Um 01:35 hebt ein Flugzeug ab, es kann sich nur
um eine Frachtmaschine handeln.
Das Handy meldet sich freundlicherweise im 5:15
und wir hören in einiger Entfernung den Hahn.
Während Michi im Bad ist, bereite ich unser
Frühstück zu, das wir uns schmecken lassen
Um 7 Uhr verlassen wir unser Haus. Am Golfplatz
wird schon fleißig gespielt. S. hatte uns
unlängst beim Volunteeren erzählt, dass
sich die Golfer z. B. auf O’ahu bereits um
3 Uhr morgens treffen, damit sie sich schon einschreiben
können und als Erste zum Golfen beginnen können.
Zuerst frühstücken und plaudern sie in
aller Gemütlichkeit, was sollen sie auch sonst
in der schwarzen Nacht auf einem Golfplatz tun?
Klickt auf
die Fotos zum Vergrößern.
Am Hwy. 11 ist schönstes
Wetter.
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Um 8:15 sind wir am Ka’u Desert Trailhead,
wettermäßig ist es gemischt, zumindest
nicht sehr überzeugend. Hingegen sieht es weiter
im Westen schön aus.
Wir gehen zu Plan B über. Es gibt hinter
dem Manuka State Park nach Süden eine Piste,
die in der Bier-Straßenkarte eingezeichnet
ist, das interessiert uns sehr. Diese Piste würde
sogar noch zu Manuka Area Reserve gehören –
wenn es denn stimmt.
Kurz vor dem MM 70,5, geht es rechts zur Kahuku
Unit, die nur an Wochenenden geöffnet ist.
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Wir lassen Ocean View hinter
uns und fahren in den Manuka State Park.
Es ist ziemlich stark bewölkt.
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Zwischen MM 82 und 83 geht links die Manuka Bay
Rd. hinunter.
Rechts geht ebenfalls eine Piste hinauf mit einem
verrosteten Gate. Dort steht „Manuka National
Area Reserve, please kokua“ drauf, gesperrt
ist es nicht.
Uns interessiert aber weniger diese Piste, sondern
die gegenüberliegende, die Manuka Bay Road.
Jetzt fällt mir etwas
auf! Wenn man den Highway, also die Straße,
genau betrachtet, dann sieht man etwas,
das einen auf die Manuka Bay Road aufmerksam
macht: Quer über alle Fahrbahnen ist
ein Pfeil gezeichnet, dieser deutet zur
Manuka Bay Road.
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Ein Jeep kommt, zwei Frauen sitzen drinnen. Ich
frage die Fahrerin, ob sie glaubt, dass wir die
Piste mit unserem Jeep (auf den ich deute) fahren
könnenn. Sie weiß es jedoch nicht, da
sie die Piste heute zum ersten Mal fahren wird.
Die Beifahrerin, die einen sehr knappen Bikini trägt,
mischt sich in das Gespräch und erklärt
mir, wenn unser Jeep ein Allrad ist, können
wir fahren, wenn nicht, dann nicht. Ein Allrad sei
unbedingt nötig und man muss Acht geben, da
es einige sehr schwierig zu befahrene Stellen gibt.
Ich bedanke mich für die freundliche Auskunft
und gehe zu unserem Jeep hinüber.
Um 9:40 fahren wir bei 27° C auf die Piste.
Ich lege zur Vorsicht schon jetzt Allrad L1 ein.
Nach geschätzten 50 m sind wir bei einem gelben
Gate, links ist eine kleine Ausweiche. Hier stehen
einige Schilder.
Es ist eine Lavapiste mit unterschiedlich großen
Steinen durchsetzt. Zu Beginn ist sie gut befahrbar,
allerdings kann ich nur sehr langsam fahren.
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Zu unserer Rechten ist eine
große Betonplatte. Wäre sie nicht
so schief, könnte man glauben, es ist
die Betonplatte von einem Haus. Es sind
sogar Schläuche eingelegt, man kann
eine gewisse Zimmereinteilung erkennen.
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Von hier sehen wir schon zum Meer. Es ist allerdings
ein weiter Weg, der zu Fuß nicht so leicht
erreichbar sein dürfte.
Einige Meilen auf dieser Piste
zu fahren, ist auch nicht gerade reifenschonend.
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Wir überlegen, was wir tun sollen. Wenn ich
die Piste weiter vorne angucke, das ist echt haarig.
Schließlich siegt die Vernunft und wir stellen
in der Nähe der Betonplatte unseren Jeep ab.
