Mittwoch, 7. 7. 2010

Um 5.30 Uhr läutet das Handy. Nach der Morgentoilette ruft Michi Sara an. Laut Michi hat Sara eine traurige Stimme und teilt ihm mit, dass sie sich nicht vorstellen kann, dass heute unser Flug stattfindet, das Wetter ist einfach zu schlecht dafür Sara seufzt und äußert die Befürchtung, dass es auch morgen nichts wird, der Wetterbericht sei unter jeder Kritik. Tja, das haben wir auch schon mitbekommen

Zum Schluss gibt Sara schon fast den Auftrag, sie unbedingt am Freitag um 6 Uhr morgens anzurufen, sie ist bereit.

Also gut, für heute und morgen ist der Heliflug gestrichen. Michi ruft A. und T. an und teilt ihnen dies mit. T. meint, ok, kein Problem, dann drehen wir uns um und schlafen halt weiter.

Genau das tun wir auch und schlafen noch mal herrlich bis 9.15 Uhr!

Anschließend bereitet Michi den Kaffee zu, ich hole die bereits gestern Abend gefertigten Toasts aus dem Kühlschrank. Damit setzen wir uns auf dem Balkon und frühstücken äußerst gemütlich

Wir genießen einen Tagesbeginn, wie wir ihn uns in dieser Form nur sehr selten gönnen. Auch schmökern wir in der Zeitung, hören nebenbei das Meer rauschen, einfach herrlich

Unser Blick vom Balkon fast direkt auf das Meer.

Und so sieht das Islander on the Beach von unserem Balkon aus:

Für uns ideal, da wir beim Frühstück nicht die volle Sonne hatten.

Um 11.30 Uhr packe ich unsere Rucksäcke um, denn jetzt haben wir anderes vor.

Auf dem Hwy. 56, der mitten in Lihue zur Nr. 50 wird, geht es zuerst süd- und dann westwärts, bis wir in Hanapepe sind. Dort versuchen wir, einen Blick zum Waimea Canyon zu werfen, aber das misslingt, es herrscht dichte Bewölkung. Zu dumm aber auch: Über dem Meer ist wolkenloser Himmel

Daher drehen wir um und biegen südwärts in die Maluhia Rd. (= 520) ein, die in manchen Reiseführern auch mit „Tree Tunnel Road“ beschrieben wird.
Wir hätten viel früher abzweigen können, nämlich schon in Lawai und dort in die Lawailoa Lane (= 530), aber das wollten wir absichtlich nicht.

Wir passieren Koloa und es geht ein klein wenig zickzack-mäßig weiter. Schließlich kommen wir zu einem Kreisverkehr und verlassen diesen in südlicher Richtung, angeschrieben mit „Spouting Horn“. In der Folge fahren wir fast am Meer entlang, bis schließlich rechterhand der National Tropical Botanical Garden zu sehen ist.

Eine Vorankündigung gibt es jedoch nicht, man sieht nur unerwartet eine braune Holztafel, die gut beschriftet ist. Wir biegen ein und stellen unseren Jeep am ausgewiesenen Parkplatz ab.
Michi geht nochmals hinunter, um das Eingangsschild zu filmen.
Ich gehe schon mal langsam in Richtung „Giftshop & Tours“.

Wettermäßig ist es im Moment traumhaft schön, der Himmel ist blau und hat ein paar weiße Wolken, die Temperatur beträgt 36,2° C.

Zu Beginn ist der botanische Garten schon mal sehr sehenswert.

Im Visitor Center erkundigen wir uns bezüglich einer Tour und erhalten von einer freundlichen Lady die Auskunft, dass eine Tour in zehn Minuten beginnt.

Mit dem Bus wird man zum anderen Ende des botanischen Gartens gebracht und spaziert dann zum Visitor Center zurück.

