Donnerstag, 20. 6. 2013

Frisch und munter stehen wir um 5:30 auf. Wo ist der Hahn heute? Hat er etwa verschlafen?

Ich bereite unser Frühstück zu, während dessen Michi im Bad ist und anschließend lassen wir uns das Frühstück schmecken

Um 7:30 fahren wir Richtung Volcanoes NP. Lassen wir uns überraschen, welches Wetter uns dort erwartet.

Um 8 Uhr parken wir uns beim Kilauea Visitor Center ein, damit Michi den Dispatcher anrufen kann. Den Zettel mit der Telefonnummer des Dispatchers haben wir von Alana letztes Jahr bekommen. Die Hilfsrangerin versteht nicht, worum es geht und sagt, die Rancher kommen erst um 9 Uhr. Wir brauchen keinen Ranger, wir brauchen ein Telefon, um den Dispatcher anrufen zu können. Kurz darauf kommt ein junger Rancher mit Gipshand, er ist sehr freundlich, er wird den Dispatcher anrufen. Wir müssen unsere Namen sowie die Handynummer nennen. Meine Güte, was für Umstände macht ihr euch denn? Michi wird es zu bunt und er sagt, Alana komme doch ohnehin um 10 Uhr und bringt das Radio (= Funkgerät) mit. Daraufhin ist er erleichtert und wir können endlich von dannen ziehen.

Beim Visitor Center ist es nebelig und kalt, je weiter südlich wir fahren, umso mehr bessert sich das Wetter, wie fast immer. Um 8:25 machen wir kurze Rast beim Mauna Ulu Parkplatz, aber nur deswegen, um unsere festen Schuhe anzuziehen.

Klickt auf die Fotos zum Vergrößern.

Zehn Minuten später sperrt Michi das Gate auf.

Um 8:45 sind wir bei ’Ainahou.

Wir sperren den Schuppen auf, schnappen unser Werkzeug und beginnen mit der Arbeit.
Kurz darauf kommt M., sie kennt sich sehr gut mit den Lilien aus. Die Lilien haben wiederum Läuse und diese möchte sie bekämpfen.
Geraume Zeit später kommt Alana mit den anderen Volunteers und Alana begrüßt uns mit „welcome home!!!“ Sie übergibt uns neue Volunteer-T-Shirts, Urkunden über unser Volunteering in 2012 sowie ein DIN--4-großes Buch, das über 200 Seiten hat. Es ist der Olmsted Report! Auch dieses Buch dürfen wir, als Dank für unsere Tätigkeit, unser eigen nennen

Kurz eine Erklärung zum Olmsted Report: Hier muss ich in die Vergangenheit der letzten drei Jahre schweifen: Der Verwaltung des Hawai'i Volcanoes NP war in der genannten Zeit die 'Ainahou Ranch ein Dorn im Auge. Das ging so weit, dass die Wasserleitung durchschnitten wurde, damit wir die Pflanzen nicht bewässern konnten! Das Gras durfte nicht mehr gemäht werden, da angeblich Nene, die Staatsgans von Hawai'i, nur die langen Gräser frisst, was bewiesen schlichtweg falsch ist! Nene liebt kurz geschnittenes Gras, das war der Grund, weshalb die Nene, die ansonsten bei der 'Ainahou Ranch leben, zum relativ nahe gelegenen Golfplatz übersiedelt sind, da sie dort kurzes Gras vorfanden. Wo Nene sind, darf sich laut der "Neneschützer", wie sie sich nennen, der Mensch nur mit 15 Fuß Entfernung aufhalten, am liebsten aber ganz verschwinden - außer die Neneschützer, diese dürfen an die Nene ganz nahe dran. Was für eine Logik! Da die Nene am Golfplatz waren, durfte dort nicht mehr Golf gespielt werden, ein Golfbällchen könnte ja auf Nenes Haupt fallen. Die Golfspieler waren sauer und wir happy, da wir arbeiten konnten, weil bei uns fast keine Nene mehr waren.

Das waren jetzt nur zwei Beispiele, aber die Liste könnte ich noch um einige Punkte verlängern, einer lächerlicher als der andere...

