf Maui auf. Der Pilot nahm heute eine völlig andere Flugroute, solch eine flogen wir in den ganzen letzten 20 Jahren nicht.

WELCOME TO MAUI!

Wir gehen zum Baggage Claim, dort ist nur ein Band in Betrieb, bei diesem ist jedoch unser Flug nicht gelistet. Michi guckt auf der Übersichtstafel nach, auch dort ist unser Flug nicht zu finden.

Wir warten trotzdem beim Kofferband und schon bald kommen unsere Koffer. Beim ersten Shuttle Bus kommen wir wegen Überfüllung nicht mit, sondern müssen auf den zweiten warten.

Entsprechend groß ist der Andrang bei Alamo. Ich gehe alleine zum Schalter, während Horst und Michi hinten das Gepäck bewachen. Horst kommt dann nach, da er der zweite Fahrer sein wird.

Dann tritt auf einmal ein riesengroßes Problem auf: Ich finde meine Kreditkarte nicht!!! Alarm!!! Außerdem weiß ich die Adresse von Stewarts Cottage nicht auswendig. Es hilft nichts, wir müssen uns vom Schalter entfernen und da fällt mir ein, dass ich zum ersten Mal überhaupt meine Geldbörse im Wanderrucksack ließ, ehe ich diesen in den Koffer gab Das wäre noch nicht so schlimm, aber der Koffer ist mit einem TSA-Schloss abgesperrt und der Schlüssel für dieses Schloss ist in der Geldbörse, die im Wanderrucksack ist!!

Horst zückt sein Jausenwerkzeug, kurz darauf lässt sich der Koffer öffnen Von wegen TSA-Schloss...

Im Handumdrehen habe ich alles Nötige für die Autoübernahme beisammen. Ein Blick nach draußen zeigt, dass nur 4-door Jeep Wrangler hier stehen.

Horst und mir rät der Angestellte zu einem Upgrade auf einen 4-door, was ich jedoch ablehne. Ich gehe nach draußen und bitte, dass man mir einen 2-door vorfährt. Geht nicht, es ist im Moment keiner vorhanden. Ja Himmel noch mal, dann muss doch ein kostenloses Upgrade auf einen 4-door möglich sein! Die junge Angestellte sagte, wir können uns von den dort drüben stehenden Jeeps einen aussuchen, doch ihre ältere Kollegin funkt dazwischen, indem sie ihr etwas zuflüstert. Daraufhin wagt die jüngere nicht mehr, etwas zu sagen. Mit meinem (an die ältere Kollegin gerichtet) "mahalo, I know, how Alamo works" drehe ich mich um und gehe ins Gebäude. Dort steht wie gerufen der Manager des Tages mitten im Raum und noch dazu unterbeschäftigt, d. h., er hat offensichtlich nichts zu tun. Ich begrüße ihn und trage unser Anliegen vor und er sagt, er werde schauen, was er für uns tun kann. Just in diesem Moment erhält er einen Anruf, höchstwahrscheinlich von der älteren Kollegin draußen, denn nach dem Beenden des Gesprächs ist nichts mehr mit "er wird schauen, was er für uns tun kann" Stattdessen erklärt er mir, dass er uns leider kein kostenloses Upgrade geben kann, aber er kann mir einen sehr guten Preis für das Upgrade geben. Na herrlich, das kenne ich schon, jetzt geht es sicher erstmal bei $ 50/Tag los und dann muss ich beinhart verhandeln. Den Herrn habe ich falsch eingeschätzt, denn er sagt, 19 Dollar am Tag, das hätte ich nicht erwartet, besonders auf Maui nicht, aber damit bin ich zufrieden, weil ich sowieso keine andere Chance mehr sehe. Knirschend lasse ich den Betrag von meiner Kreditkarte abbuchen.

