Freitag, 12. 7. 2013

Heute ist ein denkwürdiger Tag, denn heute vor 9 Jahren hatte Michi seine beiden Schlaganfälle.

Das Handy holt uns um 7 Uhr aus dem Schlaf. Es zwitschern sehr viele Vögel, es ist paradiesisch schön hier. Wo bleibt heute eigentlich der Revierhahn? Er vernachlässigt seine Pflichten
Michi verschwindet ins Bad und ich in die Küche. Bald darauf lassen wir uns das Frühstück schmecken Von Conrad ist keine Mail gekommen, ärgerlich

Die Radarkarte zeigt Wolken, die sich auflösen, nicht so übel. Michi zögert, an unserem heutigen Plan festzuhalten und meint, wir könnten wieder mal die Keanakolu Road fahren.
Der Stechginster blüht zwar um diese Jahreszeit nicht, aber schön wäre es trotzdem.

Klickt auf die Fotos zum Vergrößern.

Um 9:30 fahren wir Richtung Saddle Road. Mist! Das Wetter sieht nicht gut aus!, das macht keinen Spaß

Wir sind neugierig, wie das Wetter vom Beginn der Keanakolu Rd. aus aussieht. Schon vor der Abzweigung zur Mauna Kea Access Rd. ist es herrlich sonnig, aber der Blick vom Beginn de Keanakolu Rd. aus ist nicht das, was wir uns wünschen.

Nein, wir disponieren doch um und fahren auf der Saddle Rd. weiter und zwar bis zur Abzweigung der R 10-Road. Vor uns ist der Himmel heller, die Entscheidung dürfte besser sein.

Beim Mauna Kea State Park vorbei, haben wir strahlend blauen Himmel über unseren Köpfen

Um 11:05 erreichen wir die Abzweigung zur R 1-Road, das Tor steht offen.


Ein großer Pickup biegt vor uns ab, auf dem Auto steht „for official use only“. Ein junger Mann steigt aus und geht zur Kilohana Hunter Checkin Station, nimmt ein paar Zettel und heftet sie auf die Tafel.

Michi fragt, ob wir ohnehin hier hinauf fahren dürfen und der junge Mann sagt, wir dürfen. Wir sollen aber Acht geben, denn es sind Jäger unterwegs. Die Jagdsaison für Vögel („endangered birds“) am Mauna Kea und nur hier ist ganzjährig und zwar von Montag bis Sonntag. Es wird jedoch nur mit Armbrust bzw. Pfeil und Bogen gejagt.
In anderen Gebieten darf nur an Wochenenden und Staatsfeiertagen gejagt werden.

 

Auf der gelben Info-Tafel steht eine Fülle an Informationen, auf der Rückseite der Tafel steht, dass Autos mit einem offiziellen Kennzeichen kein Permit für das Befahren der Straße benötigen.

Man muss sich jedoch registrieren, wenn man hier fährt. In der Box neben der Info-Tafel ist der entsprechende Zettel zu finden. Mit der jeweiligen Uhrzeit trägt man sich ein und vor dem Verlassen wieder aus. Bisher sind wir die einzigen, die unter dem heutigen Datum eingetragen stehen.

Allrad ist Pflicht. Wir dürfen nur die R 1 und R 10 befahren.

Tafeln über Tafeln...

Um 11:35 starten wir, das GPS ist bereit.

Wir fahren auf der Pu’u La’au Rd., auch Skyline Road genannt, das ist die sogenannte R 1-Road (noch nicht R 10). Beidseits ist Wald mit Grasland dazwischen. Es blüht gelb. Die Piste ist in einem guten Zustand.
Erst später, an der Ranger Station nahe Pu’u La’au nach 4,25 Meilen, teilt sich die Straße, links bzw. geradeaus ist die Mauna Kea Hunter Access Rd., wo man auf haarigen 32 Meilen zu Hale Pohaku nahe dem Mauna Kea Visitor Center kommt. Hierfür bräuchte man 5 Std.
Die rechte Abzweigung geht an alten Ranger Cabins bergan auf ca. 5.000 Fuß und zwar über 12 Meilen. Von hier hätte man spektakuläre Sichten auf den Mauna Loa, den Hualalei und Maui. Ungefähr eine Meile von der Ranger Cabin entfernt gabelt sich die Piste erneut. Rechts geht es auf 10.000 Fuß hinauf und links zu den Observatorien am Pu’u Pohaku in der Nähe des Gipfels.

Die wegführende R 14 und R 15 dürfen wir nicht befahren.

Es zwitschern viele Vögel, aber das haben wir erwartet, denn hier ist ein Vogelparadies. Die Piste ist extrem staubig.

Wir fahren durch den Kaohe Forest Reserve. Es wachsen Mamane und Iliahi.

Im Hintergrund ist er Mauna Kea zu sehen.

Nach einiger Zeit fahren wir beim Grader und einer Walze vorbei.