In unmittelbarer Nähe der Betonplatte gibt
es noch eine zweite.
Über uns ist eine dicke Wolkendecke, von der
Kona-Seite zieht eine noch größere Wolkenwand
auf uns zu. Wir lassen uns jedoch vorerst nicht
irritieren.
Nur wenig unterhalb der großen Betonplatte
sehen wir rechts an der Seite kleine Betonteile,
aber auch einen abgeschnittenen Holzmasten. Es scheint,
als hätte es hier früher mal eine kleine
Siedlung gegeben, die sogar Stromanschluss hatten.
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Wir schnüren unsere Wanderschuhe,
schnappen unsere Rucksäcke und starten
um 10:20 
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Der Wald ist zu 90 % von Ohias geprägt. Die
Piste ist in einem sehr wechselhaften Zustand, es
geht teilweise sehr rau bergab.
Insgesamt gesehen ist zumindest bis jetzt die Piste
in einem deutlich schlechteren Zustand als die Road
to the Sea.
Hier gibt es einen Schädling der besonderen
Art. Es ist keine Schlingpflanze, die von unten
nach oben wächst, sondern eine Schlingpflanze,
die von oben nach unten wächst. Ich ziehe an
den gold-gelben „Halmen“ an, ich kann
meterweit ziehen. Sie vereinnahmen u. a. die Ohias
und zerstören sie. Diese Schlingpflanze ist
ein Parasit und heißt Kauna’oa pehu
(Hawaiian Dodder).
Ein Quad mit den zwei Männern kommt uns entgegen,
ich stoppe sie und Michi fragt, wie weit es noch
sei. Der Fahrer antwortet „more than 4 miles“.
Wir sind bisher 1,8 Km gelaufen, also eine gute
Meile. Unsere Schätzung mit 5 Meilen war ganz
gut.
Beim Weitergehen sehen wir einen Laubbaum, der
ebenfalls von diesem Parasit vereinnahmt wird.
| Je
weiter wir gehen, umso spärlicher wird
der Bewuchs. Die Ohias werden immer weniger,
die Farne werden mehr. |
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Auf einem Lavastein
sehen wir den Totenschädel von einer
Ziege. Im Hintergrund, entfernt von der Piste,
liegt das passende (?) Skelett dazu. |
Auf der Piste finden sich alle möglichen Dinge,
angefangen vom Haargummi, zum Auspuff, bis zu einem
Flipflop. Dann hätte ich noch eine verrostete
Feder anzubieten, Länge ca. 5 cm und einen
weiteren Haargummi. Weiters kann ich einen Bleistift
anbieten, das gefundene Cent-Stück behalte
ich lieber selbst, sozusagen als Glücksbringer.
Das Sortiment des Gemischtwarenladens kann auch
noch eine Zündkerze anbieten, des weiteren
ein Stück Blattfeder.
Kurz vor 12 Uhr gabelt sich vor uns die Piste,
rechts scheint nur eine Umgehung der miesen Piste
zu sein.
Bisher sind wir 5,5 Km gelaufen. Wenn wir bis
zum Meer gehen wollen, haben wir noch mindestens
2 Km vor uns. In 1 Km soll eine Kreuzung kommen,
so zumindest verrät es uns das GPS.
Auffallend ist, dass es weiter unten grüner
wird, vorerst in Form von Büschen, aber ich
kann auch Bäume erkennen.
Bei einer vermeintlichen Gabelung gehen wir links,
man könnte auch rechts gehen, die beiden Pisten
treffen kurz darauf zusammen.
Um 13 Uhr hören wir das Meer rauschen.
Vor uns liegt der Kipuka Kaulanamauna,
ein teilweise grünes Wäldchen
mit niedrigem Grasland dazwischen.
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Um 13:20 sind wir am Strand. Es ist glühend
heiß. Einige Leute haben schon ihr Zelt aufgebaut,
andere sind dabei.
It’s Aloha Friday! 
Links vom weißen Zelt ist der Kamoi Point,
eine sichelförmige Bucht. Sie sieht sehr nett
aus, aber zum Baden dürfte es zumindest heute
nicht geeignet sein.
Im Schatten der Bäume suchen wir uns ein Picknickplätzchen,
sitzen vom Meer etwas erhöht und verspeisen
unser Mitgebrachtes 
Bis hierher sind wir 9,3 Km gelaufen.