Mit einem roten 4-door Jeep brausen wir davon

Da ich schon vom Flugzeug aus sah, dass das 'Iao Valley mit der 'Iao Needle in der Sonne liegt, mache ich den Vorschlag, dass wir, noch ehe wir zum Cottage nach Kihei fahren, ins 'Iao Valley fahren. Ich biete an, ich bleibe im Auto und bewache unsere Sachen, während die beiden Herren sich das 'Iao Valley mit der Needle vorknöpfen können.

Gesagt, getan, die beiden ziehen los. Zwar sind in der Zwischenzeit ein paar Wolken eingefallen. Parkplätze sind rar, aber nach einer Runde fahren habe ich mein Parkplätzchen, wo ich es mir gemütlich mache. Ich schnappe mir das iPad, bekomme aber nur schwer ein Netz und wenn dann nur dann, wenn ich das iPad an die Fensterscheibe halte.

Horst und Michi filmen und fotografieren viel, auch den 'Iao Stream.

Nach ca, 1,5 Stunden tauchen sie wieder beim Auto auf.

Nun fahren wir nach Kihei und finden auf Anhieb das Cottage von Stewart. Zwar sieht die Zufahrt zum Cottage unscheinbar aus, aber da ich sie zuvor mit Street View angeguckt habe, weiß ich, dass sie das ist und so ist es auch.

Das Cottage ist wunderschön. Im Wohnzimmer läuft ein Ventilator, offenbar wurde kurz zuvor ein Fleck entfernt. Alles ist tip-top.

W ir räumen unsere Sachen aus dem Auto ins Haus. Stewart bekommen wir in dieser Zeit nicht zu Gesicht.

Um 16 Uhr verlassen wir das Cottage, denn wir haben Hunger und lassen uns in Kihei beim Subway nieder, wo wir uns Brötchen bestellen inklusive Cola light

Anschließend fahren wir zur La Perouse Bay, wo wir um 17:20 ankommen. Dicke Wolken sind über unseren Köpfen, Horst filmt ausgiebig, wie immer.

Nach einer Stunde verlassen wir die La Perouse Bay und fahren zum Foodland nach Kihei. Hier kommt uns wieder die Maika'i Card sowie unser 5 %-Gutschein zugute, das macht immerhin 50 Dollar Abzug.

Dann suchen wir noch eine Wasserzapfstation, doch beim Foodland gibt es keine. Wir bekommen den Tipp, im nächsten Shopping Center soll es einen geben, aber in welchem Shopping Center? Es stellt sich heraus, dass das im Ulu Market ist.

Da der Sonnenuntergang naht, fahren wir rasch in die Nähe des Pazifiks. Ich ergattere einen nicht ganz regulären Parkplatz, weswegen ich wieder einmal mehr im Auto sitzen bleibe, während die beiden Herren aussteigen und einen traumhaft schönen Sonnenuntergang filmen und fotografieren.

Im Cottage zurück, packe ich unsere Koffer aus und bereite unser Abendessen zu. Anschließend setze ich mich zum iPad, die Satellitenkarte verspricht nichts Gutes. Was soll denn das??

Horst geht bald ins Bett, wir machen es ihm nach, allerdings erst um 1 Uhr. Doch zuvor gehen wir natürlich unter die Dusche, Michi zuerst. Kaum ist er in der Dusche, ruft er "Maus, kommst du mal!" Ich eile zu ihm, er zeigt mir einen ca. 12 cm großen Scolopendra, der innen am Duschvorhang sitzt. Puhhh! Wie soll ich denn dieses Tierchen entfernen, ohne dass es mir entschlüpft? Ich eile in die Küche, dort habe ich Plastikgefäße mit Deckel gesehen. Wieder zurück, sitzt der Scolopandra immer noch dort, wo er vorhin saß. Dann ran an die Sache und ich habe Glück, der Scolopendra sitzt im Plastikgefäß, das ich in Windeseile schließe. Morgen in der Früh müssen wir das unbedingt Horst zeigen, denn die Stiche eines Scolopendras können sehr unangenehm sein.

Sleep well