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Großfeuer auf Gran Canaria

 

20. September 2017: Großfeuer auf Gran Canaria!!


Heute ist der Beginn des Großfeuers, für den morgigen Tag bitte hinunter scrollen.

Die Ursache ist dzt. unbekannt, aber beim Kreisverkehr vor Tejeda fing das Großfeuer an. Rasend schnell bereitete es sich aus, erreichte bald Cruz de Tejeda (die Filme im kanarischen TV waren erschreckend! Überall brannte es!!), ging ostwärts Richtung Las Lagunetas, andererseits aber auch südlich davon - Pico de las Nieves und zerstörte lt. TV auch einen Wanderweg auf den Roque Nublo.

Nachfolgend Fotos von heute untertags:

Weiter ging es auch Richtung Risco Blanco und in unsere Gemeinde - Santa Lucía de Tirajana.

Mit zunehmender Dämmerung sahen wir allein wegen des Qualms des Feuers das Feuer teilweise nur mehr angedeutet. Beunruhigend war für uns, als wir sahen, dass rechts von Risco Blanco die Flammen weiter nach unten kamen, das war in etwa in unsere Richtung.

Die Bevölkerung weiter oben dieser beiden Gemeinden wurden in der vergangenen Nacht evakuiert. Insgesamt wurden lt. kanarischem TV 800 Leute evakuiert und sind auch jetzt noch teilweise in Notunterkünften.

Gestern gingen wir erst um 3 Uhr morgens ins Bett. Bis dahin gingen wir immer wieder auf die Dachterrasse, um das Feuer zu beobachten.

So wie 2007, als wir ein (gelegtes) Großfeuer auf Gran Canaria hatten, sagte ich auch heute mehrmals "Berge in Flammen".

 

21. September 2017: das Feuer geht weiter

Wir standen früh auf, die Nervosität ließ uns nicht mehr schlafen. Zuerst gingen wir auf die Dachterrasse und sahen nichts als Wolken, Wolken, Wolken.

Es roch aber sehr stark nach Feuer und alles, was im Freien war, war voll von Ruß und Rußflanken. Aber es ist nicht der Rede wert, wir waren nur sehr erstaunt, als wir das vorfanden. Während des Großfeuers 2007 gab es das bei uns nämlich nicht.

Den Großputz beginnen wir erst, wenn das Feuer vorbei ist. Vorher macht es keinen Sinn. Die großen Rußflanken kehrten wir jedoch vorsichtig weg.

Wir saßen dann fast die ganze Zeit vor dem kanarischen TV, der ständig Neues brachte. U. a. wurde diese Skizze gezeigt, an Hand derer man sieht, wo das Feuer überall wütet:

Quelle: TV Canaria

Gegen Mittag sahen wir diese Rauchwolke aus Richtung Santa Lucía auf uns zukommen. Oh Gott, das verhieß nichts Gutes!

Zu diesem Zeitpunkt waren wir schon längst eine der fünf Gemeinden, die vom Feuer bedroht sind.

Wir fuhren nach Santa Lucìa, sahen aber nur dicke Wolken, es roch nicht nach Rauch. Überall lagen jedoch Rußflanken herum, von der Nacht zuvor, wie bei uns.

Wieder zu Hause sahen wir weiter TV, etwas Anderes interessierte uns nicht und übers TV wurden wir wirklich auf dem Laufenden gehalten.

Am späten Nachmittag wurde im kanarischen TV eine Skizze gezeigt, auf der man sah, dass nur mehr drei Straßen in den Bergen gesperrt sind, zuvor waren es sechs Straßen:

Quelle: TV Canaria

Am frühen Abend hörten wir im TV, dass Santa Lucía nicht mehr im Gefahrenbereich ist. Wir atmeten vorsichtig auf.

Um 19:45 kanarischer Zeit hörten wir im TV, dass alle Brandherde unter Kontrolle sind!!! Das ging wirklich Schlag auf Schlag, wir konnten es fast nicht glauben - und atmeten noch einmal mehr auf. Die Anspannung ließ langsam nach.

