Sonntag, 9. 6. 2013


Der Wecker läutet um 7:30. Wir ignorieren ihn zunächst, bis er sich 15 Minuten später nochmals meldet.

Klickt auf die Fotos zum Vergrößern.

Ich bereite unser Frühstück zu und schneide eine Banana Poka auf. Es ist bisher nur eine gelb geworden, diese ist tatsächlich innen reif. Im Inneren befinden sich Körnchen wie bei der Guave und schmeckt tatsächlich süß-sauer.

Um 10 Uhr verlassen wir Kapa’a in Richtung Waimea Canyon. Zunächst möchten wir den Pihea Trailhead beim Pu’u O Kila Lookout ansteuern, da wir von dort sehr gut über den Alaka’i Swamp sehen und beurteilen können, ob überhaupt und welche der in Frage kommenden Wanderungen sich lohnen würde.

Um 10:40 biegen wir in Waimea in den Waimea Canyon Drive ein.

Bei der Abzweigung zu Koke’e Lodge & Restaurant sehen wir auf der Gegenfahrbahn ein Auto stehen. Auf der Ladefläche sehen wir, wie sich eine kurze Hose über einen Hundezwinger beugt. Plötzlich erkennen wir das Auto! Das gehört unserem Jäger von gestern, der so viele Hunde vermisst. Er sieht unser Auto sofort und macht das „Daumen hoch“-Zeichen. Ich sage zu Michi „ich glaube, er hat seine Hunde wieder“! Michi hält das für unmöglich, aber die Daumen hoch-Bewegung des Jägers deute ich so. Mitten auf der Koke’e Rd. drehe ich um und fahre das kurze Stück zurück, um mich hinter dem Pickup des Jägers einzuparken.

Er strahlt von einem Ohr zum anderen, er habe alle Hunde gefunden bzw. sie ihn! Wie? Was heißt alle? Zwei sind doch tot!?!? Nein, beteuert er, sie sind nicht tot, sie leben!!! Dann erzählt er: Es gibt immer wieder Jäger, die anderen die GPS-Geräte an den Hunden neidisch sind. Solch ein Jäger muss von der anderen Seite in den Canyon gestiegen sein (nur von unserer Seite ist der Zugang unmöglich, da man über eine Klippe springen müsste) und hat bei beiden GPS-Geräten an den Hunden den Aus-Schalter gedrückt!!! Daher war die letzte Position der Hunde immer die gleiche und "unser" Jäger schloss gestern daraus, dass sie tot sind. Heute am frühen Vormittag fuhr er, wie gestern schon angekündigt, wieder zum Kohua Ridge Trailhead, wo er gestern sein T-Shirt zurück ließ, damit die Hunde - falls sie kommen - seinen Geruch wahrnehmen können und beim T-Shirt bleiben. Er traute seinen Augen nicht, als er alle vermissten und die zweit tot geglaubten Hunde beim T-Shirt fand! Ein schöneres Happy End hätte die gestern so traurig geendete Story nicht nehmen können. Wir freuen uns riesig mit ihm

Seine Frau ist ebenfalls beim Auto, auch das Kind, aber beide nähern sich uns nicht. Dass der Jäger aber unser Auto erkannt hat, ist schon erstaunlich, denn schwarze Jeeps gibt es zuhauf.

Wir verabschieden uns, ich schieße noch ein Foto von seinem Pickup mit den Hunden darauf, setzen unsere Fahrt Richtung Norden fort und parken uns um 11:20 am Pu’u O Kila Lookout Parkplatz ein.

Beim Lookout ist nichts mehr mit schönen Fotos, die Sonne fehlt. Wir warten zwar eine Zeit lang, aber die Wolkendecke über uns ist zu kompakt, als dass sie von der Sonne durchbrochen werden könnte. Wir drehen um, für uns macht es keinen Sinn.

