Sonntag, 14. 7. 2013

Das Handy läutet um 6:30. Bald darauf genießen wir das Frühstück und stellen wieder einmal mehr fest, dass das French Bread für uns wirklich das Beste ist

Um 9:15 verlassen wir das Hilo Hale und biegen um 9:55 in die Straße ab, in der Alana wohnt.

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Der heutige Tag ist herrlich, die Sonne scheint vom Himmel.

Wir läuten und kurz darauf öffnet Alana die Tür. Auch ihre beiden Töchter sind hier. Wir plaudern ein bisschen und Bamboo, die Katze, kommt zu mir. Bamboo ist sichtlich erfreut, dass ich sie kraule.

Wir gehen mit Alana auf die Terrasse, plaudern über alles Mögliche, sie erzählt wiederum viel aus ihrem Leben und fahren dann zur Volcano Winery hinüber.

Ihr Mann hat 1986 mit dem Bau der Vinery begonnen. Als er in Rente ging, wollte er etwas Sinnvolles unternehmen und pflanzte just for fun Weintrauben an. Die Reben waren von Kalifornien. Sie gediehen sehr gut und ihr Mann überlegte und überlegte und kam zu dem Entschluss, die Weintrauben in größerem Stil anzubauen. Dazu pachtete er ein zweites und drittes Grundstück dazu.

Er errichtete das Gebäude mit den großen Tanks und auch das Gebäude, in dem sich heute der Tasting Room befindet.


Alana pflanzte sehr viel und zeigt uns, welche Pflanzen von ihr gesetzt wurden.

Am Foto links ist nur eine der vielen Pflanzen zu sehen, die Alana pflanzte.

Der Souvenirshop, der sich innerhalb des Tasting Rooms befindet (oder umgekehrt) ist sehr gepflegt und verfügt über ein ausgezeichnetes Sortiment.


Jahre später verkauften sie die Volcano Winery. Derjenige, der schon bei Alanas Mann in der Winery als Winzer gearbeitet hat, ist vom neuen Besitzer übernommen worden und arbeitet heute noch dort.

Alana wird im Tasting Room von Jeanett begrüßt, die mit einer anderen Dame die Weinverkostungen an zwei Theken betreibt. Es gibt verschiedene Weinverkostungen, je mehr Weine man kosten möchte, umso mehr ist zu zahlen, wobei das Ganze jedoch ein preiswertes Vergnügen ist.
Michi wählt die kleinste Weinverkostung, aber schon nach zwei Weinproben hat er genug, er ist Wein trinken ja nicht gewöhnt! Alana rettet ihn aus der Situation, in dem sie sagt, die sogenannte „Infusion“ ist unbedingt empfehlenswert. Das ist ein Wein, den nicht ihr Mann, sondern der Winzer namens Alex erfunden hat. Das ist ein Volcano Wein mit Honig und Tee, deswegen heißt er „Infusion“. Michi kostet und ist so begeistert, dass er sogar eine Flasche kauft. Das wundert mich jetzt doch, aber er sagt, dass man vom Alkohol kaum etwas merkt.

Die Dame von der Weinverkostung erzählt lachend, dass sie einmal nach dem Dinner den Fehler gemacht hat, eine ganze Flasche „Infusion“ zu trinken, weil es ihr so gut schmeckte. Daraufhin konnte sie die ganze Nacht nicht schlafen und hat daher die Wände im Haus gestrichen Diese „Infusion“ schmeckt angeblich am besten gekühlt.

Für Weinliebhaber ist die Volcano Winery ideal. Der Wein wird am Lavaboden gezogen, die Luftfeuchtigkeit ist hoch und für den Wein ist es wichtig, dass es auch kalte Temperaturen gibt, was in Volcano der Fall ist. Manchmal gibt es in Volcano sogar Frost.

Weiters erzählt Alana, dass die Weinstöcke immer wieder abgedeckt werden müssen, da sich Vögel darauf stürzen, weil ihnen die Trauben so gut schmecken.

Während Michi Wein verkostet, gucken Alana und ich hinten bei der Tür hinaus und sehen 16 (!) Nene (aufs Bild habe ich nicht alle bekommen).

Alana erzählt wiederum sehr viel aus ihrem Leben, was unglaublich interessant ist. Michi, der inzwischen schon längst bei Alana und mir steht, kommt aus dem Staunen genauso wenig heraus wie ich.

Schließlich verlassen wir die Winery. Alana sagt, sie muss noch ein paar Magazine bei S. und R. abgeben. Daher fahren wir zu R.’s Haus, in dem sie Housesitting machen. R. steht in der Garage und bläst das Laub aus der Garage. Wegen des Lärmes hört er uns zuerst gar nicht. Dann begrüßen wir ihn, S. ist in Kona bei einer Symphonieorchesterveranstaltung, ein Meeting.

Nun erzählt R. aus seinem und S.’s Leben. Schier unglaublich, was die beiden erlebt haben und wie es bei S. dazu kam, dass sie vor Jahren innerhalb von 2 Monaten Deutsch lernte! Wir wissen schon seit Jahren, dass S. sehr gut, man kann sagen – hervorragend - Deutsch spricht. Während des Volunteerings sprechen wir jedoch immer Englisch mit ihr, allein schon aus Höflichkeit den anderen gegenüber, die sonst nicht verstehen würden, was wir reden.