Immer wieder sehen wir beidseits Installationsrohre, aber nur kurze Stücke, einen Bogen mit einem geraden Stück daran. Innen sind die Rohre schwarz lackiert. Am oberen Ende, an dem das Rohr waagrecht weggeht und mit einem Bandeisen befestigt ist, sind am Eingang Drähte kreuz und quer gespannt, sodass nur kleinere Löcher offen sind. Anscheinend sind das Nistkästen für kleine Vögel. Andere Tiere können durch das Gitter nicht hinein und daher keine Eier rauben. Das wäre die einzige Erklärung.

Während wir fotografieren und filmen, hören wir ein Motorgeräusch und kurz darauf kommt uns ein Auto entgegen. Der Fahrer bremst, neben ihm offenbar seine Frau. Er fragt, ob wir vielleicht Apapane gesehen haben. Ich muss verneinen, Apapane sahen wir leider auch noch nicht (Anmerkung: Apapane sind endemische Vögel).

Zu unserer Linken kommt ein kleiner Pu’u, mit einem gelben Schild und einem Zaun rundherum. Es ist ein Wildschweinzaun.

Um 12:30 kommen wir zu einer Gabelung. Rechts geht die R 1 weiter. Hier steht ein Schild mit der Aufschrift „Mauna Kea Forest Reserve Pu’u La’au“.

Links führt ein schmaler Weg nach – tja, nach wohin? Das wollen wir jetzt wissen und fahren dorthin.


Kurz darauf stehen wir auf dem Pu’u La’au, 7.446 Fuß hoch, die Aussicht ist mäßig, da es sehr trüb ist. Auf engstem Weg drehe ich das Auto um.

Wir fahren wieder zurück und die R 1 weiter. Rechts vor uns ist eine Hütte, die Tür steht offen. Der Boden der Hütte ist schon sehr morsch, sodass ich die Hütte lieber nicht betrete.

Daneben ist ein Toilettenhäuschen.
Beim genauen Inspizieren entdecke ich bei einem Busch eine Gedenktafel.
Wir fahren durch Wald weiter. Überall hängen blaue Bänder.
Und dann liegt wieder der Mauna Kea in voller Pracht vor uns.
Dann stehen wir vor einer Y-Gabelung. Links geht die R 1 weiter und rechts bzw. geradeaus die R 10. Wir fahren die R 10.
Beidseits blüht es wunderschön gelb und weiß, wenngleich auch nur wenig. Es geht ständig bergauf.
Doch schon bald ist der Pistenzustand deutlich schlechter, viele spitze Lavasteine sind auf der Fahrbahn. Da wir kein Risiko eingehen wollen, drehen wir um.
Es ist Zeit fürs Picknick. Michi entdeckt einen Baumstamm, der als Sitzplatz geeignet ist und wir lassen uns das Mitgebrachte schmecken

Um 14:30 fahren wir weiter.

Bei der Kreuzung mit der R 1 fahren wir ein Stück in diese hinein. Links, ca. 30 m von der Piste entfernt, ist eine Überdachung mit Wassertanks darunter. Unweit davon eine zweite Überdachung, ebenfalls für einen Wassertank.

Wir fahren nicht mehr sehr viel weiter, sondern drehen wieder um, wir wollten ja nur unsere Neugier stillen. Wir haben den Verdacht, dass wir mittlerweile völlig alleine in diesem Gebiet sind, wir hören keine anderen Motorgeräusche, keine menschlichen Stimmen – nichts dergleichen. Natur pur!

Nun entdecken wir Sträucher mit Wild Plums! Wir stärken uns, sie schmecken köstlich!

Im unteren Bereich der Piste, schon in Sichtweite zum Hunter Checkin Häuschen, sehen wir zahlreiche Fußtritte auf der Piste. Offenbar sind sehr viele Leute bergauf gegangen. Nur – wohin? Zum ersten Mal sehen wir das bei der Abzweigung zur R 15, weiter oben nicht. Der Gruppe sind wir jedoch nicht begegnet. Wie auch, die R 15 dürfen wir ja nicht fahren und dort führen die Fußtritte, von der R 1 kommend, hinein.

Bei der Kilohana Hunter Checkin Station trage ich uns wieder aus. Es ist 16:20.

Am Rückweg nach Hilo beginnt es am alten Teil der Saddle Road zu schütten. Ob das genügt, um unser Auto wieder gewaschen zu bekommen?

Als wir auf den Pu'u Huluhulu zukommen, fahren wir wieder in strahlendem Sonnenschein!

Bei unserer Aloha Tankstelle in Hilo stillen wir den Durst unseres Autos.
Anschließend geht es zum Starbucks, wo uns Michi einen Espresso für zu Hause holt

Um 17:50 stellen wir das Auto absichtlich nicht unter dem Vordach, sondern davor ab, in der Hoffnung, dass irgendeiner der Hilo-Wolkenbrüche unser Auto besser reinigt.

Zum Espresso gönnen wir uns ein zuckerfreies Eis. Anschließend guckt Michi TV und ich sitze vor dem Netbook.

Ich bereite unser Abendessen zu, das wir uns schmecken lassen

Um 23 Uhr beginnen wir mit dem Matratzenhorchdienst.

Sleep well