So, was machen wir mit dem restlichen Tag? Um das zu überlegen, fahren wir zu Koke’e Lodge & Restaurant, denn mit hier oben wandern ist definitiv nichts

Ohne einen Blick in die Speisekarte zu werfen, bestelle ich eine Clam Chowder und Michi fragt, ob es einen Lilikoi Pie gibt. Als Alternative wird ihm ein Coconut Pie angeboten.
An der Kassa bezahlen wir $ 15. Der junge Mann fragt uns, welche Sprache wir sprechen und wir antworten „German“. Darauf sagt er „danke schen“ und grinst. Dann guckt er mich an, ein Ruck geht durch seinen Körper und er sagt, wir wären doch erst vor wenigen Tagen hier gewesen. Stimmt, gutes Gedächtnis

Um 12:25 fahren wir die Koke’e Rd. in südliche Richtung. Bei der Papa’alai Rd. steht heute das Gate offen, obwohl das gar nicht sein dürfte!?!? Was soll das?

Wir kommen nur bis zum zweiten Gate und dieses ist verschlossen. Man kommt also auch an einem Wochenende nicht zur Contour Rd. und zu den westwärts wegführenden Pisten.

Bei der Ha'ele'ele Ridge Rd. steht zwar das Gate offen, aber die rote Feuerwarntafel ist nicht zu übersehen, also laufen wir hier nicht, da "not open to the public" ist.

Zwischen dem geöffneten und gesperrten Gate stehen ein paar Autos von Jägern. Ok, dann wieder retour und die Koke’e Rd. weiter in südliche Richtung gefahren.

Bei der Hunter Checkin Station ist auf dem Black Board ein Aushang, dass die 2012er Fire Closure immer noch aktiv. Der Zutritt für Jäger ist unter gewissen Bedingungen an Wochenenden möglich. Der Zugang zu den Ridge Roads ist grundsätzlich gesperrt. Weiters ist am Plan eingezeichnet, dass der Nualolo Cliff Trail gesperrt ist, was ich aber ohnehin schon längst weiß.

Um 13:20 fahren wir auf der 552 Richtung Kekaha weiter.

Entlang der Koke’e Rd. blühen im Moment sehr viele Silk Oaks, sie haben teilweise mehr Blüten als Blätter.

In Kekaha angekommen sehen wir, dass der riesengroße Souvenirshop geschlossen hat, auch das Café daneben ist geschlossen. Wir gehen zum Supermarkt hinüber und Michi wartet, bis die Kassiererin frei ist. Michi fragt, wie das mit den Läden ist, ob diese jetzt dauerhaft gesperrt sind. Nein, das ist nur am Sonntag so.

Michi nimmt sich einen French Vanilla, der ihm sehr gut schmeckt, aber auch sehr kräftig ist.

Für mich gibt es Mixed Nuts. Ich streife ein wenig durch den Laden, gucke, ob es zuckerfreies Eis gibt, Fehlanzeige

Für diese Tageszeit ist im Supermarkt sehr viel Betrieb, aber trotzdem schaffen wir es, mit der Kassiererin ins Gespräch zu kommen. Ihre Schwester putzt bei vermieteten Wohnungen und Häusern in der Gegend. Sie wird sie fragen, ob es ein Mietobjekt gibt, das für uns geeignet wäre. Sie sagt aber, dass gerade hier im Umkreis von Kekaha alle Mietobjekte sehr teuer sind, $ 200 die Nacht und aufwärts ist üblich. Die Mieteinheiten stehen oft monatelang leer, aber der Preis wird trotzdem nicht gesenkt.
Michi schreibt ihr unsere Namen und Email-Adresse auf, damit sie uns schreiben kann, wenn sie etwas von ihrer Schwester weiß.

Um 14:20 verlassen wir den einzigen Supermarkt von Kekaha und parken uns um 15 Uhr beim Hilo Hattie in Lihu’e ein. Ohne etwas gekauft zu haben, sind wir kurze Zeit später wieder draußen, fahren zum Foodland und anschließend zum Hotel.
Wäsche waschen ist angessagt und anschließend gehen wir zum Coconut Market Place hinüber und zu unserem Kaffeestand. Dort gibt es sogar einen triple espresso!

Wieder im Condo werfe ich das Netbook an, Michi setzt sich auf den Balkon und liest. Es dauert nicht lange und wir können den Trockner entleeren. Das meiste lege ich schön zusammen. Während Michi am Balkon weiter liest, bügle ich zwei Hemden.

Schließlich bereite ich unser Abendessen zu und wir öffnen das neue Glas mit den Pfefferonischeibchen, sie schmecken sehr pikant

Die Radarkarte zeigt ziemlich viele Wolken, dieses Mal vom Südwesten kommend.

Um 23 Uhr gehen wir ins Bett.