Morgen werde ich nochmal berichten, wie die Lage ist. Aber ich gehe davon aus (besser gesagt: ich hoffe es), dass der Einsatz von Helis nicht mehr nötig sein wird.

 

22. September 2017:

Heute hat Michi Geburtstag. Wir haben jedoch in Anbetracht der Feuersituation in den Bergen auf das Geburtstagsessen in einem Restaurant verzichtet. Es war uns nicht danach zumute.

Der erste Blick ging heute wieder zur Cumbre. Wir sahen eine an sich ganz normale Wolke, aber im rechten Teil sahen wir die bräunliche Verfärbung - das war keine ganz normale Wolke.

Wir hörten Helis, sie flogen auch mit leeren Wassersäcken bei uns vorbei, um nach einiger Zeit wieder mit vollen Wassersäcken zum Einsatzort zu fliegen.

Im kanarischen TV hörten wir wieder Neuigkeiten, z. B., dass eine vermisste Schwedin tot gefunden wurde. Wie wollte offenbar ihre Tiere in Sicherheit bringen und war dem Feuer zu nahe gekommen. Das wird zumindest vermutet.

Gegen Mittag ging ich auf die Dachterrasse, es sah recht gut aus:

Am mittleren Nachmittag hörten wir im kanarischen TV, dass das Feuer wieder außer Kontrolle ist!! Unvorstellbar, weil es doch von uns aus so gut aussah.

Gegend Abend hörten wir, ebenfalls im kanarischen Fernsehen, dass das Feuer immer noch außer Kontrolle ist!!

Hoffentlich werden die Helis von Teneriffa nicht - wie geplant - morgen nach Teneriffa zurück geschickt. Sie werden bei uns gebraucht!

Hier noch ein Foto vom frühen Abend:

Es kann doch gar nicht besser aussehen! Aber die Feuer sind außer Kontrolle lt. dem kanarischen TV. Unvorstellbar und trotzdem ernst zu nehmen.

Auch sahen wir im kanarischen TV einen aktuellen kurzen Film vom neu ausgebrochenen Feuer. Da in der Nacht keine Helis fliegen, versuchen die Feuerwehrmänner durch das Treten auf das Feuer dieses zu löschen. Sie schlagen auch mit Schaufeln auf die Feuer ein. Unglaublich, was sie leisten, um ev. noch Schlimmeres zu verhindern. Und selbst wenn sie keinen noch so geringen Erfolg haben sollten, allein, der Versuch, alles zu probieren, ist ein ganz großes Lob wert!!

 

23. September 2017:

Bereits am frühen Vormittag flogen die ersten Helis mit gefülltem Wassersack, wie in den letzten Tagen schon.

Unsere Nachbarin sagte kurz darauf, die Feuer sind gelöscht, aber die Helis flogen weiter. Das stimmte doch nicht zusammen. Auch das kanarische TV gab keine Meldung in dieser Richtung und online fand ich auch nichts dergleichen.

Um 15:56 gab das Gobierno de Gran Canaria bekannt, dass die Feuer unter Kontrolle sind und dass wir nur mehr Warnstufe 1 haben.

Für jene von euch, die spanisch verstehen, hier der Link: http://www.gobiernodecanarias.org/noticias/se/87126/gobierno-canarias-declara-controlado-incendio-gran-canaria

Wir sind sehr froh, dass die Feuer ein Ende haben. Dass eine seit 20 Jahren hier wohnende Schwedin dem Feuer zum Opfer gefallen ist, ist sehr, sehr traurig.

Mit einem tollen Foto von heute Abend kann ich nicht dienen, denn seit heute haben wir wieder Kalima:

Hiermit beende ich meine Berichterstattung von den Feuern auf Gran Canaria und wir hoffen, wie alle, dass keines mehr kommt.