Wir ziehen dann mit Alana und ihrem Auto weiter zu einem anderen Grundstück, wo R. (ein anderer „R.“) und eine Volunteerin der ’Ainahou Ranch wohnen. Die beiden rodeten ein Grundstück für ihr Haus, das sie bauen wollen. Die Volunteerin kennen wir natürlich schon lange, aber R. sehen wir zum ersten Mal. Auch erzählt aus seinem bzw. ihrem Leben und welches Projekt sie in der Zukunft vorhaben.

R. erzählt uns so viel, als ob wir uns schon ewig kennen würden. Somit ist eine weitere sehr interessante Stunde vergangen.

Nach einer herzlichen Verabschiedung fährt Alana mit uns weg, wir sollten lunchen, schlägt sie vor. Daher fahren wir zur Day Use Area in der Nähe der Tree Molds an der Mauna Loa Rd. und machen es uns gemütlich. Alana erzählt weiter aus ihrem Leben, es ist sehr interessant.

Nebenbei erwähnt Alana, dass sie mit uns heute deshalb zu anderen Volunteers gefahren ist, weil wir schon so lange als Volunteers tätig sind, aber da wir nicht ständig in unmittelbarer Umgebung wohnen und uns daher nicht – wie es die anderen Volunteers tun – immer wieder gegenseitig besuchen können, wollte sie uns ein paar Häuser und Grundstücke der anderen zeigen Wir sind überwältigt. Andererseits – DAS ist Alana! DAS ist ganz typisch für sie, an andere denken, überlegen, womit sie ihnen (in diesem Fall uns) eine Freude bereiten könnte.

Wir erzählen Alana von den gelben Vögeln, die beim Ka’u Desert jeweils unser Auto bestürmen. Alana lacht, das sind Yellow Finches, sie sind nicht nativ.

Nach einiger Zeit fahren wir Richtung Pahala weiter, natürlich in Alanas Auto und sie als unsere Chaffeurin.

Nach 13 Uhr sind wir am Hwy. 11 unterwegs, sie erzählt, wo früher welche Ranch war, sie erzählt aus der Zeit, in der sie im Volcanoes NP gearbeitet hat, auch beim Great Crack, wo sie u. a. mitgeholfen hat, den Nationalparkszaun zu errichten.

Wir zeigen ihr die Kamakaia Hills und auch jene Stelle, von der wir zu den Ponohohoa Chasms laufen. Obwohl sie weiß, wo wir überall laufen, ist sie doch immer wieder aufs Neue erstaunt, dass wir solch ein großes Interesse an Hawai’i zeigen, worüber sie sich sichtlich freut. Das können wir gut verstehen, sie wurde ja auf Hawai’i geboren, ist hier aufgewachsen, es ist „ihr“ Land – im weitestgehenden Sinn.

Alana zeigt uns den Hubschrauberlandeplatz, auf dem seinerzeit der Heli das Material für den Nationalparkszaun abgeliefert hat.

Bei Pahala biegen wir Richtung Ka’u Coffee Mill ein. Beim Town Center biegen wir rechts in die Wood Valley Rd. ab, fahren dort bis zum Ende und Alana stellt das Auto am Parkpatz der Ka’u Coffee Mill ab.

Links ist die Fabriksanlage mit Röstmaschinen, die mit Plexiglas abgedeckt ist, sodass man hineinsehen kann.

Als erstes stechen mir jedoch wunderschöne Hibisci in die Augen:

Wir entern das Visitor Center.

Hier kann man Kaffee verkosten (und auch kaufen), man kann diverse Dinge kaufen und Macadamia Nuts kosten und kaufen.

Alana und natürlich auch wir stöbern ein wenig. Michi gönnt sich einen Brownie mit Mac Nuts zum Kaffee. Wir setzen uns hinaus und sehen uns einen Film von Olsen, dem Gründer, an. Er ist ein älterer Herr und sein Anliegen ist, ins Wood Valley wieder Schwung hinein zu bringen. Die Leute im Wood Valley waren jetzt eine Zeit lang deprimiert, da die Zuckerfabrik geschlossen wurde und sie keine Arbeit hatten. Er hat deswegen in Kaffee- und Mac Nut-Anbau und Verarbeitung investiert und auch in ein Wasserkraftwerk.

Die Leute von der Umgebung nehmen das sehr gut an, weil sie endlich wieder Geld verdienen können.

1986 gab es hinter der jetzigen Fabrik, ausgelöst durch schwere Regenfälle mit gleichzeitigem Erdbeben, eine Hangrutschung. Oberhalb war ein Camp, alle Camper kamen ums Leben.

Auch werfen wir einen Blick hinter dem Gebäude ins Freie.

Anschließend gehen wir zum Auto und kommen um 15:15 bei Alanas Haus an. Vor ihrem Haus wachsen Ohias, einer davon blüht gelb.

Um 15:30 verabschieden wir uns, wir bedanken uns für die tollen Stunden mit ihr und fahren zum Kilauea General Store, wo ich die letzten beiden Clam Chowder ergattere. Damit setzen wir uns draußen auf die Bank und genießen die Clam Chowder, sie schmeckt köstlich.

Um 16:10 treten wir die Rückfahrt an und sind 40 Minuten später in Hilo.

Wir fahren zum Foodland, wo wir ein paar Kleinigkeiten kaufen und sind um 17:20 beim Haus. Heute ist es extrem warm im Haus, d. h., es war ein sonniger Tag in Hilo.

Ich werfe das Netbook an, Michi macht es sich vor dem TV gemütlich. Georg Zimmermann’s Fall schlägt noch immer ziemliche Wellen.

Um Mitternacht gehen wir ins Bett