Freitag, 23. 7. 2010

Um 6.30 Uhr läutet der Wecker. In der Nacht war ich einige Male kurz munter.

Kurzentschlossen stehe ich auf und bereite unser Frühstück zu, während sich Michi der Morgenkosmetik hingibt. Wie jeden Tag genießen wir unser Frühstück auf dem Balkon

Wettermäßig ist es sehr stark bewölkt.

Um 8.30 Uhr sitzen wir im Auto und fahren los. Jawoll Doch zuerst bekommt das Auto bei der Chevron Frühstück.

Anschließend geht es wieder Richtung Haleakala. Ich würde nur allzu gerne ein blühendes Silberschwert sehen.

Über dem Haleakala verdichten sich die Wolken, aber wir sind mit warmer Kleidung ausgestattet, alles liegt griffbereit im Auto.

Beim Kassenhäuschen stelle ich die eigentlich sinnlose Frage, wo es blühende Silberschwerte zu sehen gibt, aber der gute Mann gibt eine Auskunft zum davon Laufen

Sinngemäß: Am Ende der Straße sieht man noch einen großen Berg, aber auch schon vorher neben der Straße.
Ich frage, ob er mit dem „großen Berg“ vielleicht den Red Hill meint, da beginnt er zu strahlen und sagt ja, so müsste der Berg heißen, sicher ist er sich allerdings nicht

Kurz vor dem Parkplatz vor dem zweiten Visitor Center sehe ich rechterhand ein blühendes Silberschwert Es ist aber zum Stehenbleiben nicht sehr günstig.

Am Parkplatz beim Visitor Center bereiten sich gerade Pferde und Reiter vor. Wir fahren jedoch zum Parkplatz am Red Hill weiter.

Hier sind tatsächlich vier blühende Silberschwerte zu bewundern, aber sie sind in einem Areal angepflanzt worden. Immerhin! Und es gibt etliche schon größere Ansätze von Silberschwerts, aber bis sie einmal blühen, kann es bis zu 30 Jahre dauern.

Ich könnte mich in den Allerwertesten beißen Ich habe die Tele im Hotel vergessen

Wir schießen zahlreiche Fotos. Irgendwie hätte ich gedacht, dass ein blühendes Silberschwert höher ist, aber inklusive Blüte sind sie ungefähr so hoch wie ich. Na gut, ein wenig größer, aber nicht extrem viel.

Etwas seltsam ist, dass ein Schild „keep out, your weight injures the silversword roots and kills the plants“ aufgestellt ist, andererseits wachsen Silberschwerte dermaßen nahe am Beton – wieso werden diese Wurzeln nicht beschädigt

Die Observatorien von Science City.

Wir frieren trotz warmer Kleidung genug und fahren wieder zurück.

Kurz nach dem Hinunterfahren sehen wir den Mauna Loa auf Big Island. Wunderschön und ganz klar Nur der Mauna Kea ist abgängig.

Wir stoppen beim Visitor Center am Summit.

Auch hier machen wir noch sehr schöne Fotos vom Krater und gehen ein Stück an der Straße hinunter.

Der Sliding Sands Trail ist sehr gut zu erkennen.

Der kleine Hügel links ist "White Hill", auch Pa Ka'oao genannt.

Die Pferde werden für den Ritt am Sliding Sands Trail gesattelt.

Linkerhand blüht, ca. 10 bis 15 m von der Straße entfernt, ein wunderschönes Silberschwert, das mit Abstand das schönste ist. Es scheint etwas geschützt zu wachsen, steht senkrecht und stolz hier.

Der Fahrer eines Robert’s Hawai’i Bus ermahnt uns, wir dürfen nicht auf das Gelände gehen, dabei stehen wir auf der Straße und haben gar nicht vor, uns dem Silberschwert zu nähern.

Schließlich fahren wir weiter talwärts und parken uns beim unteren Visitor Center ein. Unter uns ist eine geschlossene Wolkendecke.

Wir unterhalten uns mit Volunteers und versuchen, etwas an Infos über Silverswords herauszulocken, aber das misslingt ziemlich.
Immerhin weiß der junge Mann, dass es nicht nur Silver- sondern auch Green Swords gibt.
Aber das, was mich an Silverswords interessieren würde, wissen sie nicht.