Doch plötzlich sieht die Lady Michis Stativ und weist sehr vehement darauf hin, dass ein Tripod auf der Tour nicht erlaubt sei, nur ein Monopod. Sie verstehe zwar diese Regelung auch nicht, aber es sei nun mal so.
Die Tour würde $ 20 kosten und als sie unseren Unmut wegen des Verbotes bemerkt, flüstert sie uns zu, wenn wir ein kleines Tripod verwenden würden, das man nicht so leicht erkennt, wäre das sicherlich in Ordnung.
Michi fragt die Lady, wie man eine Pflanze, deren Blüte sich in vielleicht 2 oder 3 m Höhe befindet, filmen soll, wenn man nur dieses Mini-Tripod verwenden darf. Darauf weiß die Lady keine Antwort. Sie weist darauf hin, dass das Stativ den Erdboden beschädigt, sagt aber im selben Atemzug, dass der Weg durchgehend geteert ist
Michi versucht es erneut: Warum soll er das Stativ auf den Erdboden stellen, wenn der Weg ohnehin geteert ist Die Antwort der Lady: Es KÖNNTE aber sein, dass er das Stativ auf die Erde stellt und dann wird diese eben beschädigt.

Na gut, dann eben ohne uns. Wir zahlen nicht insgesamt $ 40 und dürfen dann in diesem botanischen Garten kein „ordentliches“ Stativ verwenden.

Für $ 2 kaufen wir uns den „Tour Guide Visitor Center“, in dem nur das relativ kleine Areal rund um das Visitor Center beschrieben ist. Der Plan ist ziemlich dürftig, aber das ist halt so.

Dieser Teil des botanischen Gartens ist nicht besonders sehenswert, zumindest für mich nicht, denn ich bin auf der Suche nach Blüten und davon gibt es hier nur sehr wenige.

Wir lassen uns unter einer Überdachung nieder, hier gibt es Sitzmöglichkeiten, verspeisen unsere Jause und gehen weiter.

Nach einer guten Stunde sind wir mit diesem Teil des botanischen Gartens fertig. Ich habe doch noch ein paar brauchbare Blüten gefunden.

Wir fahren vom NTBG ein kleines Stück weiter westwärts und schon sind wir beim Spouting Horn Park.

Wie des öfteren sind nur wenige Leute hier. Das Spouting Horn bläst heute wieder richtig schöne Fontänen in die Luft. Zuvor faucht es, fast unheimlich. Ich muss ein wenig auf die Kamera aufpassen, nicht, dass sie Salzwasser abbekommt.

Genug gefilmt und fotografiert, wir fahren nun die 520 und in der Folge die 530 westwärts und parken uns bei der Kaua’i Coffee Company bei einer Plumeria ein, die herrlich blüht.
Jetzt muss aber ein Espresso her

Frisch gestärkt mit Kaffee und Eis fahren Richtung Eleele, denn wir möchten zum Glass Beach.

In Eleele biegen wir linkerhand (weil von Osten kommend) in die Waialo Rd. ein (= 541) und fahren bis zu ihrem Ende.
Kurz vor ihrem Ende geht linkerhand die Aka Ula Rd. weg, die im weiteren Verlauf ungeteert ist (kann man auch leicht zu Fuß gehen, ist nur ein relativ kurzes Stück). Ehe diese Straße eine deutliche Linkskurve macht, lässt man das Auto stehen und geht zum Strand – zum Glass Beach. Wie der Name schon sagt, besteht er aus Glas, das vom Wasser rund gespült wurde. Besonders in der Abendsonne glitzert das Glas besonders schön und etliche Farben kommen zur Geltung. Doch nicht enttäuscht sein: Der Glass Beach ist sehr klein, fast winzig.

Anschließend gehen wir linkerhand weiter.
Hier befindet sich ein alter, relativ großer Friedhof. Die Grabsteine tragen chinesische Schriftzeichen, es gibt jedoch Ausnahmen, wie z. B. die Grabstelle von Benjamin und Gorge Kamaka.