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Nach dem Picknick
laufen wir über runde Steine in östliche
Richtung zur Manuka Historical Site, das ist
ein aus Lavasteinen errichtetes Quadrat. Die
zweite Hälfte, die der Meerseite zugewandt
ist, ist ebenfalls mit ein paar Etagen Lavasteinen
versehen und obenauf ist ein Steinmännchen
mit weißen Korallen. |
Nach einigen Foto- und Filmaufnahmen treten wir
um 14:10 bei 37° C den Rückweg an.
Es liegen ungefähr 10 Km vor uns, die stetig
leicht bergauf gehen.
Um 16 Uhr fährt ein Pickup mit Anhänger,
von unten kommend, an uns vorbei. Das Auto selbst
als auch der Anhänger sind voll bepackt. Kurz
darauf kommt der weiße Jeep Wrangler, auch
dieses Auto ist bis unters Dach voll.
Und es beginnt zu nieseln. Die Wolken hängen
bis zum Boden. Das sieht nicht gut aus, zumal wir
noch einige Kilometer vor uns haben. In der Folge
geht das Nieseln in Regen über Wir
packen Fotoapparat und Camcorder sowie das Stativ
in den Rucksack und legen unsere Regencapes über.
Der Regen prasselt auf uns herunter. Seltsam ist,
dass wir anscheinend sowohl auf den Pickup als auch
auf den Jeep zugehen, sie stehen offenbar. Beim
Pickup droht der Wasserbehälter vom Anhänger
zu rutschen, der Fahrer befestigt ihn erneut.
Die zwei Autos fahren weiter und wir laufen weiter.
Nach einiger Zeit kommt uns ein schwarzer Jeep entgegen,
der Fahrer fragt uns, ob ohnehin alles OK sei, was
wir bejahen.
Und wir gehen und gehen und gehen
Ein weiterer Pickup kommt uns entgegen, mit einem
Anhänger, der voll bepackt ist. Der Fahrer
will wissen, ob der Hike anstrengend war. Tja, einfach
nicht wirklich, guter Mann 
Auf einmal sehen wir vor uns wieder den Pickup
sowie den weißen Jeep. Eine Dame im Bikini
bearbeitet mit einem Rechen die Straße auf
einer Anhöhe. Das ist genau jene Stelle, wo
ich heute beschloss, dass ich mit unserem Jeep hier
nicht weiter fahre. Wie man sieht, war das offensichtlich
die richtige Entscheidung.
Ich komme mit der Lady ins Gespräch. Sie erzählt,
den Jeep habe sie gemietet. Sie würde nie mit
ihrem eigenen Auto hier hinunter fahren, was ich
nachvollziehen kann.
Der Pickup-Fahrer sitzt am Boden beim Reifen und
hantiert herum. Michi fragt ihn, was mit dem Auto
passiert sei. Die Kuppling vom Vorderradantrieb
ist herunter gefallen. Er bekomme das schon wieder
hin, es sei nicht zum ersten Mal passiert. Wir verabschieden
uns und gehen bergauf, wo die Frau immer noch mit
dem Rechen versucht, die Steigung etwas in Ordnung
zu bringen.
Kurz darauf, um 17:10, sind wir beim Auto, die
Scheiben sind glücklicherweise in Ordnung.
Während dessen wir unsere Wanderschuhe ausziehen,
kommt der rote Pickup sowie der weiße Jeep,
sie krabbeln mit ihren Autos zentimeterweise hoch,
sehr, sehr langsam und die Autos werden gewaltig
durchgeschüttelt.
Doch nun tritt beim Pickup schon wieder ein Defekt
auf und der gute Mann beginnt wieder mit der Reparatur.
Insgesamt sind wir 18,8 Km gelaufen und fahren
nun Richtung Highway 11. Es regnet nach wie vor.
Der Pu’u One zu unserer Linken sieht wie
ein Tafelberg aus. Das ist jener, der von der Straße
weiter entfernt ist.
Das Auto mit eingeschlagenen Scheiben wird vom
Abschleppwagen geholt und wir geraten zusätzlich
in dichten Nebel.
Beim Nationalparkschild endet der Regen. Der Wald
links vom Hwy. dampft richtig. Es sieht gespenstisch
aus.
Um 19:30 stellen wir den Jeep unter dem Vordach
bei unserem Haus ab.
Unsere Wanderschuhe sind ziemlich nass, Michi kümmert
sich darum, während dessen ich unser Abendessen
zubereite.
Anschließend macht Michi es sich vor dem
TV gemütlich und ich werfe das Netbook an.
Das Internet im Hilo Hale ist extrem schnell, ich
bin höchst zufrieden.
Um Mitternacht gehen wir ins Bett.
Sleep well 
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