Wir sehen uns noch ein wenig im Visitor Center um und sehen ein altes Foto von einem „bottomless crater“, der nicht sehr groß war und möchten gerne wissen, wo sich der Krater befindet und ob er vielleicht einen hawaiischen Namen hat.

Die junge Volunteerin weiß wenigstens, dass es dieses Foto gibt, aber damit hat es sich. Null Information Es ist zum Davonlaufen

Dafür bekommen wir Infos von einem Rockkonzert in Kalifornien Kommentar überflüssig, denn dafür interessieren wir uns schon mal gar nicht. Ablenkungsmanöver missglückt

Wir verabschieden uns und fahren zum Polipoli State Park, wo wir in die Waipoli Rd. einbiegen.
Die Wolken hängen sehr tief, keine Sonne sichtbar, aber die Straße ist trocken.

Je weiter wir in den State Park fahren, umso mehr bessert sich das Wetter.

Die Piste ist zu Beginn vollkommen trocken und staubig. Kein Hinweis darauf, dass es gestern geregnet haben könnte.

Wir fahren keineswegs unbemerkt herum, denn allein die Staubfahne hinter uns ist beachtlich Richtig rot, wie in Australien.

Um 14 Uhr stoppen wir bei der Polipoli Spring Recreation Area, wo ein Zelt aufgestellt sowie ein Tisch mit sämtlichen Campingutensilien belegt ist und lunchen im Auto.

Es sind einige Leute hier, eine Lady führt ihren Hund durch die Landschaft, es existiert ja auch nur das Schild „no animals“.

Jetzt fahren wir aber zum Waiohuli Trail zurück, wandern ist angesagt

Am Trailhead ziehen wir unsere Wanderschuhe an und stapfen um 14.30 Uhr los. Meine Uhr will mir weis machen, dass es 34,7° C hat.

Wir sehen wiederum die vielen toten, teilweise abgeschnittenen Pinienstämme. Viele Vögel zwitschern, es ist nahezu windstill und auch sonst gibt es keinerlei fremde Geräusche.

Der Trail verläuft nicht mehr so wie es auf den meisten Karten noch eingezeichnet ist.
Durch die vielen Baumschlägerungen und Baumumstürze ist ein Teil des alten Trails so verwüstet, dass man gar nicht versuchen sollte, ihn zu finden, man kommt ohnehin nicht weiter.

Der neu angelegte Trail hingegen ist selbsterklärend.

Beim 0,7 MM sehen wir rechterhand eine Lavawand, an der wahrscheinlich fast jeder Tourist achtlos daran vorbei geht.

Wir umgehen die Lavawand ein wenig. Auffällig sind die schon seit Beginn verkohlten Bäume. Das ist vom Brand im Februar 2007.

Nur noch 20 Schritte weiter, vielleicht 4 oder 5 m bergauf und wir stehen am Kraterrand, der eigentlich eine eingebrochene Lava Tube ist.

Der vorsichtig geschätzte Durchmesser beträgt ca. 8 m.

Wir krabbeln zur Höhle hinunter und begutachten das Ganze. Rechter- und linkerhand ist die Lavatube zu erkennen, d. h., die Tube ist eingebrochen.

In der rechten Lavatube geht es steil bergab und zwar in diesem in Bildmitte befindlichen fast unscheinbaren schwarzen Fleck, also dem Loch.

Beim linken Teil hat jemand eine Steinmauer aufgebaut, die vor Wind und Regen schützen soll. Innen ist es völlig eben, es wächst ein wenig Gras, heraußen liegen Glasscherben. Innen könnte man zur Not übernachten.

Wir beenden unsere Forschungsarbeiten und gehen ein Stück geradeaus auf dem Mamane Trail.

Der Mamane Trail führt über sandigen Boden, der mit etwas gerölligem Lavagestein durchsetzt ist, bergauf. Großteils gehen wir durch einen Pinienwald, zumindest zu Beginn.

Es wachsen viele Pinien nach, ein guter Ersatz für die vielen abgestorbenen Bäume. Fast keiner der alten Bäume zeigt noch Grün.

Zahlreiche Blümchen blühen.

Bei einer Y-Gabelung ist es egal, welchen Weg man nimmt. Der rechte geht relativ steil und schmal nach oben und der linke geht in einer ausgedehnteren Kurve und führt später mit Ersterem zusammen.

Kurz darauf erscheint – aber nur, wenn man sich umdreht – der 1,0 MM.