2010 und 2012 kamen einige Leute von Olmsted aus New York, um sich ein Bild von der 'Ainahou Ranch und dem Ranchgelände zu machen. Sie waren hin und weg, wie schön es bei 'Ainahou ist, wie gepflegt der Garten ist, wie fachgerecht die Bäume und Sträucher geschnitten sind und sie versprachen, ein entsprechendes Gutachten abzuliefern. Und dieses Gutachten ist der über 200 Seiten lange Olmsted Report.

In ihm ist die Geschichte von 'Ainahou in Form von Texten und Bildern dargestellt, von Anfang der 1940er Jahre bis inklusive 2012 und am Ende des Reports steht, was nun alles zu erfolgen hat (= Anweisung an den Volcanoes NP): Gras MUSS gemäht werden! Der Wassertank MUSS gefüllt werden. Die gekappte Wasserleitung MUSS wieder hergestellt werden, damit die Pflanzen entsprechend gegossen werden können.

Um 12 Uhr schlägt Alana den Gong, es ist Lunch Time! Wir versammeln uns unter der Korkeiche. Jeder hat etwas für die Allgemeinheit mitgebracht.

Eine Volunteerin erzählt, dass ihre Schwester früher in Kalaupapa auf Moloka’i gearbeitet hat und die Erkrankten bekamen Vienna Sausages.

Das Hauptthema während des Lunches ist jedoch der positiv ausgefallene Olmsted Report. Jeder von uns ist glücklich, dass sich das in diese positive Richtung entwickelt hat. Ein Hauptproblem ist jedoch, dass wir zu wenige Volunteers sind, deswegen gibt es Pläne, Volunteers von den Friends of the Hawai’i Volcanoes NP um Hilfe zu bitten.

Um 14:30 sagt Alana, dass für heute Schluss ist. Wir möchten gerne weiter arbeiten und Alana gibt uns die Erlaubnis. Wir schweigen, da wir wissen, dass wir nicht für längere Zeit alleine und noch dazu ohne Radio hier arbeiten dürfen. S. macht Alana auf diesen Umstand aufmerksam und dadurch ist auch für uns Schluss mit dem Weiterarbeiten

Gemeinsam verlassen wir das Gelände. Alana hört vom Radio „Hilina Pali is hot“, was auch immer das heißen mag. Uns interessiert es und wir biegen in die Hilina Pali Rd. ein. Nichts ist hier „hot“ und auch die Temperatur ist mit 74° F alles andere als „hot“
Daher fahren wir wieder zurück und je mehr wir uns dem Kilauea Visitor Center nähern, umso mehr beginnt es zu regnen.

Wir fahren zum Kilauea Genera Store in Volcano, in dem es eine Chicken and Mushroom Soup gibt, die ich in der Mikrowelle aufwärme.

Anschließend fahren wir ins Prince Kuhio SC, wo wir um 16:35 das Auto abstellen.
Die Fastfoodläden haben so gut wie alle geschlossen und zwar fix. Möglicherweise kommt hier ein Zippy’s her. Auch andere Läden sind geschlossen, in noch geöffneten ist gähnende Leere. Wir sind schockiert
Bei einem Automaten holen wir uns eine Cola light. Wir überlegen wegen des morgigen Programms und wir würden am liebsten zu den Kamakaia Hills laufen. Das wären ca. 11 Meilen hin/retour.

Wir legen einen weiteren Stopp beim Sport Authority ein, finden aber keine geeigneten Wanderschuhe, weder für Michi noch für mich. Die Verkäuferin ruft auf der Kona-Seite an, aber negativ.

Um 18:45 stellen wir das Auto beim Haus ab.

Ich bereite unser Abendessen zu, aber nicht mehr viel, da wir die Suppe zuvor hatten.

Anschließend setze ich mich zum Netbook, um den aktuellen Tagesbericht in mein Forum einzustellen.
Bald bekomme ich eine Mail von Verena, meiner Reisebürolady. Sie schreibt, dass wir das Upgrade am Langstreckenrückflug bereits haben!! Wir würden auf 29 K + H sitzen. Ich bitte sie, uns ein bisschen weiter nach vorne zu setzen, was sie auch macht und somit werden wir auf 11 K + H sitzen

Um Mitternacht gehen wir ins Bett.

Sleep well