Rechterhand des Friedhofs verläuft ein schmaler Fußweg.

Nach wenigen Minuten ist die Bucht mit dem Sea Arch erreicht, kurz darauf ein kleinerer zweiter Arch.
Ein Blick Richtung der Berge zeigt nichts Bedrohliches.

Der Weg führt leicht bergauf und wir gehen teilweise sogar mit dem Rücken zum Meer.

Anschließend gehen wir rechts weiter, es sieht wie eine alte Fahrpiste aus, ist es aber nicht. Hier geht man auf glatter, roter Erde.

Im Prinzip gehen wir am Meer entlang, aber nicht unmittelbar daneben, sondern nur in Sichtweite. Wir laufen etwas erhöht, durch eine Böschung mit einigen Bäumen und Sträuchern getrennt.

Es dauert nicht lange und die vermeintliche Fahrpiste geht in einen Pfad über.

Wir kommen zu einer Y-Gabelung und sind auf der Suche nach der Keyhole Cave. Hier sieht es gar nicht danach aus.

Der Zufall will es, dass uns zwei Einheimische mit Hunden begegnen. Sie sind zwar sehr oft hier, aber von einer Cave wissen sie nichts.

Wir folgen dem Weg bergab, bemerken jedoch sehr bald, dass wir falsch sind und drehen um.

Sicherheitshalber gehen wir zum Arch zurück, denn vielleicht haben wir die Cave von dort bis hierher doch übersehen, wer weiß?

Tja, und dann – wie aus heiterem Himmel – sehen wir die Keyhole Cave, die, wie der Name sagt, wirklich wie ein Schlüsselloch aussieht.
Bleibt die Frage offen, wieso wir vorhin daran vorbei gelaufen sind.

Wir filmen und fotografieren, müssen aber auf die leichte Brise Acht geben, damit wir die Linsen nicht hoffnungslos mit Meerwasser angespritzt bekommen.

Übrigens sind Flip Flops nicht angebracht, leichte Wanderschuhe sollten es schon sein.

In Anbetracht der Uhrzeit müssen wir leider umdrehen, zum Fotografieren ist aber dennoch kurz Zeit:

Nun gehen wir zum Auto zurück und fahren Richtung Lihue, tanken ist angesagt. Eine Gallone regular kostet $ 3,55.
Jetzt noch zum Foodland in Kapa’a. Nach ½ Std. ist unser kleiner Einkauf erledigt. Wir bezahlen $ 31 und sparen $ 8, d. h., der Einkauf hätte ohne Maika’i-Card $ 39 gekostet. Ab mit dem Gekauften zum Hotel.

Abendessenszeit! Ich richte uns Toast, die wir genüsslich verspeisen

Anschließend folgt wie immer der technische Teil.

Schließlich versuchen wir, neueste Infos zum Thema Wetterbericht via TV zu bekommen und das, was wir hören, ist deprimierend Von heute bis Mittwoch der nächsten Woche Regen, Regen, Regen. Kein Lichtblick am Himmel.

In der Hoffnung, diesen Wetterbericht widerlegen zu können, werfe ich das Netbook an und gehe zu weatherunderground. Und was ist dort? Ab heute leicht bewölkt und ab morgen nur mehr Sonne, Sonne, Sonne. Solch ein Widerspruch ist phänomenal!

Egal wie, ich richte noch die Toasts für das morgige Frühstück, wo immer wir es einnehmen werden…

Den Wecker stellen wir mal nicht so früh, rufen auch nicht Sara an. Abwarten, vielleicht meldet sie sich ja.

Es ist schon seltsam: Das Wetter schmeißt mit einer Regelmäßigkeit meinen Plan A über den Haufen, aber es hat auch etwas Gutes, denn so sehen und erleben wir Dinge, die auf Plan B und C stehen, das wäre sonst nicht möglich

Um 1 Uhr gehen wir ins Bett