Was wir hier sehr deutlich sehen, sind Spuren von Mountainbikern. Das sind jene, die oben am Haleakala bei Science City mit ihren Mountainbikes starten und damit sie dann nicht auf der Piste fahren müssen, fahren sie über den Mamane Trail weiter talwärts.

Es dauert nicht lange, schon brausen an uns insgesamt sieben Mountainbiker vorbei, doch schon der erste gibt uns zu verstehen, dass noch weitere folgen. Daher bleiben wir stehen und werfen die Kamera und den Camcorder an.

Für Mountainbiker ist der Mamane Trail eine wunderschöne Strecke und offensichtlich werden auch Touren angeboten, denn von den sieben Leuten, die uns eben begegnet sind, trägt der Erste eine Helmkamera.

Um 16.15 Uhr erreichen wir den verkehrt aufgestellten 0,5 MM, d. h., von hier sind es noch 0,5 MM bis zum Skyline Drive.

Wettermäßig zieht sich der Nebel herein, nur vor uns ist noch etwas blauer Himmel zu erkennen.

Unser GPS gibt immer wieder den Geist auf, es wird nichts mehr angezeigt. Macht nichts, der Trail ist selbsterklärend.

Mit Tierspuren kenne ich mich nicht aus, schätze aber, dass diese Spur von einem Wildschwein stammt.

Plötzlich erschrecken wir, da wir nur unweit von uns Geräusche hören, als würde jemand mit großem Tempo durch den Wald laufen. Tatsächlich! Zwei große und zwei kleine Wildschweine kreuzen in ca. 10 m Entfernung vor uns den Weg! Die Kamera halte ich zwar in der Hand, bin aber nicht schnell genug bereit - schade.

Ein Blick zurück zu Michi, der mit mit einiger Entfernung folgt. Es ist traumhaft schön

Um 16.50 Uhr erreichen wir bei strahlend blauem Himmel und 29,2° C das Trailende, sprich den Skyline Drive.

Vor uns liegt der Skyline Drive.

So beginnt der Mamane Trail vom Skyline Drive aus.

Vom Trailende linkerhand führt der Skyline Drive bis zum Skyline Trail, rechterhand geht es zur Waipoli Rd. und in weiterer Folge zum Hwy.

Bis hierher sind wir 2,88 Km gelaufen und waren 2 Std. 33 Min. unterwegs. Die augenblickliche Höhe beträgt 2.226 m.

Nach einer ausgiebigen Foto- und Filmsession treten wir um 17 Uhr den Rückweg an.

Über uns ist strahlend blauer Himmel , unter uns ist eine dicke Wolkenwand.
Temperaturmäßig ist es sehr angenehm. Die Sonne scheint durch die Bäume hindurch, es zwitschern nur sehr wenige Vögel.

Um 18.15 Uhr sind wir wieder beim Auto.

Insgesamt sind wir 5,8 Km in 3 Std. 58 Min. gelaufen und stehen auf 1.990 m Höhe.

Michi versucht liebevoll, das Manfrotto im staubigen Gras zu reinigen, stellt aber fest, dass das doch keine so gute Idee ist

Dafür hat er eine andere gute Idee: Ins Pukalani Terrace Center fahren, aber diesmal nicht zum KFC, sondern zum Foodland und Starbucks.

Auf der Rückfahrt kommt uns auf der ungeteerten Piste ein ca. 30-Jähriger entgegen. Seine Ausrüstung besteht aus einem Trekkingrucksack mit Schlafmatte, offensichtlich campiert er auf der Polipoli Spring State Recreation Area.

Noch rasch ein Foto vom Sonnenuntergang geschossen und weiter geht's.

Um 19.45 Uhr parken wir uns am Pukalani Terrace Center ein. Da wir Wertgegenstände mithaben, flitze ich alleine ins Foodland, schnappe zwei Gallonen Wasser um je $ 1,99 sowie ein Toastbrot um $ 2,59 ohne Tax.

Kaum zurück, geht Michi zu Starbucks und holt uns zwei Espressos , während ich im Auto bleibe. Es ist alles nur Einteilungssache

Eine halbe Stunde später sind wir am Hotelparkplatz.

Der allabendliche technische Teil und auch etwas fernsehen, hält uns davon ab, endlich mal früh ins Bett zu gehen und so ist es schließlich wieder Mitternacht.

Sleep well